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ausgedehnten Erhebungen schied, lag dem Grad eine
zweite Befestigung gegenüber, deren Wälle auf der
Ost- und Südseite noch theilweise "erhalten sind.
Diese unbedeutende Anhöhe heisst heute Chluberskyvrh.
Ein namhafteres Aussenwerk bildete im Nordwesten
des Grad, circa 600 Schritte von dem Eckpunkte
desselben entfernt, die unregelmässige, theilweise
durch niedere Felswände zu einer natürlichen
Festung. gestaltete Erhebung des Mackove. Die
höchste Stelle dieses Hügels bildet eine fast quadratische
Ebene, die sich zum Standlager einer
kleinen Besatzung und zur Vertheidigung des ganzen
Platzes besser eignete, als der Grad selbst und in
Jliesem Sinne auch nach dem Herrschaftswechsel,
der die eingeborne Bevölkerung unter römische
Botmässigkeit brachte, Benützung gefunden zu haben
scheint.
Die unmittelbaren Dependenzen der Wallburg,
welche durch Funde für die geschichtliche Deutung
derselben wichtig geworden sind, liegen im Norden
und Nordosten des Grad. Es sind dies namentlich
Jer schmale Hügelrücken „Pod Mackovcam“,
welcher in sachter, treppenartiger Erhebung von
Osten zum MaCkove hinaufführt und durch eine
ziemlich tiefe Bodensenkung vom Grad getrennt ist;
dann an den Abhängen des Grad, etwas entfernter
im Norden des Kazul, westlich vom Wege nach
Luegg der schräggeneigte Wiesenplan „Za Pol&no“;
ferner unmittelbar östlich unter dem Kazul auf einer
Vorstufe des Grad die Ackerfläche „Pod Kazulem“;
weiterhin im Norden die Tiefe der von einem Wasserlauf
durchzogenen Einsenkung zwischen dem „Grad“
und „Pod Mackovcam“ und jenseits derselben im
Nordosten eine durch ihre Configuration auffallende
Hügelkuppe, welche nach Süd und West steil ab-‚ällt,
an der ‚andern Seite aber in schwächer geneigtes
Ackerland übergeht.
Wir geben nun zunächst den Fundbericht und
das Verzeichniss der Funde, welche die Stellung der
Wallburg von St. Michael im Kreise der vorgeschicht-‚.ichen
Denkmäler des Ostalpengebietes illustriren.
Die ältesten literarischen Nachrichten über den Okra,
zu denen wir so hinübergeleitet werden, erfordern
ein eigenes Capitel. Doch werden wir sehen, dass
sie sich mit unseren Funden nur wenig berühren,
und dass es auch hier die Arbeit des Spatens ist,
welche uns in den Stand setzt, Bestimmtes über die
vorrömische Cultur dieses Gebietes an der nordöstlichen
Thorschwelle Italiens auszusagen.
II. Fundbericht.
l. Frühere Funde.
Die erste Mittheilung über die Existenz einer
rorgeschichtlichen Wallburg und Gräberfundstätte
ei St. Michael, unweit Adelsberg, erfolgte in CaArı
)esochmanN’s und FerDdinanD von HocHstTETTER’S Beicht
über „Prähistorische Ansiedlungen und Begräbyissstätten
in Krain“, Wien 1879 (XLII. Band der
Jenkschr. der math.-naturw. Classe der k. Akad. der
Vissensch., S. 6 f. und Planskizze des „Grad“ im Masstabe
1:5000). Sie beschränkte sich im Wesentlichen
‚uf eine namentlich durch den beigegebenen Situaionsplan
werthvolle Anregung zur weiteren KEr-‘orschung
der Localität und auf die Angabe der
nannigfachen Funde, welche hier durch Zufall geıoben
wurden und in verschiedene Hände gelangten.
Terr Anton GLosoöxig, damals k. k. Bezirkshauptnann
in Adelsberg, war es, der den Besuch des
7undortes veranlasste und damit zur wissenschaftichen
Untersuchung desselben den ersten Anstoss gab.
Auch darf erwähnt werden, dass auf der Laijacher
Anthropologenversammlung im Jahre 1879
'’s, diese Mitth. Bd. X, S. 28) Cart DEscHMANN auf
Jie Bedeutung des Ortsnamens St. Michael für die
Urgeschichte hinwies, da in Krain überall, wo sich
St. Michaels- (oder St. Margarethen- oder St. Vitus-)
Sirchen befänden, mit Sicherheit auf prähistorische
der römische Ueberreste zu schliessen sel. Professor
W. Neumann (ibid. S. 30) suchte dies dadurch zu
ırklären, dass St. Michael als der kriegerische Erzıngel,
welcher den abtrünnigen Geist aus dem Himmel
stürzt, ein Symbol für den Sieg des Christenthums
*ber das Heidenthum darstelle, und dass aus diesem
runde viele Michaelskirchen an alten heidnischen
Jultstätten errichtet worden seien. Mit dieser specu-‚ativen
Betrachtung war allerdings kein tieferer
Zinblick in das Wesen der prähistorischen Ansiedang
gewonnen.
In den folgenden Jahren erhielt Seine Durchlaucht
7ürer Ersst zu WinvischHerÄtz nach und nach eine
zrössere Anzahl von eigenthümlichen Fundstücken,
welche von einheimischen Arbeitsleuten erbeutet und
um Verkaufe gebracht worden waren. Im Jahre 1882
jesuchte er selbst die Fundstelle und stellte auf
lem Grunde Pod Mackovcam Nachgrabungen an.
\ndere Funde wanderten nach Triest, wo sie von
BARON MorrurGgo u. A. angekauft wurden. Auch
3ARON Morrurgo soll unterm Mackove selbst geyraben
haben.