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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 8=18.1888

74].

Tokyo: Anthropological Society.
— 1% Literature College Imp. University of Japan.
Toronto: Canadian Institute.
Trient: Biblioteca e Museo comunali di Trento.
Trier: Gesellschaft für nützliche Forschungen,
Tübingen: Der Naturforscher.
Turin: „Cosmos“,
Washington: Smithsonian Institution.
— z United States Geological Survey.
— z Anthropological Society.
Wien: K. k. Centralcommission zur Erforschung und Erhaltung
 der Kunst- und historischen Denkmale.
: K. k. geographische Gesellschaft.
: K. k. geologische Reichsanstalt.
z Verein für Landeskunde von Niederösterreich.
— z Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse,

— 3 Wissenschaftlicher Club.
Worms: Alterthumsverein.
Yokohama: Asitiac Society of Japan.
Zürich: Gesellschaft für vaterländische Alterthümer.

Execursion

der Anthropologischen Gesellschaft nach Hippersdorf
 und Gross-Weikersdorf

zum Besuche verschiedener urgeschichtlicher
Fundplätze und Bauwerke, ausgeführt am
17. Juni 1888 unter der Führung des Herrn
IGnAz SpöTTL.
Bericht von Dr. Moriz Hoernes,
Schon während des vorjährigen Ausfluges der Anthropologischen
 Gesellschaft zu den „Erdställen“ von
Gösing und Hohenwart übten die „Hausberge“ von
Hippersdorf und Gross-Weikersdorf, welche den Theil.
nehmern von unserem kundigen Führer, Herrn SpöTT_L,
unterwegs gezeigt wurden, ihre Anziehungskraft, der
wir jedoch erst in diesem Jahre corporativ Folge leisten
konnten, In der That bilden diese compacten, oberirdischen
 Bauwerke mit den sich anschliessenden Fundstellen
 einen vollkommenen Gegensatz zu den subterranen
Lösslabyrinthen, mit welchem sie auf einem Gebiet, oft
in der Entfernung von nur wenigen Schritten, vereinigt
sind. Räthselhaft sind sie beide, Aber während die
letzteren Anlagen den Besucher in den Schooss der Erdrinde
 hinabführen, leiten die anderen seinen Schritt
empor zu freien aussichtsreichen Anhöhen. Jene sind
in ihren Grundplänen complicirt; diese können dagegen
gar nicht einfacher gedacht werden. Dafür sind jene
hinwider äusserst fundarm und daher für unsere Betrachtung
 schlechthin zeitlos, diese dagegen durch
zahlreiche, wenn auch meist nur unscheinbare Ueberreste
 als Denkmäler einer bestimmten und. — soweit
die erhaltenen Spuren leiten — schon ziemlich gut
3rforschten Epoche charakterisirt. Wenn sich daher die
Theilnehmer an der vorjährigen Exeursion als Förderer

ınd Freunde der Anthropologie im weiteren Sinne be-‚«rachten
 mussten, welchen nihil humani alienum est,
wenn es nur von einer bestimmten Eigenart des Menschen
zeugt, so sind wir in diesem Jahre oder genauer gesprochen:
 an diesem Excursionstage speciell als Urgeschichtsforscher
 aufgetreten, wie dies innerhalb so enger
Zeitgrenzen nur in der grössten Nähe unseres Wohnsitzes
 und unter der Führung eines so bewährten
Kenners der bezüglichen Localitäten, wie Herrn SröTTL,
nöglich war.
Dürfen wir die beiden gegensätzlichen Erscheinnngen,
7on welchen wir eben sprachen, unter einem gemein-3amen
 anthropologischen Gesichtspunkt zusammenfassen,
30 ist es vielleicht der: dass die Anwendung
zewisser architektonischer Elemente unter
zünstigen Terrainverhältnissen in der Menschennatur
 selbst begründet ist. Und ferner:
lass diese Elemente einer primitiven Bauzunst
 in der Nachahmung der Natur selbst
wurzeln, welche unter noch günstigeren
Terrainverhältnissen gewisse Vorbilder
schafft und so den unsteten Urmenschen für seine
Mission erzieht und vorbereitet, Solche Elemente sind:
ler Höhlenbau und der künstliche Erdaufwurf,
 Wir sprechen hier natürlich nicht von einer
;o weit vorgeschrittenen Erscheinung, wie sie die sog,
‚Erdställe“ zeigen, sondern von dem, was ihrem Baue
7orangegangen sein muss und a priori vorausgesetzt
werden darf, von der Aniage schützender Unterkünfte,
Die heutigen Erdställe‘ sind zum Theile vielleicht nichts
ınderes, als Vorraths-, eventuell auch Zufluchtsräume,
welche man im Hintergrunde oder in Verbindung mit
zrösseren offenen Wohnräumen, deren deckende Wölbung
längst eingestürzt ist, angelegt hat. Diese letzteren aber
;tehen einer Bevölkerung wohl an, welche in anderen
Nohnsitzen den Werth‘ der natürlichen Höhle als Beı1ausung
 kennen gelernt hat. Und ebenso dürfte es
ich mit den sog. „Hausbergen“ verhalten,
Auch hinter dieser Erscheinung nackter, symmetrischer,
 gleichmässig geböschter Hügel, welche von Menschenhänden
 aufgeschüttet oder wenigstens zugeschnitten
wurden, vermuthen wir die Bildkraft der Natur als
uehrmeisterin, Es lässt sich ja wohl denken, dass die
aeolithische Bevölkerung der Gegenden, in welchen wir
nıeute diese Erdbauten antreffen, ihre Sitten und Ge-»räuche,
 ihre Wohnart und ihre religiösen Anschauungen
ınter einem Himmelsstriche ausgebildet haben, wo solche
fuppen und Terrassen von Natur aus häufiger vorcamen,
 wo sie aus einem Inventarstück der nächsten
imgebung zu einem Bedürfniss der betreffenden Aniedlung
 vorrückten, Wenn diese Ansiedler dann ein
ıeues Gebiet bezogen, war es begreiflich, dass sie nach
‘unkten aussahen, die ihnen dieselben Bedingungen
zewährten, wo sie in gewohnter Weise entweder den
zxöttern opfern oder nach den Feinden spähen konnten,
Auf diese Weise wäre es erklärlich, dass sie den gewählten
 günstigen Punkten jene Form gaben, die ihnen
aus der fernen Heimat her geläufig war, an die sie
vielleicht mit ihren Vorstellungen und vermeintlichen
Bedürfnissen gebunden waren, So kann man sich die
            
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