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Was die Länge der Arme anbelangt, ist dieselbe bei
Jliesen drei Völkern relativ zur Körpergrösse fast genau
gleich (464—466); trotzdem sind die Oberarme der
Ruthenen (190) etwas länger als jene der Rumänen (189)
and Juden (187); die Hand der Juden ist breiter (Index
410) als die der Ruthenen (398) und Rumänen
396).
ie Rumänen besitzen die dicksten Ober-, die Ruthenen
die dicksten Vorderarme, die Juden die dünnsten
Ober- und Vorderarme,
Die Beine sind bei allen drei Völkern länger, als die
Arme, und zwar haben die Rumänen und Ruthenen
863 mm, 862 mm, relativ 516) etwas längere als die
Juden (843 mm, relativ 509); dementsprechend sind bei
den Letzteren auch die Ober- (226 relativ) und Unterschenkel
(244 relativ) kürzer als bei den anderen, welche
gleich lange Oberschenkel (229) besitzen, bei etwas
längeren Unterschenkeln der Ruthenen (250), als der
Aumänen (248).
Der Oberschenkel der Rumänen ist nach abwärts
weniger verschmächtigt als jener der Juden, am meisten
jener der Ruthenen, die Dicke des Ober- und Unterschenkels
eine nahezu ‚gleiche bei Allen.
Der Fuss der Juden ist relativ der längste, dünnste,
seinem Index nach auch der schmälste, jener der Rumänen
kürzer und gleich dem der Ruthenen auch breiter.
Diese ebenso interessante als eindringende Arbeit
macht ihre ausführliche Bearbeitung und Veröffentlichung
sehr wünschenswerth und wollen wir hoffen,
dass nach und nach alle unsere vielsprachigen Brüdervölker
ähnlichen ausgedehnten anthropologischen Untersuchungen
unterzogen werden möchten.
3. Herr Dr. Bernhard Hagen hält einen Vortrag:
Beiträge zur somatischen Anthropologie der Malayenvölker.
Die grosse Vorliebe der malayischen Völker für die
See erklärt uns ihre ausschliesslich insulare Verbreitung,
Diese Vorliebe wird besonders durch das Gebet bewiesen,
welches die Malayen noch heutigen Tages zu Allah richten,
er möge sie, wenn ihr Lebensfaden abgelaufen sei, nicht
auf dem Lande, sondern auf der See sterben lassen.
Die malayische Rasse ist demnach wie für den grossen
polynesischen und malayischen Archipel geschaffen und
findet sich thatsächlich dort überall. Nach Norden geht
sie hinauf bis zu den Philippinen, Formosa, ja vielleicht
sogar bis Japan. Nach Westen finden wir sie in Cevlon
und Madagascar,
Der Brennpunkt, sozusagen das Entstehungscentrum
Jieser Rasse ist zweifellos auf den Hochländern des
westlichen Sumatra, speciell in dem alten Reiche Menangkabau
zu suchen, Von hier verbreiteten sich die Völker
langsam von West nach Ost, zuerst wahrscheinlich die
Stämme, welche sich heute nur im Innern der grossen
Inseln finden, wie die Battas auf Sumatra, die Sundanesen
auf Java, die Dajaks auf Borneo, die Alfurus
auf Celebes u. s. w. Diese müssen wir als die Urbevölkerung
betrachten, obwohl es nicht nur nicht unwahrscheinlich,
sondern sogar natürlich ist. dass sie
wieder noch frühere Bewohner verjagten, deren Reste wohl
n den überall zerstreuten Negritos zu erkennen sind.
Die Völker, welche wir heute ganz speciell Malayen
ı1ennen und welche sich in Sumatra, Malacca und an
Jer Nordküste Borneos finden, sind die allerneueste
und letzte Völkeremission, welche das alte Rassen-;entrum
in Westsumatra aussendet, Ihre Wanderungen
inden sehr spät (12,—15. Jahrhundert) statt und sind
zeschichtlich fixirt.
Viele Autoren erkennen die malayische Rasse gar
aicht als selbstständige an, sondern betrachten sie nur
ıls eine Mischrasse der zwei grossen benachbarten urılten
Culturvölker, der Indier und der Chinesen, welche
ı1achweislich schon seit tausend, die Indier sogar seit
;weitausend Jahren auf’s Innigste mit dem Archipel
rerkehren, eigene mächtige Reiche dort stiften und
jicherlich auch auf die physische Beschaffenheit der
iingebornen intensiv einwirkten.
Das Verbot der Auswanderung von Frauen aus China
‚wingt die Million Chinesen im Archipel, Ehen mit
Singebornen einzugehen, wozu sich besonders die javaschen
Frauen gerne bereit finden, während die Malayen
lurch den Muhamedanismus mehr vor einer Vermischung
nit Chinesen bewahrt blieben, dagegen sich gern und
villig mit den ebenfalls häufig muhamedanischen Indiern
creuzten. Die im Archipel befindlichen Chinesen stammen
neist aus solchen Mischehen, und man muss sich daher
sehr hüten, in den Fehler WALLACE's zu verfallen,
welcher aus der Aehnlichkeit dieser Mischlinge mit
‚avanen Schlüsse auf die Mongolenähnlichkeit der maayischen
Rasse zog, x
Auch die Araber verkehren schon an die tausend
Jahre im Archipel und haben besonders an einer Stelle,
in Atjeh in Nordsumatra, dominirenden Einfluss erlangt.
An den Küsten haben wir demnach a priori nur
stark gemischte und gekreuzte Völker zu erwarten,
and dürfen den verhältnissmässig reinen Typus, falls
Ȋn solcher vorhanden ist, nur noch im Innern der
zrossen Inseln erwarten,
Die Kraniologie wird uns beim Studium dieser Völker
fast gar keine Dienste leisten, weil das ganze Schädelmaterial
unserer Sammlungen angesichts dieser compli-3irten
Mischungsverhältnisse unbrauchbar, weil ganz
ıngenügend bezüglich seiner Provenienz bestimmt, ist.
Nur Messungen am Lebenden können hier ein sicheres
zesultat versprechen. Leider aber ist in dieser Richtung
»islang fast gar nichts gearbeitet worden. Das meiste
ınd beste Material, aber immer noch sehr ungenügend,
st durch die Reisenden der Novara zusammengebracht
ınd von Dr. WEı1sBAcH zusammengestellt worden.
Redner war deshalb bemüht, besonders in dieser
kichtung weiter zu arbeiten, und ist in der Lage,
ıeute das Resultat von cirea 400 Einzelmessungen vorzulegen.
Er kommt auf Grund dieser Messungen zu
olgenden Ergebnissen:
I. Die Völker im Innern Sumatras, die Battas, die
\llas und die Malayen von Menangkabau bilden eine
hg Zzusammengehörige Volksgruppe, welche in ihren
littelzahlen fast stets in directem Gegensatz zu den
rorderindischen Völkern steht, aber ebensowenig auch