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grab und einige Brandgruben geöffnet, Die ersteren
anthielten:
I. 1 grosse und 1 kleinere Brillenfibel; 1 Bronzeacheibchen.
II. 1 Brillenfibel; 2 eiserne Bogenfibeln; einen
reiten, eisernen (Armjreif,
Ill. 2 bronzene Armringe; 1 eiserne Bogenfibel;
2 eiserne (Ohr-)Ringe; blaue Glasperle,,
IV. Schleifstein aus gelbem Sandstein,
Bei dem Skelett fand sich nur ein offener, eiserner
Armreif; das Inventar der Brandgruben bot ebenfalls
nichts Neues. Auf dem Felde pod Kazulem sind früher
einzelne Funde gemacht worden, so neun barbarische
Silbermünzen mit der bekannten Prägung (44. Pferd,
ER. Kopf des Philippos mit dem Lorbeerkranz). Einige
derselben kamen in: den Besitz des Regierungsrathes
GLOBOCNIK zu Adelsberg (derzeit in Laibach).
Die Zeit des Gräberfeldes pod Kazulem lässt sich
nur annähernd bestimmen durch die beiden Fibelformen,
welche hier, fast ausschliesslich herrschend,
Hand in Hand einhergehen. Die eiserne Bogen- und
die bronzene Brillenfibel sind zwei so verschiedene
Dinge, dass wir uns ihren Parallelismus nur durch
eine verschiedene Bestimmung dieser Gewandschaften
erklären können. Beide kommen sowohl einzeln, als
auch paarweise, sowie in dem Verhältniss 2:1, neben
einander in den Gräbern vor. Einzelne Gräber enthalten
nur die eine der beiden Formen. Wo die Brillenfibel
paarweise auftritt, ist meist das eine Exemplar beträchtlich
grösser als das andere, was bei den Bogenfibeln
nicht der Fall ist.. Daraus kann geschlossen
werden, dass die ersteren vertical übereinander, etwa
an dem Brustschlitz des Gewandes, die letzteren horizontal
(in gleicher Körperhöhe) etwa an den Schultern
angebracht waren,
Die Brillenfibel (nach TiısoHLER „Hallstätter
Fibel“, nach Heıusıe die Homerische EM5E eÖyvapımtos)
welche in Griechenland massenhaft vorkommt und recht
eigentlich auf der Balkanhalbinsel zu Hause ist, gehört
nach der Annahme He1sıc’s zum Homerischen
Sulturapparat und steht, in ihrer Heimat wenigstens,
der Zeit nach unfern dem Anfange des ersten vorchristlichen
Jahrtausends, Nördlich der Alpen wird sie
in viel. spätere Zeit heraufreichen, in Hallstatt, wo
sie die weitaus überwiegende Fibelform ist, wahrscheinlich
bis zum Beginne des fünften Jahrhunderts vor
unserer Zeitrechnung. Ein sicherer Beleg für das Fortschreiten
der archaischen Cultur von SO, nach NW,
ist die Verbreitung dieser Fibel auf dem Wege zwischen
Äriechenland und Mitteleuropa, ihr Vorkommen in Bosnien,
Croatien, Krain, Steiermark und einem Theile
Ungarns bis zum Plattensee, während sie in Norditalien
äusserst selten ist, — Die halbkreisförmige Bogenfibel
kommt in St. Michael sowohl in ihrer einfachsten
Form, als auch „zweischleifig“, d, h. mit einer der
federnden Kopfspirale symmetrisch entsprechenden
Spiralwindung oberhalb des Nadelhalters vor, Die
letztere Form ist nach TischLER eine nordische Abart
der ersteren, welche in Italien ausschliesslich gefunden
wird. Auf der Appennin- und Balkanhalbinsel reicht
lie Fibel ad arco semplice gleichfalls bis an den Beginn
les ersten Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung
zurück; nach DüMmmLER’s Untersuchungen findet sie
sich schon in vorgriechischen Culturschichten auf den
KXykladen, In St. Michael ist sie natürlich viel jünger
ınd kann bis zur Mitte des Jahrtausends heraufgerückt
werden. Demnach wäre wenigstens die Möglichkeit in
Zetracht zu ziehen, dass die beiden Gräberfelder „za
Dolschno“ und „pod Kazulem“ nur durch ein Jahrıundert
von einander getrennt sind, Innerhalb dieses
‚ahrhunderts müsste man einen entschiedenen Wechsel
ler Culturverhältnisse, etwa veranlasst durch eine zeitveilige
Verödung des Platzes, aber keine völlige
Verschiebung der Bewohner annehmen. In die Zwischenzeit
fällt eben der Anbruch einer grossen, neuen Aera,
lie sich durch kriegerische Umwälzungen vorbereitete,
ıber die ethnographische Basis im Wesentlichen unverindert
liess. Wenn die Japoden als ein keltisch-illy-‚isches
Mischvolk bezeichnet werden, so lässt sich dies
rielleicht auf die auch literarisch überlieferte Thatsache
zurückführen, dass sie im Verlaufe jener vorzeschichtlichen
Umwälzungen die keltische Rüstung
ınd Bewaffnung annahmen, in welcher sie dann (zuerst
‚29 vor Chr.) den Römern entgegentraten.
5. Vortrag des Herrn Professors Dr. J. N. Woldfich
iber‘
"unde aus der Stein- und aus der Metallzeit Böhmens.
Eine Abhandlung über diesen Gegenstand ist bereits
m Druck und wird im nächsterscheinenden Hefte der
Mittheilungen“ veröffentlicht werden.
6. Herr J. Spöttl hat drei von ihm gemalte
Aquarellbilder
‚usgestellt, welche die Opferstelle bei Geiselberg,
ien Hausberg bei Nappersdorf und die Zwillingsumuli
bei Gross-Mugel in Niederösterreich dar-;tellen
und als Lehrmittel für eine ihm befreundete
jchule bestimmt sind.
Er weist auf die grosse Wichtigkeit hin, welche
tie Abbildungen interessanter Oertlichkeiten als Lehrnittel
für den geographischen und geschichtlichen
Interricht und speciell für die Vaterlandskunde haben.
Vährend aber vorzügliche Abbildungen von typischen
‚andschaften ferner Zonen und Welttheile, sowie der
ılten Bauwerke Griechenlands, Aegyptens u. s. w. in
nseren Lehrsälen längst Platz gefunden haben, fehlen
‚bbildungen aus dem Gebiete unseres eigenen Landes
ast gänzlich, Und doch wäre es nöthig, vor Allem den
chülern ein richtiges Bild von Land und Leuten der
genen Heimat zu bieten, Diese Bilder sind erst zu
ichaffen. Er weist auf die alten Burgen unseres Landes
in, von denen oft das Geschick des Landes ausging.
hre malerischen Bilder können auch wie andere, den
Sinn für das Schöne in der Natur bei unserer Jugend
ördern. Weiter zurückgehend, führt Redner die alten