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Die gewöhnlichste Form von Steinäxten (Ira der
Motusprache) an diesem Theile der Südostküste von
Neu-Guinea stellt die beigegebene Abbildung (Fig. 15)
Steinklinge (5) mittelst eines feinen Geflechtes von
gespaltenem Rottang (c) befestigt, zuweilen auch nur
in roherer Weise mit Rottang oder Lianen festgebunden.
Die Klinge ist aus einem festen Gestein
meist Basalt, Kieselschiefer oder dergl.) durch
Schleifen hergestellt. Sie ist mehr oder minder flach,
oreit, an den Seiten abgerundet und hat eine breite
Schärfe, die nicht in der Richtung des Stieles, sondern
juer mit demselben steht. Die Form einer Steinaxt
entspricht daher am meisten einer Schiffszimmermannaxt
und erweist sich als sehr praktisch. Die
Grösse dieser Steinklingen varlirt sehr bedeutend,
lie gewöhnliche hat ca. 15 cm Länge, ca. 10cm Breite
und 18 mm Dicke. Aber es gibt Steinäxte in den verschiedensten
Grössen und Dicken, darunter so schwere,
dass sie mit beiden Händen geführt werden müssen.
Sägen und Bohrer kommen, um dies beiläufig zu
erwähnen, beim Hausbau nicht in Anwendung, wie
arstere überhaupt durchaus fehlen. ;
In Keräpuno findet sich eine andere Art Steinäxte,
die Lachela (Fig. 16), welche in sehr sinn-:eicher
Weise mit einer drehbaren Klinge versehen
ist. Dieselbe steckt in einem besonderen Futter
Fig. 16 b) aus Holz, kann also nach verschiedenen
Richtungen gestellt werden, eine Vorrichtung, die
mir bei eisernen Aexten nicht bekannt ist und für
Jen Erfindungsgeist der Papuas spricht. Diese Lachelas
werden übrigens weniger beim Haus- als Canubau
zerwendet, der in Keräpuno schwunghaft betrieben
wird. In der That erleichtert die Drehbarkeit der
Klinge ganz besonders das Aushöhlen des Canu,
ınd ich sah selbst Leute an dieser Arbeit, welche
zute eiserne Aexte neben sich liegen hatten, Die
von uns mit verächtlichen Augen angesehene Steinıxt
muss also wohl nicht so schlecht sein, wird aber
arst in der geübten Hand des Papua wirkungsvoll.
Cig. 15. Ira, Motu-Steinaxt.
Fig. 16. Lachela, Steinaxt von Keräpuno,
@ Hölzerner Stiel.
h Hölzernes Futter, drehbar.
7 Befestigung aus Rottan.
” » „ für die
? Steinklinge.
dar. Der hölzerne Stiel (@) ist aus einem passenden
knieförmigen Aststück hergestellt und an dieses die
Verzeichniss der Abbildungen.
Fig. 9. Erhabene Schnitzerei.
„ 10. Haus in Maupa.
11. Giebelschilder in Maupa.
12, Deckenverzierung in Maupa.
13. Das Dubu in Tupusel6e.
‚4 (a, b, c) Schnitzereien an Dubus,
15. Motu-Steinaxt (Ira).
16. Lachela, Steinaxt mit drehbarer Klinge von Keräpuno.
Fig. 1. Seitenansicht eines Hauses in Anuapata.
2. Thürborde » * ®
3. Plan des Pfahldorfes Kaire.
' Vorderfront eines Hauses in Kaire.
Seitenansicht eines Hauses in Keräpuno.,
Querschnitt der Basis eines Baumes,
Haus mit Thurmspitze in Keräpuno.
Holzschnitzerei eines Hauses in Keräpuno.