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Diese Bronzenadel besitzt eine sehr schöne
oraungrüne Patina, ist vollkommen erhalten, 13:7 cm
ang und mit einem von freier Hand gemachten,
reich verzierten, in der Mitte mit länglichem Loch
‚ersehenem, etwas unsymmetrischem Kopf ausgestattet.
Fig. 139.)
U) Kisenschmelze bei Wirklitz.
Nach einem Berichte des Herrn F. Srpenars deckte
man im verflossenen Sommer (1888) in einer Lehmzrube
bei Wirklitz einen Schmelzofen und eine
zrosse Menge von Eisenschlacken auf. Der Ofen beand
sich unter der 0:8 m dicken Ackerkrume im
Lehmboden, war 1'8 m hoch und umgeben von an
vier Fuhren betragenden Schlacken. . Das mir vorjegende
Schlackenstück ist in der That eine stark
aisenhältige Schlacke mit Abdrücken der Holzkohle,
aus einem primitiven Eisenofen.
m) Funde von Bläta bei Frauenberg.
Im städtischen Museum von Budweis
befindet sich eine Reihe von interessanten Bronzebjecten,
welche Herr Museums-Direetor Dr. F. Knuzıssr
vor Kurzem von einem Bauer angekauft hat, der
angab, aus Zahdj zu sein und diese Objecte im
Bläta (Sumpf) gefunden zu haben. Die Bläta bilden
äne theilweise noch versumpfte Ebene nördlich von
Frauenberg und wurden erst in Jüngster Zeit theilweise
zu Wiesen und zu Hutweiden umgewandelt.
Da mich dieser Fund im höchsten Grade interessirte,
Jesuchte ich während der letzten Ferien (1888) alle
Ortschaften, die am Rande dieser Sumpfebene geegen
sind, zunächst das Dorf Zahäj. Ich konnte
‚eider nirgends, durch Nachfragen bei Gemeindevorstehern,
Lehrern und Verwaltern, die Spur dieses
Bauern auffinden; auch wusste Niemand von irgend
einem Funde. Meine eigenen Untersuchungen und
Grabungen an mir geeignet scheinenden Stellen
(ührten zu keinem Resultate, Dass jedoch die Funde
aus dieser Gegend stammen, ist sicher; ich glaube
jedoch nicht, dass sie aus einem Grabhügel herrühren,
sondern es dürfte sicherlich ein Depötfund sein.
Zunächst ist ein Hohlkelt zu nennen mit
schöner Patina und kleinem seitlichen Ohr. Derselbe
at die bekannte längliche Axtform, der Rückenrand
’agt nach aussen, darunter lauft ein Wulst herum
ınd zwischen beiden ist seitlich das kleine Ohr;
lie Schneide ist seitlich geschweift und ausgebogen.
u= 110 cm, Br der Schneide 4'3 cm, D oben ohne Ohr
=4'8 cm, mit Ohr=—= 58 em, H des Ohres 17 cm.
Von Sicheln sind vier Fragmente vorhanden:
in Griffende mit einem Zahn und einer Randrippe,
4 des Griffes unterhalb des Zahnes = 45cm, Br
= 25cm; ein zweites kleineres Griffende mit Zahn;
las Fragment einer 3:5 cm breiten Klinge mit Spitze,
wahrscheinlich zu ersterem Griff gehörig; das Fragment
einer kleineren 2 cm breiten Klinge, wahrcheinlich
zum zweiten Griff gehörig.
Eine Lanze mit langem hohlen Schaft, der sich,
‚egen die Lanzenspitze zu verjüngend, als Mittelippe
hinaufzieht; von sehr vorgeschrittener Form:
lie Spitze ist abgebrochen.
ı== 155 (17:5?) cm, L der Lanzenklinge = 8 (10?) cm, Br
der Klinge = 3 cm, L des Schaftes = 75 cm, D desselben
unten = 21 cm.
Eine Nadel mit kugelförmigem Kopf, der in
änen dünnen Hals übergeht; dieser verdickt sich
wieder spindelförmig; mit. Furchen verziert; die
Spitze ist abgebrochen.
L = 168 (22?) cm, D des Kopfes = 1‘2 cm, des Halses — 2 cm,
die Verdickung 0°9 cm.
Ein Bronzekuchen, an einer Seite etwas abgebrochen,
D=— 10:9 cm; ein Viertel eines zweiten
Bronzekuchens, der etwas grösser gewesen sein dürfte.
n) Funde bei Hradzen (Na hradet).
Im selben Museum befinden sich Flachkelte und
xne Pfeilspitze aus Bronze von dem Dorfe Hradzen,
3Zezirk Budweis. Auf einem westlich von diesem
Jorfe gelegenen Hügel wurden beim Ebnen einer
Stelle behufs Holzhackens, 0:3 m tief in steiniger
irde, zwei Flachkelte vorgefunden und auf einem
yei vierzig Schritte von diesem Hügel entfernten
Felde wurde eine Pfeilspitze mit schöner Patina
zusgeackert.
Das eine Exemplar des schönen, grossen Flachkeltes
besitzt dieselbe einfache Form mit einfachen
Seitenleisten und ausgebuchtetem Rücken des von
nir im 3. Theile beschriebenen und auf T. IX, Fig. 2,
ıbgebildeten Exemplares aus dem Depötfund von
7avnie, nur ist die Schneide noch mehr kreisförmig;
auch die Grösse ist nahezu gleich.
L = 18:6 cm, Br der Schneide == 6‘5 cm, Br des mondförmigen
Rückens = 26 cm.
Das zweite Exemplar ist dem vorstehenden
ihnlich, nur ist die Schneide gestreckter; der Rücken
‚st abgebrochen.
Die Pfeilspitze besitzt einen hohlen, auf einer
Seite hervorragenden Schaft, die Seitenlappen enden
spitz und ragen nach rückwärts hervor.
L= 33cm, Br= 15cm, L des Schaftes — 1'°8 cm.