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alte Saumweg geht, der noch eine grosse Strecke
weit zu verfolgen und theilweise fahrbar ist. In
St. Leonhard‘), Unterloibl?), Ferlach ®, Holenburg
und Maria Rain), Waidmannsdorf®), Klagenfurt ©),
Ziguln ’), Spitalsberg ®), St. Georgen am Sandhof ®),
wurden Römersteine und andere römische Gegenstände
gefunden, so dass man mit Sicherheit anaehmen
kann, dass diese Strasse einen directen
Verkehr mit Virunum vermittelte.
Römische Tauern-Strassen.
Baron AnKERSHOFEN zählt in seiner Geschichte
Kärntens !°) zu den Römerstrassen auch die Strassen
über den Korntauern, den Iselsberg und den Heiligenbluttauern.
Ohne die Möglichkeit dieser Annahme
zu bestreiten, muss jedoch bemerkt werden, dass wir
nichts haben, um den römischen oder vorrömischen
Charakter dieser Strassen zu beweisen. Es ist weder
aine Stelle in den römischen Schriftstellern, noch
sonst etwas gefunden worden, was uns dazu be-1)
Mommsen, Nr. 4773.
2) Jas., pag. 139, Nr. CCCLI (vgl. C.-C, Ba, XI, pag. LXXVII
al. 8).
8) Sammlungen des Kärnt. Geschichtsvereines Nr. 876,
1676, 5908, 5909.
‘) Moumsex, Nr. 4866, 4951. — Jas., pag. 140.
5) Carinthia 1883, Rechenschaftsbericht pag. 105, Funde
les Conservators P. LEsBınGeR und Sammlungen des Kärnt.
Geschichtsvereines, Nr. 5934.
6) Moumsen, Nr. 4871, 4876, 4880, 4896, 4906, 4916, 4989,
1992, 6504. — Jas., pag. 142—146.
7) Momwsen, Nr. 4774.
8) Mommsen, Nr. 4964, 4980. — Jaz., pag. 146.
9) Jas., pag. 149. — POLATSCHEK, II, pag. 17 Anmerkung,
zuch pag. 71, Anmerkung 3.
10) ANnKERSHOFEN, I, pag. 579.
echtiget. Der Vollständigkeit wegen müssen jedoch
yuch diese Strassen hier angeführt werden.
Die Strasse über den Korntauern‘) wurde im
'ahre 1839 von Jasornece in der Zeitschrift „Carinhia“
besprochen und die römische Kigenschaft derielben
aus ihrer soliden Fundamentirung hergeleitet.
Spätere Forscher bezweifelten jedoch die Richtigkeit
seiner Behauptungen, und Dr. Frıtz PıonLer, welcher
Jiese Strasse im Jahre 1880 beging, fand nur mehr
wenige der vermeintlichen Römerspuren ?).
Von Obervellach aufwärts, sagt ÄNKERSHOFEN, Sind
noch zwei römische Alpenstrassen gewesen. Der linke
\rmm ging über den Iselsberg und schloss sich unterıalb
Dölsach der Lienzer Strasse an; der rechte Arm
‚ber führte nach dem Möllthaler Dellach ®) nach
Teiligenblut, über den Heiligenbluttauern und durch
Jas Fuscherthal an die Gasteiner Strasse *).
In jüngster Zeit beging BARon LzoroLD Maı-Manıms
liese Strecke und veröffentlichte das Ergebniss seiner
Forschungen in der „Oesterreichischen Touristenzeitung“
mit einer Planskizze °).
Für den uralten Bestand dieser letzteren Strasse
spricht allerdings die Sage vom hl. Briccius, welcher
Jiesen Weg einschlug, als er vor ungefähr 1000 Jahren
von Constantinopel in seine Heimat nach Dänemark
reiste und von einer Lawine verschüttet wurde. Die
Kirche zu Heiligenblut steht an seiner Grabstätte,
1) Carinthia 1889, Nr. 42.
2) Correspondenzblatt für Anthropologie. München, XIV.
Jahrg., pag. 62.
83) MoMmmsen 4719, 4725.
1) Mommsen, pag. 591. — KocH-STERNFELD, Hist.-staatsök,
Notizen über Strassen- u. Wasserbau ete. Salzburg 1811, p. 25.
5) Oesterr. Touristenzeitung, VI. Bd. 1886, Nr. 8, pag. 85.