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worden sein sollen, und mündet der Kofflergraben
mit der alten Strasse über die Windische Höhe nach
St. Stefan im Gailthale, welche ebenfalls für römischen
Ursprungs gehalten wird. Von dem Gipfel jenes Heidenschlosses
aber sieht man deutlich gegen Nordwesten
Rothenthurm, wo ebenfalls ein römisches Castell
gestanden haben soll; gegen Südosten aber nach
Weissenstein, wo ein zweites kleineres Heidenschloss,
d. h. Mauerwerk eines solchen, auf einem steilen Felsen
steht, von dem man wieder die Kirche St. Martin bei
Villach oder das römische Santicum sieht. In gleicher
Weise sieht man aber vom Schlosse Rothenthurm
aus die Kirche in St. Peter im Holz und den Danielsberg,
wo ein Tempel des Herkules‘) und wahrscheinlich
auch ein Castell stand. Wir finden also
Spuren einer zusammenhängenden Reihe römischer
Castelle durch das ganze obere Drau- und Möllthal,
von Santieum bis über Teurnia hinaus, welche sich
durch Signale unterstützen konnten.
Von St. Peter im Holz aufwärts lief ebenfalls
eine Strasse ?) längs des linken Drauufers. PoLATSCHEK
behauptet, dass sie den Möllfluss an derselben Stelle
wie die heutige Chaussee bei Möllbrücken übersetzte,
Die St. Leonhardskirche stehe auf dem alten Strassenkörper
und die Thalsperre bei Sachsenburg hätten
die Römer über die nördliche Felsenwand' umgangen.
Endlich finden sich auch Spuren einer vierten
Römerstrasse im unteren Möllthale ®).
Römische Kisenstrassen.
Einen hervorragenden Einfluss auf das römische
Strassenwesen müssen wir der Eisenproduction und
Eisenindustrie einräumen. Erstere hatte in Hüttenberg
Ihren Sitz, letztere in Pulst-Hohenstein und Noreia.
Von Hüttenberg aus, dem Candalicae AnkersHorFEN’S,
Jessen Bergwerke notorisch unter den Römern betrieben
wurden *), gehen alte Strassenzüge und Saumwege
nach allen Richtungen, und an den meisten
derselben sind Fundorte römischer Inschriftsteine.
Gegen Norden zu bis Müllen zieht sich das Hörfeld,
wo Römersteine zu Silberberg ®) vorkommen. Von
Müllen aber über die Sirbitzalpe führt ein Weg bis
Judenburg, welches AnNKERSHOFEN für das Monate oder
1) Mommsen, Nr. 4726.
?) Mommsen, pag. 694, Nr. 5713, Meilenstein im Lurnfeld.
;) POLATSCHEK, I., pag. 79.
‘) Beitrag zur Geschichte des Hüttenberger Erzberges
von F. SezLAnD, Oesterr. Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen,
XXXIII. Jahrg. 1885.
5) Moumsen, Nr. 5035, 5040, 5041.
Mittheilungen der Anthrop, Gesellsch. in Wien, Bd. XVI. 1886.
Montana des Itinerars hielt!). Ueber Heft führt ein
Neg auf den Hohen Pressen und nach Reichenfels;
lort wurden erst unlängst zu St. Johann Römersteine
zefunden. Aus Semlach®), unfern Lölling, wo die
Strasse über den Hohenwart geht, kennt man deszleichen
römische Inschriften, sowie jenseits des Geyırges
zu Preims®); ein Beweis, dass die Römer alle
liese Wege schon kannten und benützten. Im
}örtschitzthale selbst aber kommen fast in jedem
Irte bis St. Johann am Brückl Römerfunde vor.
Von besonderem Interesse ist, dass in Labeck,
nner Schlossruine nächst Brückl, römische und vor-‚ömische
Funde ausgegraben wurden *), welche darauf
ınweisen, dass hier an der Schwelle des Görtschitzhales
seit ältesten Zeiten ein befestigter Punkt war.
Ton hier ging die Strasse weiter über Waisenberg
is zum Drauübergang bei Tainach. Die wichtigste
Strasse von Hüttenberg aus scheint aber die über
Jeinsberg, Guttaring, längs des Silberbaches bis Pölling
sewesen zu sein, wo eine Zweigstrasse über St. Georgen
ım Längsee nach Pulst-Hohenstein ging.
Die Eisenindustrie des Landes scheint an letzterem
Irte ihren Hauptsitz gehabt zu haben. Auf dem Hügel
ler Feste Hohenstein hatte die Göttin Isis Noreia,
lie Patronin der ‚Eisenwerke, ihren Sitz. Ihr opferte
ın gewisser Modestus °), Decurio der thrakischen
Zeiter, ein geborner Römer, eine silberne Phiole und
zoldene Embleme; ferner fand man Inschriftsteine,
jus denen zu entnehmen, dass hier der Sitz eines
Jonduetors (Pächters) und mehrerer Procuratoren
Agenten) der norischen Eisenbergwerke war®). Die
Strassenverbindung mit Hüttenberg war, wie erwähnt,
jei Pölling über St. Georgen am Langsee, wo mehrere
‚ömische Inschriftsteine’) gefunden wurden. Der
‚schöne dammartige Weg, beim Schlosse Rottenstein
‚orüber, scheint noch ein Rest dieser Strasse zu sein.
Gegen Westen von Pulst ging die Strasse über
‚‚iemberg, Zwatendorf, St. Urban, wo ein Mithras-Tempel
®) stand, Gradeneck °), Feldkirchen, Tieffen !°)
1) ANKERSHOFEN, I., pag. 566.
2) Mommsen, Nr. 5032, und in SexLAnD’s Beitrag z. G. d
Hüttenberger Erzberges 1885, pag. 2.
3) Mommsen, Nr. 5086 und 5087. — Jas., pag. 122, und
%-C., Bd. XI, pag. CLXXXVI, 136.
*) Carinthia 1877, pag. 229.
;)) Momusen, Nr. 4806.
;)) Mommsen, Nr. 4809.
7) Mommsen, Nr, 4844, 4897, 4913. — C.-C. Bd. XI, n. F
pag. CXXXV 139 und Bd. XII, n. F. pag. CLXXIX, 110.
a) C.-C. Bd. VIIL, n. F., pag. XXII.
9) C.-C. Bd. XII, n. F., pag. CLXXVINL, 107.
10) Moxwsen, Nr. 4822, 4900, 4912. — Jas., pag. 162.