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Die zweite Erscheinung, welche dieselbe Folgerung
gestattet, ist der Umstand, dass den Funden
der nordeuropäischen Steinzeit die Getreide-Beilagen
fehlen. In den Kjökkenmöddingen
Dänemarks, die man mit Recht der Steinzeit
zuschreiben kann, fand sich bisher nicht eine
Spur von Getreidearten ). Auch deutet sonst gar
nichts darauf hin, dass man sich in jenen Gegenden
mit Getreidebau beschäftigt hätte ?). Dagegen zeugen
Jie Fundorte Mitteldeutschlands, der Küstengegenden
der Alpen, die österreichischen und schweizerischen
Pfahlbauten direct für die Thatsache des Getreidebaues
— wenigstens in der jüngeren Neolith-Periode °).
Ungarn liefert geradezu hochinteressante Daten für
die Existenz der prähistorischen Landwirthschaft.
Unter ungarischen Funden sind die Mahlsteine
sehr häufig. — Namentlich fanden sich solche in
Klacsän *), in Beregszäsz unter dem sogenannten Nagy-Rigö-Weingarten
©), in Muzsa] und Kucsava ®), im
1) Lussock: IL c. 224—225. — Tuomassen: Enthüllungen
aus d. Urgesch. pag. 66. — RaAvser: Urgesch. d. Menschen.
I, 143. — Lyreiv: Alter d. Menschengeschlechtes,
pag. 15. .
2) Nızsson meint, dass ackerbautreibende Colonisten —
so scheint es — erst zu Beginn der Bronzezeit in Schonen
einwanderten, zwischen denen und dem dort ansässigen älteren,
wilden Jagdvolke es dann zum Kriege kam. (Das Steinalter,
pag. XI.) Worsai spricht sich etwas unentschiedener
aus, doch so, dass man daraus ganz gut auf die Zustände
der Steinzeit schliessen kann. Seiner Meinung nach konnten
die Urbewohner Dänemarks zur Steinzeit sich um den Ackerbau
kaum viel kümmern. (Dänemarks Vorz. pag. 13.) An
einer andern Stelle sagt er, dass Dänemarks Bewohner in der
jüngern Steinzeit vom Ackerbau wahrscheinlich bereits einige
Kenntniss haben konnten. (Bei Luszocx 1. c. I, 236.) Diese
Behauptung wird am besten durch die Kjökkenmöddinge
desavouirt, deren Neolithzeitigkeit unbezweifelbar ist. Hı.pre-BRAND’S
Vermuthung, dass dem Steinzeitmenschen, so in
Schweden wie in der Schweiz, der Ackerbau nicht unbekannt
war, wird also durch gar nichts unterstützt. Die Steinwerkzeuge
zum Getreidemahlen, welche sich im Kopenhagener und
Stockholmer Museum befinden, gehören ohne Zweifel einer
späteren Zeit an. MonreLrmus hebt auch hervor, dass dergleichen
in den abseits gelegenen Bezirken des Landes auch nach im
Laufe dieses Jahrhunderts gebraucht wurde, dass wir ferner
keinerlei positiven Beweis dafür besitzen, als habe in Skandinavien
zur Steinzeit Ackerbau existirt. (Führer durch d,
Mus, vaterl. Alterth. in Stockholm, 1876, pag. 1 und 3.)
3) Lussocx 1. c. I, 18, 187, 206—207, 224. — K_orrıEıscH:
Die Fortschritte d. Urgesch. VII, 13—15. — Fuseıer:
Kosmos. .V. Jahrg. und Fortschr. d. Urgesch. VIL Jahrg.
pag. 23. — Laemer: Kosmos. VI. Jahrg. XI, 137. — Muvcn:
Mitth. d. Anthr. Ges. in Wien. 1882. XI, 85,
t) Lexoczey: Arch. Ert, I, 80.
5) LexoczKy: Beregmegye monographiäja. I, 79.
») Ebenf. nach Lexoczky’s Aufzeichnungen. Bere g m. I, 83.
Jomitate Bereg, und zwar in dem Abhange
ınterhalb des Kendereske- und Szarka-Berges ; ausserlem
in Munkäcs auf dem „kleinen Berge“ 1; ferner
zu Novaj, Szihalom, Diösgyör in Borsod’); zu
äno6cz in der Zips’); in der Szegeder Gegend bei
)thalom im Comitate Csongräd“*); in Ordas 9),
3omba %), Izsäk”), -Töszeg ®), Puszta Varsäny®) im
Jomitate Pest-Pilis-Solt; in Gesztered im
Jomitate Szaboles!); in Lipek im Comitate
Temes!!); in Algyögy, Nändorvälya und Tordos
m Comitate Hunyad!’); in Kudu im Comi-;att
Szolnok-Doboka!’%); bei dem herrschaftichen
Ziegelofen der Gemeinde Szaboles im Comi-“ate
Baranya, bei Fünfkirchen !‘) ; zu Kis-Terenne
m Comitate Neogräd, auf der nordwestlichen
Seite des Härs-Berges !°); zu Söreg im Comitate
3ömör!%); zu‘ Lucska im Comitate Ung!'); zu
Paulis im Comitate Arad‘®); zu Steinamanger
ınd Kis-Unyom im Comitate Eisenburg‘”); auf
Jem Schlosshügel von Hernäd-Büd, resp. Dobsza im
Comitate Abauj?); in Rojt auf dem Pördomb
im Comitate Bihar*!); zu Czenk im Comi-*ate
Oedenburg in den alten Alluvien des Neu-1)
Lxuoczgy: Beregm. regisegek. Mitgeth, im Arch.
Közl. VII, 157, und Beregm. m, I, 87.
2) Kanpra: Arch. Ert. X, 48, 49. — JouAnn SzEnnREı:
Arch. Ert. Neue Folge. III, 127. — Fornrtmnyr bei Ivonyı:
Xisebb Munkäi I, 540, 545.
3) SpörTL: Prähistorisches aus Ungarn. Mitgeth. in
1]. Mitth. d. Anthr. Ges. in Wien, 1882, XII, 97.
4) LennosspxK: A szeged-öthalmi äsatäsokröl. 1882,
pag. 2—3.
5) Nach meinen Aufzeichnungen.
6) Nach meinen Aufzeichnungen. ;
7) Ironyı: Arch. Közl. II, 288—289.
8) Arch. Ert. X, 197, 280.
7) Derzeit in der Alterthümersammlung des Pressburger
3vang. Lyceums als Geschenk B, Franz Kusıiyyı's,
1) Arch. Ert. V, 148.
11) Nach meinen Aufzeichnungen,
i2) TüocnAs: A, Ert, Neue Folge. II, 106. — Sorge von
Torma: Neolith-kökorszaki telepek Hunyadımm, Erd,
üz. VI, 134, 200. — Die Fortschr. d. Urgesch. 1882,
VII, 12,
8) Soruıg v. Torma: Erd. Müz. VI, 204.
14) Anton Horvirn: Arch. Közl. IX, 55—56.
15) Franz Kusıinyı sen,: Arch. Közl. II, 111.
1) B. Eugen Nyäry: Arch. Ert. VI, 168.
ı7) Arch. Ert. Neue Folge. I, 275.
1) Arch. Ert. IX, 187. ,
19) Lırr: Arch. Ert. VI, 279. Derselbe: Arch. Ert.
Id.
»%) Arch. Ert. II, 94.
1) JomAann Kovics: Arch. Ert. II, 150.