'89]
ist auch beim sechsten Meter eingestürzt, so dass an
ain weiteres Vordringen nicht zu denken war. Dieses
Loch geht nicht in gerader, sondern in einer Zickzacklinie
in der Richtung von Süden nach Norden, ist spitzbogenförmig
gegraben und hat auf jeder Seite kleine
Nischen, je 2m von einander entfernt, deren Seitenwände
verrusst sind und man an ihnen die Spuren von
Lichtflammen deutlich erkennt. Diese Nischen sind nur
2 dm breit, 1'5 dm hoch und 1 dm tief. Entdeckt
wurden alle diese Löcher durch Zufall, indem entweder
eine Mauer, ein Baum, ein Rind oder ein Wagen in
eine plötzlich entstandene Senkung fiel. Vom Ursprung
dieser Gänge, worin man nur auf allen Vieren oder
höchstens kauernd, zuweilen aber auch nur am Bauche
liegend, sich fortbewegen kann, weiss das Volk nichts.
Einige erzählen, dass es Verstecke aus der Zeit der
Tartaren oder Schweden seien, Andere ‚wieder, die es
von den Urgrossvätern gehört haben sollen, dass sich
in diesen Löchern die Mährischen Brüder, die im nahen
Zeravic ihren Mittelpunkt hatten, verborgen hielten.
Für einen Aufenthalt scheinen diese Gänge doch
nicht gegraben worden zu sein, denn sie sind zu
schmal und zu niedrig. Da aber die Leute sagen, dass
sie sich weiter erbreitern und zu geräumigen Gängen
würden, die alle in einer Richtung gingen, als ob sie
zu einem gemeinschaftlichen Mittelpunkt zielen, so dürfte
man annehmen, dass dies Zugänge zu einem grösseren
„nterirdischen Verstecke waren.
Dieses erste Loch ist unter den Stallungen des
FranA und der Zugang mit Holz und Erde verstopft.
Ein zweites, aber gänzlich verschüttetes Loch ist
im Keller eines gewissen SıurxaA, und ein drittes ist
mit Reisig und Spreu verschüttet bei der Scheuer
3zines trunkseligen Bauern.
Vielleicht gibt es noch mehrere solcher Löcher in
Syrovin, aber die Leute sind unglaublich misstrauisch,
Das Dorf Syrovin, ehemals Surowin, gehörte seit
ältesten Zeiten (13. Jhrdt.) zum Burgbanne von Bisenz.
Die Gegend hat in der Ebene vorherrschend Sandboden,
die Anhöhen aber zum Theil reichen Lehmboden, Der
Grossgrundbesitz ist gegenwärtig im Eigenthume der
GRÄFIN VON REIcHENBACH-LEssENıTZ als Herrin des Allodes
Bisenz.
2. Stäbrnic unweit Buchlau.
In diesem Dorfe sollen sich auch unterirdische
Erdställe vorfinden, welche bisher noch nicht durchforscht
wurden.
3. RoZna nächst Pernstein.
Der Ort RoZna, bekannt durch den schönen Lepidolith,
welcher auf dem Berge Hradisko vorkommt, an
dessen Fusse im Thale las Dorf sich ausbreitet, gehörte
im 14. Jhrdt. zur Burg Zuberstein und mit ihr
len Pernsteinen. Jetzt ist der Grossgrund ein Besitz
des gräfliehen Hauses MırtrrowskKy, zur Herrschaft
Pernstein einverleibt.
Gelegentlich einer im Jahre 1883 vorgenommenen
Grabung eines Brunnens beim Haus Nr. 18 stiessen
die Arbeiter in einer Tiefe von 8m auf einen unterrdischen
Gang, an dessen Ende sich ein aus Lehm
usgehöhltes Gemach mit Sitzen für 8 Personen beindet,
Dieses Gemach hat eine Höhe (bis zur Wölbung)
ron 19m, ist 2‘3m lang und 1:4 m breit. Vom Brunnen
‚iehen sich an 3 m lange Durchgänge. Solcher Gänge
sind in der Gemeinde mehrere, die aber bereits verschüttet
sind, daher sich Niemand hineinwagt, auch
oeim Untersuchen das Licht nicht brennen will. Die
Leute glauben, dass diese im Lehmboden ausgeschaufelten
‚Lochy“ in Verbindung mit dem Berge stehen, auf
lem sich ehemals eine Burg (?) befand, (Aus einer
\littheilung des dortigen Gemeindevorstehers.)
4. Wrahowitz bei Prossnitz.
In dem überackerten Feldgarten des Landwirthes
. Kovkın zu Wrahowitz bei Prossnitz in Mähren,
‚eigte sich im Monate Juli 1887 nach einem grossen
zewitter mit Wolkenbruch auf einer Ackerfurche eine
‚irca 20 cm im Durchmesser habende Oeffnung, welche
ınter der Humusschichte mit einem flachen Steine beleckt
war. Bei näherer Besichtigung dieser Oeffnung
vard man gewahr, dass selbe circa 6m tief und in
jer Höhe von fast 2m vom Boden (im Durchmesser),
1och grösser sein möge.
Einige wissbegierige Ortsinsassen, namentlich aber
Jen Besitzer Koukın und seinen Nachbar, den Wirth
Y. NEpfLnık interessirte dies so sehr, dass sie einen
lingang von der Seite aus in die unterirdische Höhlung
‚usgruben. Durch diesen neuen Eingang gelangten sie
ıun in einen viereckigen Raum, welcher circa 250 m
ang, 2m breit, 2m hoch und oben abgerundet ist,
Inten (im Raume), u. zw. in der rechten Wandseite,
jefindet sich eine 1:50 m lange, 60 cm breite und
70 cm hohe, oval ausgehöhlte Erweiterung, die zu einem
ihnlichen Raume (Gemache) führt, aus dem linker Hand
wieder ein circa 65 cm breiter und ca. 1‘50 m hoher
ang sich zieht.
In einer Entfernung von 3 m theilt sich derselbe
n zwei neuerliche Gänge. Der linke ist 7m lang und
‘ührt zu einem wie oben beschriebenen Raum, währendlem
der rechte, beiläufig in 10 m Entfernung, sich
‚benfalls in zwei Gangtheile, den früheren gleichartige,
heilt.
Der rechtsseitige Gang, 2 m in der Länge, führt
n eine wie vorn bezeichnete Räumlichkeit, dagegen
Jer linksseitige Gang in einer Weite von circa 4 m
Zugänglichkeit, u. zw. in gerader Richtung zum ur-‚prünglich
ersten Raume einmündet, ist aber in einer
Intfernung von circa 9m durch das Eindringen des
legenwassers, welches sich vom obern Gangloche hierıer
jahrelang ergoss, gänzlich verschlemmt, ja selbst
n den verschiedenen Gängen und Räumen liegt der
Schlamm an 30 bis 60cm auf,
Die Gänge und Räume sind sämmtlich im gelben
‚ehm ausgehöhlt und vollkommen erhalten, so dass
nan noch die Schaufelzüge oder Striche der ursprüngichen
Arbeit daran genau ersieht, In jedem Raume
Gemach), dessen Wände sich oben abrunden, also die
Jecke bilden, befindet sich in der Mitte ein 16 cm im
Jurchmesser habendes Luftloch, das zur Oberfläche der