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„‚Hausberge“ und ihre auffallenden Bildungen ent- 1873 und 1875) die GrAren GUuNDAKER und Huryrıca
standen denken, ohne eines bestimmten localen Grundes, WURMBAND in diesen Mittheilungen Bericht erstatteten,
der sich ja selten zwanglos ergibt, zu bedürfen, ınd welcher schon zu werthvollen archäologischen und
Ich glaube, es ist im Sinne eines Berichtes wie ınthropologischen Untersuchungen (WoLpkıch u. A.)
der gegenwärtige, solchen Ideen, die an anderer Stelle Material geliefert. Die prähistorische Sammlung des
wohl einer umfassenderen Darlegung bedürften, Raum Tofmuseums besitzt von demselben nicht nur das, was
zu geben, Denn hier ist es vielleicht gestattet, das hr von älteren Funden mit dem Bestande der Collection
Destillat abzuschöpfen, welches die Zuthat eigener An- dIer Anthropologischen Gesellschaft zugefallen, sondern
schauung zu den emsigen Forschungen Anderer ergibt. uch die von Herrn Spörri an den Punken A (Ziegelei
Gemeinsame Excursionen werden ja unter Anderem auch »eim Bahnhofe) und C (Hohlweg östlich vom Vamberge)
Zur ungezwungenen Erörterung solcherFragen veranstaltet. üngst gemachten Funde und nunmehr endlich dasjenige,
Der erste Punkt, dem wir von der Station Absdorf was einige Herren am letzten Excursions-Sonntage aus
aus einen Besuch abstatteten, war das durch zwei iner ziemlich reichen Wohngrube, die man in Italien
stattliche Hausberge inmitten der Ortschaft und mehrere nit dem Namen fonds di capanna beehren würde,
andere Fundstellen in der nächsten Umgebung ausge- genhändig und eifervoll erbeuteten,
zeichnete Hippersdorf (Gerichtsbezirk Kirchberg am Eine an die Lösswand gelehnte Leiter vermittelte
Wagram). Dieser Ort liegt an der Spitze der Gabelung lie Verbindung des Ausgräbers mit der gangbaren Erdder
Kremser und der Hauptlinie der Franz J osefs-Bahn, berfläche, und am Fusse derselben hatte sich der gastin
weiterem Kreise umgeben von den prähistorischen reundliche Herr Bürgermeister von Gross-Weikersdorf
Fundorten Zaussenberg, Stockstall, Kirchberg, mit einer höchst rühmlichen Auslese seines Kellers
Thurnthal, Stetteldorf, Gaisruck u. s. W., tablirt, um die unermüdlichen Wühler im Schutte der
und bildet mit diesen zusammen gleichsam das süd- orzeit zu stärken und für den Verlust der Hautliche
Pivot einer sehr bedeutenden Fundlinie, welche ragmente, welche sie sich an den ungewohnten Grabsich
vom Hochrande des Donaubettes über Gross- verkzeugen abrieben, zu entschädigen,
Weikersdorf, Röschitz, Roggendorf, Pulkau u. s. w. Der Inhalt dieser Grube war aber der aufgewendeten
nach Norden zieht. Mühe werth. Vier ganze oder nur wenig defecte Thon-Der
-prähistorische Fundort Hippersdorf hat in der zefässe konnten aus demselben restaurirt werden; sie
Literatur noch keine Beschreibung aufzuweisen; doch rwiesen sich als ganz specifische Typen der an diesem
besitzt die Sammlung des k, k. Hofmuseums die Aus- Drte üblichen, keineswegs einförmigen und zum Theil
veute einiger früherer Versuchsgrabungen Herrn SpöTTL’s, echt geschmackvollen Keramik. Ein besonders werth-Dazu
kam nun ausser dem Bilde, welches die Theil- olles Stück befand sich unter den zahlreichen Thonnehmer
durch Autopsie gewannen, das Ergebniss einiger zefässfragmenten; es gehörte zu einer 7 cm hohen,
casch improvisirter Grabversuche an den Abhängen der lickwandigen und grobgeformten gelblichen Schale,
beiden Hausberge, An dem kleineren Hausberg war es welche innen und aussen mit breiten rothen Farb-3>ine
inmitten der senkrechten, hellgelben Lösswand trichen, die aussen einen eigenthümlichen Zickzackdeutlich
abgegrenzte, mit dunklerem Schutt gefüllte äander bilden, verziert war, Mit weisser und rother
flaschenförmige Vertiefung, welche zu diesem Unter- "arbe verziert gewesene Schalen kamen ausserdem in
nehmen reizte. Das Ausstechen derselben — eines alten nehreren Bruchstücken vor. Die Aufzählung und ge-Vorrathsraumes
— ergab nebst zahlreichen Säuge- 1auere Beschreibung der übrigen Funde behalten wir
thierknochen und Gefässfragmenten den Fund eines »nem späteren Berichte vor, da dieser interessanten
ganzen 3 cm hohen, 7 cm breiten Thonschälchens. Localität demnächst eine gründlichere Untersuchung zu
Aus einer Erdwelle (einem alten Schutthaufen ?) neben Theil werden soll,
dem grossen Hausberg kamen ebenfalls viele Thierreste Während an diesem Punkte — einem Ziel, wie es für
und Thonscherben von grösserem, aussen absichtlich lie Zwecke unserer Recognoseirung nicht günstiger gegerauchtem
und kleinerem, feingeglättetem, schwarzem lacht werden konnte — die Stunden verrannen und Alles
Geschirr zu Tage. Mitten unter dem zerschlagenen, heils in emsiger Arbeit, theils in gespannter Erwartung
ungedrehten Geschirr lagen aber auch Fragmente alter ım die von zwei Seiten zugleich fallende Erdbedeckung
Drehscheibengefässe, die in der Ackerkrume überall er gedachten Fundschichte versammelt war, wurde
neben jenem vorkommen und eine ziemlich ausgedehnte on einigen Herren der 10 Minuten weiter südlich
Ansiedlung in späterer (römischer oder kurznachrömi- licht an der Strecke der Franz Josefs-Bahn gelegene
scher) Zeit bezeugen. Von einem Theile der Gesellschaft mposante Tumulus besucht, der auf der Westseite mit
wurde auch ein ganz in der Nähe liegender Erdstall mit .inem tiefen Graben versehen ist. Leider musste wegen des
allerdings sehr wenig einladendem Schlupfloche am »lötzlich eingetretenen schlechten Wetters, sowie wegen
steil abfallenden Rande eines Weinberges besucht. ler vorgerückten Stunde der projectirte Besuch des nörd-In
den ersten Nachmittagsstunden führte eine An- ich von Weikersdorf gelegenen Vamberges (Meisenberg),
zahl bereitstehender Wagen die Theilnehmer im freund- siner interessanten prähistorischen Fundstelle, unterlichen
Thale des Schmida-Baches nordwärts nach Gross- leiben. In bester Stimmung und hoch befriedigt von
Weikersdorf, dem reicheren und bekannteren Fund- Iiem Gesehenen wurde dann die Rückfahrt nach Wien
orte, von welchem schon von einer Reihe von Jahren angetreten.
“Redactions-Comite: Fr. R, v. Hauer, M. Much, F. Wüller, S, Wahrmann, A, Weisbach und J. Woldrich. a
Redacteur: Franz Heger.