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werden. Der letzte grosse Saal sammt dem daran stossenden
kleineren Saal (9 und 10) enthält, wie schon
erwähnt, die SCHLIEMANN’sche Sammlung,
In dem darüberliegenden Stockwerke (zweite Etage)
beginnt, in derselben Reihenfolge gehend, die ethnographische
Abtheilung mit der Aufstellung der afrikanischen
Sammlungen, welche namentlich in den letzten
Jahren durch die vielen Reisen deutscher Forscher in
Mittel-Afrika ausserordentlich bereichert wurden. Die
nächstfolgenden beiden grossen Säle enthalten die reichen
Sammlungen des Museums aus der Südsee, namentlich
lie grossartige Collection des Herrn Dr. OrrTo FınscH.
An diese schliessen sich im nächsten Saale die überaus
reichen altamerikanischen Sammlungen — in Bezug auf
die alten Culturreiche von Mexiko, Ecuador und Peru
wohl die reichsten der Welt — sowie die grosse amerikanische
Sammlung der jetzt noch lebenden Naturvölker
an, welche namentlich in der reichen Vertretung der
an der Nordwestküste Nordamerikas lebenden Völker
keinen einigermassen nennenswerthen Rivalen kennt.
Diesen finden sich in einem Nebenraume die ebenfalls
sehr reichen Sammlungen der nordasiatischen Völker angeschlossen.
Die Aufstellung dieser Sammlungen, welche
zur Zeit der Einweihung alle schon sichtbar waren,
war nur eine provisorische; an der definitiven Aufstellung
des kolossalen Materials wird dem Vernehmen
nach schon eifrig gearbeitet.
Die Säle der dritten Etage, denen heute noch die
Ainrichtung mit Schaukästen mangelt, sind für die Aufstellung
der ebenso umfangreichen asiatischen Sammungen
(mit Ausnahme der schon erwähnten) bestimmt.
Wohl mögen andere ethnographische Museen in einzelnen
Theilen vollständigere Sammlungen aufzuweisen
ı1aben !); im Grossen und Ganzen enthält aber das
Huseum für Völkerkunde in Berlin heute einstreitig die
eichste ethnographische Sammlung. Es ist
lies das grosse Verdienst des unermüdlichen Schöpfers
les Museums, des Geh, Regierungsrathes und Directors
Ir. ADoLr BastTIAn, welcher durch seine weitreichenden
Terbindungen, die er auf seinen grossen Weltreisen an--nüpfte,
eine dauernde Grundlage für die zukünftige
"ermehrung der Sammlungen geschaffen hat. Mögen in
3älde die grossen Sammlungen jene würdige Aufstellung
inden, welche den Intentionen ihres Schöpfers entpricht,
und der grosse Gedanke desselben, mit welhem
er vor Jahren an das Riesenwerk, das nun seiner
Tollendung entgegengeht, herantrat, zur Verwirklichung
zerden, alle Völker des Erdballes möglichst vollständig
lurch die ihre Culturen und psychischen Eigenthümlichzeiten
repräsentirenden Objecte in dem neuen Museum
vertreten zu sehen.
1) Aus eigener Anschauung hebe ich hier nur folgende
1ervor: London (British Museum) ist entschieden reicher in
einer unvergleichlich grossartigen Vertretung Polynesiens,
owie durch die herrliche keramische Sammlung aus Ostasien ;
>aris (ethnographisches Museum im Trocadero) nähert sich
ım meisten Berlin in der reichen Vertretung der amerikaıischen
‚Alterthümer; hier lassen auch die ethnographischen
jammlungen aus dem nördlichen und westlichen Afrika keinen
7ergleich zu; Leiden ist unzweifelhaft durch die excellente
"ertretung des ostindischen Archipels, sowie Japans (erste
sammlung SızsoLp’s) den Berliner Sammlungen voraus ;
Copenhagen wieder durch die reichen Sammlungen von den
Iyperboräern (namentlich den Eskimos von Grönland). Die
Ahnographische Sammlung des naturhistorischen Hofnuseums
in Wien dürfte voraussichtlich durch die reiche
7ertretung Brasiliens, sowie der oberen Nilländer, vielleicht
‚uch mancher Theile des ostindischen Archipels überlegen sein.
Vorstand und Mitglieder der Anthropologischen Gesellschaft in Wien
nach dem Stande der Jahresversammlung am 8. Februar 1887.
A. Ausschuss.
Präsident:
Ferdinand Freiherr von Andrian-Werburg.
Vice-Präsidenten :
Dr. Carl Langer R. v. Edenberg.
Dr. Friedrich Müller,
Secretäre:
Franz Heger.
Dr. Moriz Hoernes.
Cassier:
Ignaz Spöttl.
Rechnungsführer:
Dr. J, E. Polak. |
Ausschussräthe :
Dr. Carl Aberle.
Dr. J. Hektor Ritter von Arneth,
Dr. Franz Ritter von Hauer.
Dr. Carl Theodor von Inama-Sternegg.
Felix Kanitz.
Felix Karrer.
Dr. Josef Karabatek.
Dr. Theodor Meynert.
Dr. Matthäus Much.
Dr. D. H. Müller.
Josef Szombathy.
Dr. Carl Toldt.
Dr. Sigmund Wahrmann.
Dr. Augustin Weisbach.,
Dr. Martin Wilckens,
Se. Excellenz Graf Hans Wilezek,
Dr. Joh. Nep. Woldfich.
Graf Gundaker Wurmbrand.
Rechnungs-Revisoren:
Kdmund Schmidel.
Dr. Alois Morawitz,