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mit Sicherheit beziehen könnte !). Was die Literatur
Jarbietet, sind nur vereinzelte Analogien und Andeutungen;
und auch hier kann nicht viel mehr geboten
werden, als eine Anregung zur Ausfüllung
dieser immerhin merkbaren Lücke. Zunächst unterscheidet
man einschneidige gerade und einschneidige
krumme Schwerter. Beiden liegen Messerformen zu
Grunde. Die ersteren finden sich nicht selten in
Gräbern der ersten Eisenzeit in Nordeuropa (Nachweise
bei UnDser S. 522); typisch sind sie namentlich
für die ältere Periode der zweiten Brandgrubengruppe
auf Bornholm. (Vzper, Bornholm, S. 70f,
Fig. 62—70.) Unnser leitet diese Form von dem bekannten
Hallstätter Haumesser ab. (Etudes sur l’äge
de bronze I. S. 151, Anm. 2 und Erstes Auftreten
des Eisens S. 465)?); viel sicherer wurzeln die einschneidigen
krummen Schwerter, zu welchen
die vier Exemplare von St. Michael gehören, in
der bekannten, elegant geschwungenen Messerform
der Bronze- und ersten Eisenzeit. Dieses Messer erreicht
in einem bronzenen Exemplare aus Hallstatt
(SAckEn, Taf. XIX, Fig. 8) die ansehnliche Länge
von 33 cm (die Klinge 25 cm). Von den einschneidigen
eisernen Dolchmessern aus Hallstatt (1. c. S. 34)
zeigt eines (Taf. VI, Fig. 10, über 33, die Klinge
über 24 cm Länge) eine gewisse Aehnlichkeit der
Klinge mit den Schwertern von St. Michael, Allein
Hallstatt lieferte auch ein (wenngleich fragmentirtes)
mit den letzteren vollkommen übereinstimmendes
Exemplar, welches durch die Ausgrabungen der
Anthropologischen Gesellschaft gewonnen wurde und
nebenstehend in !/,-Grösse abgebildet ist (Fig. 51).
Das Bruchstück befindet sich in der prähistorischen
Sammlung des Hofmuseums, misst jetzt nur 27 cm
und war im ganzen Zustand sicherlich doppelt so
1) J. Nave’s Abhandlung über „Die prähistorischen
Schwerter“ (Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte
Bayerns 1885, S. 61 ff.) befasst sich nur mit den geraden
doppelschneidigen Schwertern und behandelt die der Eisenzeit
angehörigen Formen überhaupt sehr kurz.
?) Das „Hallstätter Hackmesser“ (Sacxex, Taf. XIX, Fig. 9)
erscheint als Schlacht- oder Opferwerkzeug häufig auf antiken
Bildwerken (in der Hand Apollo’s, der das Urtheil an Marsyas
vollzieht, auf einem etruskischen Spiegel, GrzmarD 292, in der
Hand des Kalchas bei der Opferung der Iphigenie auf einem
bekannten pompejanischen Wandgemälde u. sonst.). Ueber
die mannigfachen Formen gekrümmter Messer, welche die
Römer kannten und brauchten, belehrt uns die Darstellung
eines Messerschmiedladens auf einem antiken Basrelief (Jaun,
Ber. d. sächs. Gesellsch. d. Wiss. 1861, Taf. IX, 9 u. 9a) und
die Zusammenstellung bei LinvenscaMIt, A, u, h. V., Bd. III,
Heft 3, Taf. IV, Fig, 8—20 (vgl. auch Taf. 5, Fig, 9),
ang; es zeigt an der abgebrochenen Griffzunge noch
teste des Holzgriffes, der bis dicht unter den kanigen
unteren Ansatz der Klinge reichte. Es ist ganz
ıntschieden eine Waffe und von dem bekannten „Haunesser“
in der Form beinahe gegensätzlich verschieden.
(Das letztere ist übrigens bei einer Länge
ron 46 [davon der Griff nur 12] cm, wie sie ein
nir eben vorliegendes, aus späteren Hallstätter Grayungen
stammendes Exemplar zeigt, wohl auch schon
ıls Waffe anzusehen.)
Es ist also eine Hallstätter Form, mit der
wir es hier zu thun haben, und als solche werden
vir sie auch kennen lernen, wenn
vir sie und ihre Verwandten im
Jenkmälervorrath des Alterthums
veiter verfolgen. Blicken wir dabei
merst nach dem Südosten Europas,
Oo soll damit keineswegs über den
ausgang und Fortschritt der geozraphischen
Verbreitung geurtheilt
verden; es ist vielmehr wahrscheinich,
dass man selbstständig an
rerschiedenen Orten, wo das ältere,
ihnliche Bronzemesser Eingang geunden
hatte, zu diesem Schwert-;ypus
gelangte, der denn auch eine
rerschiedene Ausgestaltung zeigt
ndess empfiehlt es sich, die Umschau
bei den griechischen Vaseny»ıldern
mit Kriegs- und Jagdscenen
aus dem V. und IV. Jahrh. v. Chr.)
zu beginnen, weil das Object hier
n seiner Bestimmung klar und in
seiner Form ebenfalls vollkommen
leutlich von dem gewöhnlichen. ge-'aden,
zweischneidigen (lanzettförmigen) Schwert
ınterschieden ist: eine Hiebwaffe, deren Schneide
n der unteren Hälfte nach innen, in der obern nach
aussen geschwungen ist, während der Rücken meist
n einem flachen nach auswärts gekrümmten Bogen
zur Spitze verläuft.
Diese Waffe kennen wir auch aus Italien: Orizinale
aus Tolentino und Präneste, Abbildungen
ı1amentlich auf etruskischen Denkmälern (s. z. B.
Mus. Greg. I 86, 4; Conestabile, Perugia 13; GEr-1ArD,
Etr. Spiegel I 67 ; Mrcauı, Ant. mon, tv. 51 n. 2.);
"erner von der iberischen Halbinsel aus den „Hall-;tätter“
Nekropolen von Almedinilla, Provinz ‚Corlova,
und Alcacer do Sol, Portugal. An ersterem Orte
zxommen sie neben sehr (43—52 cm) langen eisernen