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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 8=18.1888

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2 grosse gelbe Perlen (Taf, VI, Fig. 22, Wg., Dm. 2‘C cm)
mit 2 Reihen dunkelblauer, durch weisse Spiralen ausgefüllter
 Augen und einer, diese Reihen theilenden, peripherischen
 Kerbe.

F. Zerstreute Funde.
Hier‘ werden jene, zumeist der Sammlung Wg.
angehörigen Objecte aufgezählt, von welchen keine
vestimmten Fundangaben vorliegen, und welche auch
nach dem hinlänglich constatirten Charakter der
durch systematische Ausgrabungen untersuchten
Gräberfelder aus keiner dieser Nekropolen zu stammen
scheinen. Drei dieser Stücke sind älter, (einige, zumal
 die sub 15 angeführten Thongefässe, vielleicht
gleichzeitig), die Mehrzahl aber entschieden jünger,
als die Hauptmasse der prähistorischen Funde. Im
Zusammenhang mit dem Vorkommen römischer Thongefässfragmente
 auf dem Mackovc und dem auch
sonst bezeugten Fortbestehen prähistorischer Ansiedlungsplätze
 in geschichtlicher Zeit verdient auch
diese spätere Hinterlassenschaft eine gewisse Beachtung,
 wenngleich die Provenienz derselben keineswegs
 ausser allem Zweifel steht.
ı. Steinhammerbeil aus Quarzit (Hm.), vordere
Hälfte 8:5 cm lang, 5:4 breit, 5:6 hoch, nur oberflächlich geglättet,
 aber gut geformt (mit schwach concaven Schmal.
Aächen).
2. Bronzepalstab mit offenen Schaftlappen, schönes,
wohlerhaltenes Stück; 20:3 cm lang, Schneide 5, Mittelkörper
3:2, oberes Ende 4 cm breit, ober den 3‘2 cm breiten Schaftlappen
 1, unter denselben 1‘2 cm stark; Form gleich den in
diesen Mittheilungen Bd. XV, 1885, Taf. II, Fig. 20—22 abgebildeten
 Stücken, welche dadurch charakterisirt ist, dass
die Schaftlappen auf das zweite Viertel der Beillänge (von
oben) beschränkt sind.
3. Bronzelanzenspitze, stark beschädigt; es fehlt
die ganze Dülle, doch greift der Hohlraum derselben innerhalb
 der starken Mittelrippe noch 2:7 cm in’s Blatt hinauf;
3 cm lang,
4. Thonring (Untersatz, Hm.), kreisrund, Dm. aussen
10:4, innen 5 cm, H. 31 cm mit Brandspuren an der Ober-Aäche.

5. Gussform aus feinem Sandstein (s. die nebenstehende
Fig. 54 in ?/;, Hm.) in Gestalt einer 2:22 cm dicken, kreisrunden
 Scheibe, von (oben) 72 bis (unten) 75cm Dm,, an
deren Oberfläche zwei concentrische Ringe von 25 und
42 cm Dm., der grössere mit sechs symmetrisch angebrachten
perlförmigen Erhebungen am Aussenrande flach eingeschnitten
sind. Ein Gussloch führt von der höheren Randstelle der
Scheibe zu den Ringen, die durch vier flache Einkerbungen
radial verbunden sind,
6. Eiserne Beilklinge, Mittelform zwischen Kelt und
Palstab mit einseitigen, bis auf 1 cm Distanz zu einer offenen
Dülle zusammengebogenen Schaftlappen, welche vom oberen
Ende bis zur Mitte des Beilkörpers abschmalend herabreichen,
 Länge 145 cm, Breite der Schneide 5:7 cm, der
offenen Dülle 3‘7 cm. (Eine charakteristische La Tene-Form,

us Marin selbst abgebildet bei KzLLer, Pfahlbauten. VI. Ber.,
Taf. XII, Fig. 8 u. f.)
7. Eisenmesser (Taf, VI, Fig. 25, Hm.), gerade und
schmal, 18:3 (davon der Griff 10) cm lang, Spitze abgebro-;hen,
 Griffzunge ca. 1:5 cm breit, die stark abgenützte Klinge
verläuft von 1'2 cm unterer Breite constant abschmalend zur
Spitze. Die hölzerne Griffschale war mit vier Bronzenieten
ın der Zunge befestigt, welche oben noch ein ovales, conrexes
 Bronzeblechscheibchen und unten eine Bronzeleiste als
\bschluss gegen die Klinge aufweist.
8. Eisenmesser, 24 (davon die Griffzunge 8) cm lang,
nit 3 dicken Eisennägeln zur Befestigung der Griffschale.
Die Schneide ist sehr sanft nach auswärts gekrümmt, der
lücken in einem ziemlich starken, stumpfen Winkel gejogen;
 so erhält die am unteren Ende 21 cm breite Klinge
n der Mitte eine Breite von 3:8 cm.
9. Eisenbeil, Breitaxt aus später („merovingischer“)
Zeit, von der oblongen, 9:2 cm langen, 2:6 cm breiten, an
len unteren Enden gezähnten Hammerfläche, bis zur Schneide
i4 cm lang, die letztere 18 cm breit, zum Schaft schwach
;onvergent und stark nach rückwärts verlaufend. Solche
\exte sind bei Linnenschmrr, A, u. h. V., Bd. I, Heft II, Taf. 7,
zus fränkischen und alemannischen Gräbern abgebildet, kommen

ıg, Ha

edoch, wie mir noch von einem zweiten Fundorte im Küsten-'ande
 bekannt ist, auch in den Ostalpen vor.
10. Eisenbeil, Schmalaxt aus derselben Zeit, 13 cm
lang, Schneide 5‘5 cm breit, mit einer über den Axtkörper
beiderseits etwas verlängerten Schafthülse und einem kurzen
lammer oberhalb derselben.
11. Lanzenspitzen, römisch oder germanisch, 3 Stück,
aines 22 (davon die unten abgebrochene, sehr breite Dülle
55) cm lang, mit ganz flacher Mittelkante; das zweite 135
davon die Dülle 65) cm lang, gleich der in LinDENSCHMIT’S
A. u. h, V., Bd. I, H, 12, Taf. 4, Fig. 7 abgebildeten römischen;
 das dritte 12 (davon die unten abgebrochene Dülle
3) cm lang mit sehr kurzem herzförmigem Blatt.
12. Wurfspeer- und Pfeilspitzen 4 Stück; das erste
zus ganz fraglicher Zeit, 12 cm lang, mit sehr schlecht geormter
 Dülle, hat ein messerartiges, nur an einer Seite geschärftes
 Blatt; das zweite, 113 cm lang, ist unten abgebro-;hen
 und besteht aus einem dreieckigen Blatte und einem
schraubenförmig gedrehten Dorn. Nach Analogie der Stücke,
welche Linnenscamit 1. c, Bd. II, H. 9, Taf. 5, Fig. 4, 8, 13 aus
'ränkischen Gräbern abbildet, ging dieser Dorn erst in die
igentliche Dülle über. Das dritte ist eine vierkantige römische
>feilspitze, 3 cm lang, mit 45 cm langer Dülle (vgl. LınypenıonMıT
 l.c, Bd, I, Heft 11, Taf. 4). Das vierte, seltsamste, hat
äine 10 cm lange Dülle und eine vollkommen pyramidale,
+1 cm lange Spitze, mit 2:4 cm breiter Basis.
            
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