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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 6=16.1886

IN

Nr. 5. Ein kleiner, ordinärer Topf aus sehr grobsandigem,
dunkelgrauem Lehm, innen und aussen dunkel; vor der nach
innen eingebogenen, fraglichen Mündung mit seitlichen Höckern.
"Textfigur 17.)
H=?, B= 11 cm, gD = 14 cm
Md=?, Wd =09 cm,
Nr. 6. Ein bauchiges, becherartiges Gefäss aus grobem,
dunklem Lehm, innen und aussen dunkel. (Textfigur 18.)
H= 10cm, B=?, gD = 8 cm
Md — 5 cm, Wd = 06 cm.
Nr. 7. Ein Henkel eines mittelgrossen Gefässes mit
schwacher, durchbohrter Oeffnung, (Textfigur 19.)

Knochenwerkzeuge. Nur von zwei zugespitzten
Tragmenten der Extremitätenknochen des Rindes,
besonders von einem Femurfragmente, lässt sich der
Gebrauch derselben behaupten; viele der zerschlazenen
 Knochen zeigen Schlagspuren, einzelne auch
Spuren der Schneide einer Steinaxt, andere Spuren
Jes Steinmessers, so der Oberarm, die Tibia und
Femur des Menschen. Ein Metacarpalknochen des
Rindes zeigt an den beiden Seiten des distalen Endes
Jogenförmig vertiefte Schliffflächen. Es hat den An-7.



» 9°

Fig.

A

Fig. 16.

Fig. 15.

Fig. 17. Fig. 20. ig. 21.
Thongefässe und Steinbeil aus der neolithischen Ansiedlung Krp bei Repin. Fig. 13 in !/„,, alle übrigen in */, n. Gr.

Nr. 8. Eine zierliche, innen und aussen schön verzierte
Schüssel mit rundem Boden, aus dunklem Lehm, innen graubraun,
 aussen schwarz; um den Rand verlaufen. aussen vier
Paar Fischgräten-Ornamente. Vielleicht ein Deckel, (Textfig. 20.)
H= "75cm, B=0, gD=Md= 25cm
Wd = 06cm.
Nr. 9. Eine ordinäre Schüssel aus glimmerreichem, grauem
Lehm, innen und aussen gelblichgrau, am Mündungsrande
mit vorspringenden Lippen (Wülsten), (Textfigur 21.)
H = 65cm, B= 95cm, gD = Md = 21 cm
Wd= 07 (der Boden dicker).
Von dem in der Textfigur 10 abgebildeten, zierlichen
Randstücke lässt sich nur berichten, dass es aus feinerem
Lehm verfertigt, innen und aussen gelb bestrichen ist und
nur eine Wanddicke von 0:4 cm besitzt,
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien, Bd, XVI. 1886,

schein, dass andere Objecte auf diesem Knochen zuzeschliffen
 worden sind. Interessant ist die Erscheinung,
Jass unter den zahlreichen Astragalis des Rindes die
meisten an den hervorragenden vier Stellen durch
abene Flächen abgeschliffen erscheinen und wahrscheinlich
 zu je zwei zu einem Schlittschuh verbunden
and an einem Brette befestigt waren. Die Pfanne
nes Bos erscheint auf dieselbe Weise zu einem
Dreifuss zugeschlagen, wie man dies an diesem
Knochen des Renthieres in der paläolithischen Zeit
so häufig findet %).
1) S. meine Schrift: „Die ältesten Spuren der Cultur in
Mitteleuropa“, Wien 1886. AıLrrReD HÖLDER.
            
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