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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 6=16.1886

Nr. III. Sehr viel Steine und Lehm, Scherben
und grössere Kohlenstücke. Aus Bronze zwei offene
Armringe aus je einem Stücke spindelförmigen Drahtes
gebogen, beide vom Feuer angegriffen,
Das eine Stück, 0:5 cm dick, vollkommen gleich jenem
aus der Nekropole von Cichtic, das ich in meinem „ersten
Berichte“ auf Taf. I, Fig. 14 abgebildet habe.
Hiedurch ist das gleiche Alter beider
Nekropolen sichergestellt.
Der zweite Armring ist aus einem 0:4 cm dicken, spindelförmigen
 Draht verfertigt, der innen flach ist; aussen verlaufen
 der ganzen Länge nach dicht und spiralartig aneinander
gestellte Linien, so dass derselbe dem in meinem „ersten Berichte“
 auf Taf. II, Fig. 40 abgebildeten, verbogenen, aus der
Nekropole Nr. 2 bei Albrechtec stammenden Armringe sehr
ähnlich ist. Aeusserer, grösserer Durchmesser 6'8 cm.
Nr. IV. Viel Steine, Lehm und gröbere nebst
teineren Gefässscherben; aus Bronze drei Fingerringe,
Jas Ende eines Armringes und ein kurzes, geringeltes
Röhrchen. Aus Bernstein eine kleine Scheibe mit
Löchern.
Der erste Fingerring besteht aus einem runden, 0°2 cm
dicken Draht, der dreimal spiralig aneinander gewunden ist;
äusserer Durchmesser 2:5 cm (s. Textfigur 29, Seite 84). Der
zweite besteht aus einem dünnen, 0:7 cm breiten Blech,
welches innen flach ist und aussen in der Mitte mit zwei
hervorragenden glatten und jederseits am Rande mit je einem
quergestreiften Reifen verziert ist; äusserer Durchmesser 2:2 cm
(s. Textfigur 30, Seite 84). Der dritte Fingerring besteht aus
einem Stück Draht wie der erste; der Ring selbst ist zweimal
 umwunden; äusserer Durchmesser 2:2 cm; jedes Ende
läuft in eine ebene, spiralig gewundene Scheibe aus; jede
Jlieser Rosetten misst 2 cm im Durchmesser und besitzt
:ünf Windungen (s. Textfigur 31). Ein ähnlicher Fingerring
wurde in Gräbern von Ober-Metelsko bei Bischofteinitz mit
eigenthümlich geformten Thongefässen gefunden ?). Unter diesem
Fingerring lag das Gelenkende eines Metacarpus.
Das Endstück eines offenen Armringes mahnt an das
im Grabe Nr. III gefundene, zuerst genannte Exemplar. Das
Röhrchen ist 0:45 cm dick, in einer Länge von 1:8 cm eraalten
 und aus Draht gewunden.
Die Bernsteinscheibe misst 21 cm im Durchmesser,
ist 04 cm dick und besitzt in der Mitte ein 0°2 cm weites
Loch. Merkwürdig sind zwei gebohrte, 0'1 m weite Löcher,
welche excentrisch von einem Rand zum andern durch die
ganze Scheibe hindurch gehen. Es scheint, dass durch dieselben
 zwei Fäden hindurch liefen, an denen sich die Spiral-:öhrchen
 befanden und dass in dem mittleren Loche der
Scheibe ein Zierobject gesteckt war; das Ganze bildete eine
Halskette, wobei die Bernsteinscheibe vorne an den Hals flach
zu liegen kam.
Nr. V. Steine und Lehm mit Scherben.
Aus Bronze ein hohler, offener Armring mit blaugrüner
Patina, aus dünnem Blech, 2 cm dick; äusserer, prösserer
Durchmesser 13 cm; an beiden Enden mit je einer Gruppe
1) J. SmoLig: Pamätky archeol. Prag, XII, Heft 4, 1882,
Taf, VIII, Fig. 5, 7 und 8.
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd, XVI, 1886.

von Querstrichen, welche auch ringsherum vertheilt sind, undeutlich
 verziert.
Nr. VI. Steine und Lehm nebst einigen Scherben.
Aus Bronze ein offener Armring (Fussring?) gleich dem
aus dem Grabhügel Nr. I im „ersten Berichte“ auf Taf. II.
Fig. 38 bereits abgebildeten.
Diese interessante Nekropole, in der die meisten
Grabhügel bereits durch den Pflug vernichtet sind,
zehört den KEisenfunden zufolge der Hallstätter
Periode an und ist durch einen Armring mit der
Vekropole von Cichtice, durch einen Fingerring aber
mit jener von Ober-Metelsko bei Bischofteinitz veryunden.
 Die Fundobjecte befinden sich in meiner
Sammlung, Nr. V ausgenommen.
Hügelgruppe Nr. 2. Dieselbe liegt eine halbe
Stunde nordöstlich von Albrechtece am Waldesrande
‚Kopanina“ und ist bereits grösstentheils durchwühlt.
Jie Hügel erreichen hier nicht die Grösse der Gruppe
Nr. 1 und bestanden theils vollständig aus Lehm,
nit Scherben, Asche und Kohlenstückchen, theils
aus Steinen und Lehm mit Bronzen, Hieher gehören
lie in meinem „ersten Berichte“ beschriebenen und auf
Taf, II, Fig. 39, 40 und 41 abgebildeten Bronzen
neiner Sammlung. Das Bronzemesser weist darauf
ın, dass diese Gruppe älter sein dürfte als die
aruppe Nr. 1.

e) Hügelgruppen bei Audraz.
Knapp an die besprochenen Gruppen in nördicher
 Richtung sich anreihend, liegen die der Umgebung
 von AudraZ:
Nr. 1. Hügelgruppe Pikhard. a
Siehe in meinem „ersten Berichte“: 7. Grabhügel
m AudraZer Revier.
Nr. 2. Hügelgruppe im NaveSni Wald.
Dieselbe befindet sich südwestlich von Audraz
ınweit des Hegers’ „U Honzicka“ und besteht aus
zrca 10 wahrnehmbaren Hügeln. In Gesellschaft
les Herrn: Forstmeisters Vınc. LeuMANN begann ich
lie Ausgrabung eines. der grössten Hügel; Herr
Zevierförster Em. Anamerz untersuchte dann noch
Irei andere Hügel,
Nr. I. Ein viereckig abgerundeter, 1:5 m hoher
Tügel, auf dem 25 Kiefern standen. Der Umfang
Jesselben. betrug bei 37 m, der Durchmesser bei 10m;
ımgeben war derselbe von einem Graben und niedrigem
Wall, beide zusammen 5m breit. Der Hügel wurde
ron drei Seiten in Angriff genommen. Ringsherum lief
jin mächtiger Steinkranz, am Gipfel kamen verxinzelte
 Steine vor, unter denen Lehm folgte; in
Jer Mitte lag am Grunde ein niedriger Steinkern,
            
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