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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 8=18.1888

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der antik-classischen Kunstübung. Ein vollkommen
analoges Beispiel ist mir nicht bekannt. Zunächst
würde man Aehnliches auf Gemmen oder Ringpasten
zu suchen haben. Im k. k. Münz- und Antiken-Cabinet
 befindet sich ein solcher Stein mit den gegeneinander
 gekehrten Köpfchen des Severus Alexander
und der Julia Mammäa, Viel häufiger scheint diese
wenig ansprechende Art des Vereines zweier Bildnisse
 auf Medaillons der römischen Kaiserzeit zu
sein. Bei Frönner (Les Medaillons de l’empire Romain)
Äänden wir so dargestellt: Marc Aurel und Lucius
Verus (S. 87), Marc Aurel und Commodus (S. 113),
Crispina und Commodus (S. 147), am häufigsten
aber, wie auf der obgedachten Gemme, Severus
Alexander und Julia Mammäa (S. 171 ff.), die beiden
Philippe (S. 193 ff., hier auch öfter 2 capita jugata
gegenüber einem einzelnen), ferner Trebonianus Gallus
und Volusianus (S. 206 ff.), Valerian und Gallien
(S. 211), Salonina und Gallien (S. 220). Diese Darstellungsweise
 scheint also der römischen Kaiserzeit
anzugehören, und mir ist kein Stück bekannt, welches
 dagegen spräche, dass sie derselben ausschliesslich
 eigenthümlich war. Da capita jJugata daneben
viel weniger häufig vorkommen, kann man von
einer gewissen Vorliebe für jene Schema sprechen.
Wenn somit auch unser Bronzering wahrscheinlich
derselben Periode angehört, so ist dieser Fund
gerade deshalb für die Zeitbestimmung der Grabfelder
 von St. Michael ohne Belang, umsomehr, als
keine nähere Fundangabe über denselben vorliegt,
e) Bronzekettchen (einige Fragmente), deren Drahtglieder
 aus doppelten Ringelchen von 1 cm Dm. bestehen; ein
zweites hatte einfache stärkere Glieder von 14 cm Dm.
f) Fragmente diverser Objecte: einer Schmucknadel
 mit sphärischem, 1 cm breitem Knopf, eines zweimal
durchbohrten unförmlichen Anhängsels (?), eines flachen
‚Ohr-?) Rings von 5'5 cm Dm, u, dgl. Ein 4:5 cm langes
und breites Stück Kupferbarren dürfte wohl ausserhalb der
Gräber gefunden worden sein,
2. Perlen.
a) von Bronze (1 Stück), bikonisch, Dm. 1‘7 cm, der
Bohrung 6 mm, H. 1‘°1 cm.
6) von Bernstein (1 Stück) flach-kugelig, Form und
Dm. nicht mehr genau zu erkennen, H. 1:6 cm. *
c) aus Glas (bei 100 theils ganze, theils durch Bruch
oder Brand theilweise zerstörte) von den verschiedensten
Grössen, Formen und Farben. In der Grösse schwanken sie
zwischen 3 mm und 2°5 cm Breitendurchmesser, in der Form
von. kleinen, flachen Ringelchen bis zu grossen, ei- oder apfelförmigen
 Stücken und von ganz glatten oder meridional gekerbten,
 einfärbigen zu solchen, die mit flachen oder vortretenden,
 ein- bis zweifärbigen Augen oder auch mit höckerigen
anders gefärbten Ansätzen verziert sind. Als Farbe endlich

ritt an den Perlen Weiss, Licht- und Dunkelblau (meist kleiner
ınd unverziert), Hell- und Dunkelgelb (in zweierlei Grössen
:tets verziert), ein schönes helles Blaagrün (in sehr verichiedenen
 Grössen, stets mit Augen aus concentrischen
veissen und dunkelblauen Ringen verziert (eine gefällige,
namentlich in St. Margarethen sehr häufige Zusammenstellung)
auf; zu den Ring- oder Zickzackverzierungen werden genau
lieselben Farben verwendet. Die concentrischen Ringe (3—4
ıder 6—8) laufen entweder in einfacher oder doppelter
Zeihe äquatorial um die Perlen und sind am häufigsten in
Neiss und Blau auf gelben Stücken angebracht; die Zickzackrerzierung
 erscheint ausschliesslich auf kleineren blauen
Perlen in Weiss oder Hellgelb. Dass diese Perlen, u. zw.
:bensowohl die kleineren als die grösseren, nicht nur an
ichnüren, sondern auch an Bronzeschmucksachen (Nadeln,
"ibeln) zur Verzierung angereiht oder aufgesteckt waren,
zeigen einzelne Stücke, an welchen noch Reste von Bronzestiften
 in der Durchbohrung erhalten sind (eine kleine blaue
ınd eine grössere gelbe mit blauweissen Ringen). Bemerkensverth
 durch seltenere Farben oder Formen erscheinen folzende
 Stücke:
2 weisse Perlen (Dm. 12 mm) mit je 3 gelbbraunen, durch
weisse Innenlinien (Spiralschnörkel) verzierten Augen.
1 halbe gelbbraune Perle (Dm. 17 cm) mit weissem
Zickzackbande.
1 halbe dunkelblaue Perle (Dm, 21 cm) mit concentriıchen
 lichtgelben Kreisen verziert, deren Innenflächen mit
änem lichtblauen Email ausgefüllt sind.
3 kleine Perlchen, ebenso dreifärbig verziert; nur sind
lie Kreislinien nicht gelb, sondern weiss,
1 hellgelbe Perle (Dm. 12 mm) mit 3 blauen Augen, in
welchen weisse Spiralen sehr fein ausgezogen sind.
1 blaugrüne Perle von auffallender Unregelmässigkeit
Taf. VI, Fig. 20, Dm. 25, H. 1:3—1°7 cm) mit schwach vortehenden,
 ebenfalls sehr asymmetrischen blauen und weissen
reisen.
1 lichtblaue Perle (Dm. 12 mm) mit feinen. weissen
Spiralen, deren Windungen mit dunkelblauem Email ausgeüllt
 sind, . .
1 dunkelblaue Perle (Taf. VI, Fig. 21, Wg., Dm. 14 mm),
-ingsumher mit 4 feinen hellgelben, durch Tangenten vervundenen
 Spiralen verziert, |
1 kleine Perle (Dm. 11 mm) in 4 Farben: Grund blau,
Augen blaugrün und weiss, zwischen den letzteren gelbe
Närzchen,
2 längliche Perlen (Dm, 1:5 cm) mit Wärzchen um die
yeiden Durchbohrungsenden, die eine dunkelblau. mit con-‚entrischen
 weissen, von einem gelben Reif eingefassten Rinzeln
 und gelben Wärzchen, die andere (Fragment) gelb mit
weiss-blauen Augen und hellgrünen Wärzchen, (Aehnliche
*ormen, doch in anderen Farben aus Watsch abgebildet bei
)ESCcHMANN und HoczstertrteR 1. c. Taf, XIV, 2.)
1 verkrümmte, schön blaue, flache Perle (Dm. ca. 14,
A, 5 mm) an der Peripherie ringsum mit blauen, weiss ge-‚änderten
 Wärzchen verziert, (Aehnliches in anderen Farben
D. und H. 1. ce).
1 kleines Fragment einer Perle mit lichtgrünem Kern
und gelbem Mantel.
2 Bruchstücke schöner blauer Perlen (Dm. 2:2 cm) mit
zranatapfelförmigen Körpern.
            
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