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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 7=17.1887

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hohe Stufe erreicht. Sie verfertigen kleine, bunte
Mattenstreifen, die zu einem Zeugstück zusammengenäht
 werden. Dasselbe besitzt eine Leichtigkeit,
Biegsamkeit und Festigkeit, welche die Zeuge anderer
Stämme selten haben.
Der Gesang der Bateke ist heiser und fast unangenehm.
 Zur Begleitung haben sie eine primitive
Ouitarre oder ein noch einfacheres Instrument aus
zwei hohlen Stäben. Ich habe den Tanz der Bateke
niemals gesehen; er soll jedoch jenem der Bakongo
zleichen,
Ueber das Familienleben ist wenig bekannt; die
Weiber sind nicht unschön, aber schmutziger als die
Männer. Die Moralität ist besonders bei den dem
Bajansieinflusse ausgesetzten Stämmen eine niedrige ;

Sklaverei herrschen ähnliche Verhältnisse wie bei den
3akongo.
Auch auf den Gräbern der Bateke sind Töpfe,
Zrüge etc. verstreut. Von den religiösen Anschauunzen
 weiss man wenig. Die Bateke haben jedoch
Fetische, kleine Holzfiguren mit der Stammesmarke
ınd dem Haarchignon. (Fig. 26 und 27.) Es gibt
Zriegsfetische, Weiberfetische etc., welchen von den
7lehenden etwas gekauter Kolanussbrei auf den Leib
seklebt wird, so dass sie mit der Zeit eine förmiche
 Kugel dieses Materiales anhaften haben. Es
st wahrscheinlich, dass die Bateke Menschenopfer
zusüben; doch dürfte keiner ihrer Stämme dem
Sannibalismus ergeben sein. Amulette, ähnlich jenen
ler Bakongo, sind üblich.

Fig. 28. Bajansi-Hütte.

bei den Bamfumu ist fast jede Frau käuflich. —
Die Zersplitterung in Gemeinden ist keine so weitzehende
 wie bei den Bakongo; einzelne Häuptlinge
wie Gobila von Msuata, Gantschu und Andere besitzen
 einen ziemlich weitgehenden Einfluss.
Fast überall ist jedoch der Reichthum mit der
Macht verbunden; der bekannte Ngaliema von Kintamo
 soll sogar ein Sklave gewesen sein, bis ihn
sein schlauer Handelsgeist zum reichen und wichtigen
Dorfchef machte. .
Die Gemeinden führen häufig Kriege, in welchen
as stets ein paar Todte gibt. Im Ertragen von
Schmerzen sind die Bateke stark, überhaupt ein
weit tapferer Stamm als die Bakongo. Betreffs der
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. XVII. Bd, 1887.

Dieses Wenige ist Alles, was ich direct über die
Songo-Bateke erfahren konnte. Es ist jedoch zu
hoffen, dass mein geehrter Freund, Herr Dr. Mansg,
welcher 1‘/, Jahre im Batekelande (Leopoldville) zuzebracht
 und umfassende anthropologische Messungen
ınd Studien angestellt, uns bald näher über diesen
nerkwürdigen Volksstamm aufklären werde.
Während wir in den Bakongo und Bateke Völker
zennen, welche in geschlossenen Massen ausgedehnte
„andstriche bewohnen, stossen wir bei weiterer Stromyuf-Reise
 auf die Bajansi!), einen Volksstamm, der

1) Ich lernte von Bajansidörfern Tschumbiris, Bolobo,
Jjumbi, Nkunda, Bunga, Lukolela, Ngombe, Busindi, Uranga,
3okoko und einige kleinere kennen.
            
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