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geben, da meine Träger aus Furcht Miene machten,
mein Gepäck niederzulegen und auszureissen,
Bei Ereignissen von Wichtigkeit: Missernten, Anzriffen
durch feindliche Nachbarn, Epidemien (Blattern,
"jeber, Brechdurchfall) versammelt sich die Rancherie
unter dem Anitobaume, schlachtet Carabaos, Schweine,
Hunde, Hühner und veranstaltet ein grosses Essen.
An die Aeste des Baumes werden Blätter von Cocos
und Bonga gehangen, welche mit Basi besprengt
werden; ebenso werden in die Aeste des Baumes
Cocosschalen mit Speise und Trank gesetzt. Dabei
wird unter monotonen Gesängen ein mehrmaliger Rundgang
um den Baum gehalten, worauf die in Aussicht
genommenen Vorräthe‘ von Speisen und Getränken
Fig. 56. Anitofigur der Quianganen,
schnell aufgezehrt werden; nach dem nimmt sich
Jeder einige der an den Aesten aufgehangenen Palmenolätter
mit und befestigt sie unter dem überstehenden
Theile seines Daches. Findet die Festlichkeit
wegen feindlicher Nachbarn statt, so wird je ein
Stückchen dieser Blätter an Bolo und Lanze befestigt.
Hat dieses Anitofest. nicht den erwünschten
Erfolg, so wird es nach sechs Tagen wiederholt, bis
der Erfolg eintritt.
Ein höchst wunderlicher Brauch ist der folgende:
Hat ein wohlhabender Quiangane den Wunsch, in die
Aristokratie der Rancherie, aus der sich die Häuptınge
recrutiren, aufgenommen zu werden, so fordert
;r auf seine Kosten sämmtliche männlichen Individuen
uf, mit ihm im Walde einen möglichst grossen
jaum zu fällen; aus dem stärksten unteren Theile
lesselben wird eine Art Bank dargestellt, an deren
jeiden Enden zwei grosse Schweinsköpfe herauszearbeitet
sind. Dieselbe hat die Form von Fig. 57
and ist bis fünf Meter lang, bei einem Meter Durchnesser.
Da nur mit Bolo gearbeitet wird, dauert
liese Arbeit mehrere Monate; der Auftraggeber muss
während der ganzen Zeit die arbeitenden Genossen
nit Essen und Trinken bewirthen. Ist die Bank
“ertig, so wird sie nach und nach in die Rancherie
zeschafft und unten am Hause des Bestellers aufzestellt;
ist dies geschehen, so muss derselbe der
zesammten Rancherie ein grosses Fest geben und
ıst damit in die Aristokratie — also nur Geldaristoxratie
— aufgenommen. Da dies natürlich das
Bestreben Sämmtlicher ist, so wenden viele ihr gesammtes
Hab und Gut daran, um sich in Besitz
einer solchen Schweinebank zu setzen, und in Folge
dessen habe ich in manchen Rancherien unter jedem
Hause eine derartige Bank, unter manchen sogar
zwei, gesehen, Ueberdies hat die Bank, je weiter sie
hergeholt ist, einen um so höheren Werth. Der
Besitzer ist verpflichtet, so viel Carabaos bei dem
Teste zu schlachten, als die Bank Tage brauchte,
bis zu seinem Hause zu gelangen.
Streitigkeiten werden durch die Aeltesten der
Rancherien abgeurtheilt und geschlichtet, Krankheiten
werden geheilt durch Auferlegen von Canjao (Festen)
für den Anito. Die Todten werden in tiefe gerade
‚Öcher, die man wagrecht in den Berg gräbt, der
Länge nach geschoben; Waffen und Schmuck werden
nitgegeben, ebenso eine Büchse mit Buyo (Betel),
Pabak und Reis. Der Cadaver wird nicht wochenang
ausgestellt, wie das bei den Igorroten u. A.
Tode ist; in der Regel wird er schon am dritten
"age beigesetzt. Das Loch wird dann mit Steinen
gesetzt, damit nicht Hunde oder Schweine den
‚eichnam ausscharren und verzehren; über die Steine
vird Erdreich gethan, welches sich bald mit tropiıcher
Vegetation bedeckt und so die Stelle, wo der
"odte ruht, unkenntlich macht.
Zum Feuermachen dient Stahl, Stein und Zunder;
n Ermanglung dessen wird durch zwei Bambus-1älften,
die rechtwinklig gegen einander gerieben
verden, nach der bekannten Manier der Negritos
von mir in der Berliner „Zeitschrift für Ethnologie“
880, S. 143, ausführlich beschrieben) Feuer gemacht.