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mit, einem Jupiter-Tempel, und am nördlichen Ufer
des Ossiacher Sees bis Santieum bei Villach,
Ausserdem war aber, den zahlreichen Römerfunden
1ach zu urtheilen, die ganze Umgebung von Pulst-Hohenstein,
sowohl dies- als jenseits der Glan, von
Römern bewohnt.
Aehnliche Industrieorte wie Pulst - Hohenstein
scheinen nördlich von Hüttenberg die beiden Noreia
gewesen zu sein, welche jedoch schon in Steiermark
Lagen.
Römerstrasse am Fusse des Diexerberges und im
Lavantthale,
Es ist nicht wahrscheinlich, dass, wie Baron
ANKERSHOFEN ursprünglich angenommen, eine Römerstrasse
über Völkermarkt‘) ging; es ist dies durch
gar keine Funde zu erweisen. Desto sicherer ist es
aber, dass eine solche Strasse längs des südlichen
Abhanges des Diexerberges parallel mit der Drau von
West nach Ost zog, über den Grutschenberg?) und
Jurch das Granitzthal nach St. Paul, wahrscheinlich
auch mit einem zweiten Arme über den Griffnerberg ®)
nach St. Andree das Lavantthal betrat und über
Wolfsberg und St. Leonhard ete. nach Judenburg gelangte.
Es ıst allerdings anzunehmen, dass auch
dieser Strassenzug von Virunum ausging; allein
ebenso überzeugend ist durch Bezirksrichter SEmEn
nachgewiesen *) worden, dass diese Strasse auch
südlich bei Tainach sich von der Strasse Iuenna-Virunum
abzweigte. Dort ist die Strasse beim Schlosse
Höchenbergen in einer Länge von 5—6 m und in
einer Höhe von 2—3 m in den Felsen gehauen und
in der Felsenwand ist eine viereckige Vertiefung
36 cm hoch, 46 cm breit und durchschnittlich 4 cm
tief für eine Inschrift ausgemeisselt, welche jedoch
unlesbar ist. Vom Kreuzerhofe aber, wohin diese
Strasse führt, geht sie bei Unterbergen durch den
Saugraben zwischen Frankenberg und Hasengarten
nach Winklern, und von dort nach Waisenberg zum
Lamprechtsberg, auf welchem ein Tempel des Jupiter
Dolichenos ®*) stand. Auf diesem Berge findet man
aber auch noch an drei Seiten Ringmauern römischer
Festungswerke, was vermuthen lässt, dass dort, wo
‘) ANKERSHOFEN, I., pag. 569.
?) Arch.-epigr. Mitth., 4., pag. 208 und 209. Die Inschriftsteine
am Wallersberg.
8) Arch.-epig. Mitth. 4, pag. 211. Pustritz, wo dieser Stein
zefunden wurde, liegt auf der Höhe des Griffnerberges.
4) C.-C. Bd. VII, n. F. pag. C. 57.
5) Mommsen, Nr. 4947, 4948, 4978, 4993. — Jas., pag. 117. —
Arch,-epig. Mitth. 6, pag. 95.
sich mehrere Strassenzüge kreuzten, ein Castell war.
m Jahre 1885 wurde dort auch das Bruchstück
zınes römischen Meilensteines gefunden *).
Die Römerstrasse am Fusse des Diexerberges
zing vom Lamprechtsberge Östlich über Trixen ”),
St. Stephan %), Haimburg, Griffen und von dort wahrıcheinlich
sowohl über. den Griffnerberg als den
irutschenberg in das Lavantthal. wie oben erwähnt
worden.
Durch das Lavantthal aber musste eine römische
Strasse von Windischgraz bis Judenburg gezogen
sein, welche die zahlreichen römischen Ansiedlungen
lieses Thales, die durch Funde römischer Inschriftıteine*)
bezeichnet sind, mit einander verband.
Römerstrasse im oberen Gailthale,
Sowie das Lavantthal, war auch das obere Gailhal
von den Römern nicht nur gekannt, sondern
vuch besiedelt, Zeuge die Funde von Gurina %),
Zeisach‘) und Feistritz’); auch mussten diese Orte
lurch eine Strasse, welche sich in Kötschach an die
7leckenstrasse anschloss und bei Strassfried in die
Strasse bei Pontafel mündete, mit einander verbunden
rewesen sein. Uralte Saumwege, welche aus dem Gail-;hale
über die Berge nach Süden und nach Norden
ührten, sind bekannt; allein ob es Römerwege gewesen,
wird sich kaum je ermitteln lassen. Hieher
zehört auch die Vermuthung, dass die Strasse durch
las Gitschthal von Greifenburg nach Hermagor, sovie
jene über die Windische Höhe bei St. Stephan,
sowie im unteren Gailthale die Strasse über die Wurzen
nächst Arnoldstein ursprünglich Römerstrassen waren.
Die römische Loiblstrasse.
Dass die Loiblstrasse den Römern bekannt war,
ist durch eine Reihe von Funden von der obersten
7asshöhe bis Virunum zu erweisen. Im Jahre 1855
wurde eine kleine steinerne Ara, worauf der Name
Gavilius zu lesen, in der Nähe der Passhöhe unterhalb
einer Felsenwand gefunden ®), über welche der
1) C.-C. Bd. XI, n. F. pag,. LXXVI, 104,
?) Jas., pag. 118.
3) Momusen, Nr. 4936. Zwischen Trixen und St. Stephan
ıeisst die Gegend „Saalfeld“ und soll eine grosse Stadt geyesen
sein.
4) Jas., pag. 120 bis 131. — Arch.-epig. Mitth. 8, pag. 247.
5) A. B. Meyer, Gurina. Dresden, 1885. — MomMmmMSEn
Nr. 4719. — Jas. p. 170—171.
6) Mowmnsen, Nr. 4720.
7) Arch.-epig. Mitth. 4, pag. 209.
C.-C. Bd. XI, n. F. pag. LXXVI, 104,