MITTHEILUNGEN
Anthropologischen Gesellschaft in Wien.
(Band XVII. Der neuen Folge VII, Band.)
März 1887.
Nr. 3.
AN N —3üa—m -
INHALT: Jahresversammlung am 8. März 1887. 1. Aufruf der Gesellschaft behufs Beitrittes neuer Mitglieder; S. 25. — 2, Krauss, Das Bauopfer bei
den Südslaven; S. 25. — 3. Szombathy, Die Nekropole von Sta, Lucia im Küstenlande; S. 26. — 4. Spöttl, Kupferaxt mit angegossenem Stiele;
8. 29, — Krauss, „Der Weltverkehr“ von Dr. Michael Geistbeck; S, 30. — 6. Geschenke für die Bibliothek; S. 32,
Ausserordentliche Versammlung am 15. März 1887. Adalbert Graf Dzieduszycki: 1. Die Felsburg zu Bubniska in Galizien; S. 32,
2, Märchen und Mythen bei den Nordslaven: S. 32. — Nachtrag; S. 32.
Monatsversammlung am 8. März 1887.
Vorsitzender: Herr Hofrath Dr, CARL THEODOR VON
[NAMA-STERNEGG.
1. Der Vorsitzende macht die anwesenden Mitglieder
und Gäste auf den vom Präsidium der Gesellschaft
vor einigen Tagen herausgegebenen Aufruf besonders
aufmerksam. Derselbe hat den Zweck, der Gesellschaft
neue Mitglieder zuzuführen und dadurch deren Interessentenkreis
zu erweitern. Der Vorsitzende ersucht die Anwesenden,
durch geeignete Agitation in Freundes- und
Bekanntenkreisen die Zwecke dieses Aufrufes fördern
zu wollen.
In Folge dieses Aufrufes haben bisher 33 Herren
ihren Beitritt zur Gesellschaft angemeldet, und zwar:
6 als unterstützende und 27 als wirkliche Mitglieder,
Die Namen derselben lauten:
a) Unterstützende Mitglieder:
LEOPOLD SCcCHNABL, argentinischer Consul in Wien,
Se, Excellenz Huco Grar ABENSPERG-TRAUN, Sr. Majestät
Oberstjägermeister in Wien,
Se. Excellenz METELL FREIHERR OZEGOVIG DE BARBA-LASEVEGÖ
ET BriaA, k. k. Geheimrath in Hietzing,
LuDwıc LoBMEYR, Commerzialrath in Wien,
Se. Durchlaucht FerDinanDd Fürst KıssKy in Wien,
Dr. Vicror MILLER VON UND ZU AıcHHOLZ in Wien,
b) Wirkliche Mitglieder:
[SıDOR BELLAK, Antiquar in Wien,
Dr. Hans Rırrer von Hzsra, Universitäts-Docent in
Wien,
Dr. Joser KrayATScH, Leiter der n.-ö. Irren-Anstalts-Filiale
in Gugging,
Dr. FeERDINAND HACKENBERG, Hof- und Gerichts-Advocat
in Wien,
Dr. Jo. Jos. NaAnexıvs, kais. Rath in Wien,
Se. Excellenz ALFONs FREIHERR DE PonT-VULLYAMOZ,
k, k. wirkl. Geheimrath in Wien,
Se. Excellenz Dr. Franz ALBERT EDER, Fürsterzbischof
von Salzburg,
Dr. FRANZ ÄAUCHENTHALER, k. k, Leibarzt in Wien,
HeinrıcH MarTToxı, kais, Rath in Wien,
Dr. CHRISTOPH VON HARTUNGEN in Wien,
OAartL BARON DE VAUX, k. k. Oberst in Wien,
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd. XVII. 1887. Sitzungsbericnte
Dr. AıLoıs Hörner, k. k. Professor in Wien,
Jr. RıcHAarD HuEBER, k. k, Hof- und Gerichts-Advocat
in Wien,
OARL TAGLEICHT, k. k. Hofschlosser in Wien,
-EOPOLD SCHRÖTTER, k, k. Universitätsprofessor in Wien,
Ir. Anton HoLLERr, Primararzt der n.-ö. Landes-Irrenanstalt
in Wien,
Ir. SALOMON HaAyzrK in Wien,
\LOIS CzERNY, Bürgerschullehrer in Mährisch-Trübau,
Se, Excellenz AnTon FREIHERR VON SCUDIER, k. k. Feldzeugmeister
in Wien,
Ir. JoAacHIM MARGULIES, praktischer Arzt in Wien,
Ir. JakoB TrEevuLIcH, k, k, Oberstabsarzt in Wien,
\NTON FREIHERR VON LUDWIGSTORFF in Deutsch-Altenburg
a. d, Donau,
Se. Hochwürden UsALD KostTErsitTz, Propst des Stiftes
Klosterneuburg,
Die Anthropologische Section der Gesellschaft
für Physiokratie in Böhmen,
1vcGo PaAvıı, Buchhändler in Wien,
THEODOR DEMmUuTH, Buchhändler in Wien,
Ir. Emm Tıerze, Chef-Geologe an der k, k. geologischen
Reichsanstalt in Wien.
Jedes Mitglied der Gesellschaft wird nochmals drinyend
gebeten, die Zwecke derselben durch Zuführung
ı1euer Mitglieder fördern zu wollen. ;
2. Herr Dr. Friedrich S. Krauss hält einen Vortrag
über
Das Bauopfer bei den Südslaven.
Der Vortragende erklärt mit einigen Worten die
Bedeutung der Opfer im Allgemeinen und den vermeintichen
Zweck der Bauopfer insbesondere. Das Bauopfer
yeruhe anf animistischen Vorstellungen, Man könne es
jei allen Völkern alter und neuer Zeit nachweisen.
Jas Bauopfer bei den Südslaven biete eigentlich keine
ı1euen Anhaltspunkte zur Erklärung der Erscheinung
Jar. Der Vortragende hält es demnach für seine Aufgabe,
lediglich das Vorkommen des Bauopfers bei den
Südslaven des Näheren darzustellen, wobei doch einige
besondere Eigenthümlichkeiten des südslavischen Volksylaubens
sich zeigen,
Der Vortragende erzählt nach eigens von ihm auf
seiner Forschungsreise gepflogenen Erhebungen, wie der