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worden, seien die erkrankten Familienmitglieder wieder
genesen, Auch nach dem Tode des Vaters will der
Angeklagte erkrankt und erst gesund geworden sein,
als der Kopf des Vaters aus dem Sarge genommen. Die
Zeugen bekundeten, dass der verstorbene v. GOSTOVSKI
vor seinem Tode verlangt habe, man solle seiner Leiche
den Kopf abhauen, da er ein Vampyr sei. Der Gevrichtshof
verneinte das Vorhandensein einer Leichenschändung,
weil die Angeklagten im bedauerlichen
Aberglauben gehandelt und das Bewusstsein der strafbaren
Handlung ihnen gefehlt habe. Der Gerichtshof
nahm groben Unfug an und verurtheilte die Schuldigen
zu kleineren Gefängnissstrafen, Krauss.
5. Brautkauf bei den Bulgaren.
Murabeg bewarb sich drei Jahre um die Hand
Mariens, der Christin. In ihrer Bedrängniss suchte
sie Zuflucht beim Königssohn Markus. Der rieth ihr
an, sie soll einen unmöglichen Kaufschilling heischen,
so werde sie des zudringlichen Türken ledig (Miladinoveci,
in den Blg. nar. p. 1861, Nr. 123, S. 179.)
Posakaj] mu skapa vencanica
venCanica tri bjeli grado’i;
posakaj mu tri rudi planinje,
tri planine so ’se rudi ovci
3 rudi ovcl. so mladi ovCari.
deisch von ihm ein theueres Kranzgeld, als Kranzgeld
lrei weisse Städte, verlang von ihm drei dichte Alpen, drei
\lpen sammt allen krauswolligen Schafen, sammt den kraushaarigen
Schafen, sammt den jungen Schäfern.)
VenCanica erläutert Miladinov, der Sammler,
so: „Das ist das Geld, welches ‘von Seiten des Eidams
lem Vater des. Mädchens bezahlt wird. Auf den Dörfern
jesteht noch der Brauch, dass die Burschen das Geld dem
Vater des Mädchens vor der Trauung erlegen,“
Dass ein thatsächlicher Kauf vorliegt, das geht
aus. einem anderen Volksliede hervor. (Bei Kacanovskij,
im Sborn. blgr. n. p. Stpb. 1882, S. 433,
Nr. 179. V. 16 ff.) Held MiloS frägt seine Mutter:
- Zasto ne Ge8Y da mene oZeni&?
Warum willst du mich nicht beweiben?)
— Prokletüe Marko Kralevicü
nadkupi mi Maru Bjelogradku,
nadkupi Ju i uvodi.
Verflucht sei Prinz Markus, er hat mir die Belgraderin Marie
überboten, hat sie überboten und heimgeführt.)
Kupiti heisst genau: kaufen; nadkupiti überkaufen;
wir sagen aber einen höheren Kaufpreis zahlen
ader überbieten,
Ueber Brautkauf bei den Südslaven überhaupt vgl.
mein Buch „Sitte und Brauch der Südslaven“. Wien
1885, S. 354—379. . Krauss.
Literaturberichte.
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Quatrefages, A. de, Histoire generale des races
humaines. Introduction ä l’6tude des ragces humaines.,
Questions geEnerales, avec 227 gravures
dans le texte, 4 planches et 2 cartes. Paris,
A, Hexsuyer. 1887. 8.
Dieser Band bildet die, den allgemeinen Fragen der
Anthropologie gewidmete Einleitung einer Bibliotheque ethnologique,
welche unter der Direction von QuATrReEFrAGES und
Hamy hiemit zu erscheinen beginnt und in vier weiteren
Bänden die Naturgeschichte der weissen, der gelben, der
schwarzen und. der amerikanischen Rassen enthalten wird,
Die Herausgeber laden alle Fachgenossen und Forschungsceisenden
ein, sie durch Beiträge und Mittheilungen in ihrer
Arbeit zu unterstützen, QuATREFAGES gibt in dem vorliegenden
Bande zunächst eine Charakteristik des menschlichen Geschlechtes
als einer besonderen Provinz innerhalb des Thierreiches
und entwickelt hierauf seine in früheren Schriften
bereits dargelegten Anschauungen über Monogenismus und
Polygenismus, über den Ursprung des Menschen, das Alter
der fossilen und lebenden Menschenrassen, über die Ursitze,
die geographische Verbreitung und Acclimatisation unseres
Seschlechtes. In einem zweiten Theile wird die Classification
ler Rässen versucht, Ein eigenes Capitel ist der Rassen-“ormation
nach Analogie der botanischen und zoologischen
Studien, weitere sind den physischen, intellectuellen, mora-.ischen
und religiösen Rassencharakteren gewidmet, Auch
hier begegnen wir überall den weiter entwickelten und volltändiger
ausgeführten Ideen, welche der Verfasser schon in
rüheren Arbeiten dargelegt und die man hier nicht ohne
lankenswerthe Belehrung in ihrem Zusammenhange überblickt.
Hoernes.
.
Hovelacque, A., et G. Herv6, Preecis d’Anthropologie.
Avec 20 fig, intercal, dans le texte. Paris,
\. DunaHayE et E, LeEcrosxier. 1887. 8.
Die Autoren, welche sich der Schwierigkeit ihres Unter-‚ehmens
wohl bewusst sind, betonen vor Allem die Einheitichkeit
der unendlich verzweigten Studien, in deren Gebiet
je den Leser einführen wollen, Richtiger als in dem ähnlich
jetitelten Werke von A, Ceus (1884) ist hier der umfangeiche
Stoff begrenzt und angeordnet, Im 1. Theile „zo0oloische
Anthropologie“ (S. 1—220) nimmt die anatomische
’arallele zwischen‘ dem Menschen und den nächst ihm am
Öchsten stehenden Primaten den grössten Raum ein, Unter
‚em Titel „ethnische Anthropologie“ (S, 221—-353) sind die