DJ
beseitet oder begleitet von kleineren Kreisen mit
Oentralloch; derlei Ringe, vielleicht nicht paarig,
zwischen einfachen (?) Wagrechten; derlei grössere
und kleinere mit Tangenten etwas schräg angereiht;
kleine Kreise mit Centralloch, hart nebeneinander
zwischen senkrechten Zeilen; derlei ohne Zeilen, mit
dazwischen gelegten Spitzen oder Dreiecken; derlei
in wagrechten (Fig. 4) und schrägen, auch gewinkelten
Bändern eingereiht, die Zwischenfelder mit
dem Spitzen- oder Dreieck-Muster, auch liegt wohl
ain breiteres Band mit grösseren derlei Kreisen
Jazwischen (Fig. 5); die Grenzen der Musterung
lassen sich nicht herstellen.
Grösser und augenscheinlicher sind hinwieder die
Gravur-Sorten in Fig, 6, die sich an Fig. 1 und 2
anschliessen. Aber hier werden die Wagrechten ersetzt
durch breite, wagrechte Bänder mit Schrägschraffirung
von rechts, von links, vielleicht auf ein und demselben
Geräthe im Wechsel, jedenfalls nicht unter
sich gleich lang; man bemerkt dazu auch die Verjüngung
unten zu einer Spitze, wohl mit einem
sigenen Motive, das Band von etwa 4—6 Wagrechten;
oder das schrägschraffirte Band zeigt das
bekannte Paar der Wagrechten, zuletzt eine freie
Feldung oder den Abschluss mit dem neuen Motive
der drei tangential verbundenen Ringe mit Centralloch
nebeneinander, dreimal wiederholt zwischen
zweien und einer Wagrechten.
Nadelartige, rundliche oder sechs- bis achtkantige,
spitz zulaufende Körper von besonderer Dicke, nur
len andern Fragmenten gegenüber — im Ganzen
10 Stück, lang etwa bis 104 mm, dick bis etwa
12 mm — zeigen auf einer Art von Kopf und Ende
das Band der Wagrechten, Schrägungen in Winkelung
und Rautung, dazu die vielgenannten Ringe und
Kreise mit Tangenten; man gewahrt bei einem Stück
das auf die Länge des Geräthes senkrecht geführte
Durchzugloch. (Siehe Fig. 7.) Andere Stücke zeigen
folgendes Ornament: Kreis mit Centralloch, nach
Jer Fläche herab angereiht, mit Tangente, oder die
Tangenten der Paare winkelig zusammengehend, auf
der grösseren Kantenfläche auch wohl der Ring
derartig behandelt (Fig. 8), anderwärts 2, 3, 4 Wagrechte
als Absatzband zwischen Gruppen von Ringen,
Spitzen oder Dreiecken und den Kreisen, das Endstück
verjüngt und mit gewinkelten Schrägstrichen
ausgezeichnet (Fig. 9). — Schliesslich seien noch
sechs röhrenförmige Hülsen erwähnt. Ueber die
bestimmte, etwa noch die 10 cm überschreitende
Länge des Geräthes kann nichts Sicheres gesagt
verden; die Breite ist zwischen 26 und 45 mm; der
ichte Durchmesser für rundliche Einsteckstücke von
20—45 mm Dicke bestimmt; Verjüngung nach unten
scheint nicht ausgeschlossen, was wir „oben“ nennen
zönnen, zeigt einen (auch wulstig vorspringenden)
Rand; ein seitliches Loch ist einzelweise durch die
Tülse geführt. Möglich, dass das Rundlich-Gehöhlte
ı1ach unten übergegangen ist in das Mehrflächig-Massive,
das von der Dicke 15mm fort sich verüngte,
nicht wohl in das Flache der in Fig. 1 und 2
Jargestellten Plättchen. Nach dem Vorrathe der Reste
zönnten etwa zwei bis auf das Längenviertel aussehöhlte
Stäbe bis zur ganzen Länge von beiläufig
lem halben Meter gedacht werden. Das Ornament
‚esteht aus fast allen früher genannten Motiven,
ıur das Dreieck oder die Spitze fehlt. Ueber den
‚weifachen Kreis mit Centralloch geht es nirgend
ınaus; die Wagrechten werden bis zu fünf, dazwischen
zJemmt sich auch die Schrägschraffirung ein. (Siehe
lie Figuren 10—13.)
Wenn wir noch hinzusetzen, dass im Gesammtrorrathe
der bearbeiteten Beinstückchen etliche wenige
ıngravirte, flache, gebogene, seitlich gelochte, längszelochte
waren, so hätten wir noch ein paar Worte
iber das Material und die handliche Bearbeitungsweise
zu sagen.
Das Bein erscheint zum Theil pergamentgelb
wahrscheinlich in der besten Erhaltung), etwas
rjssig gesprungen oder ganz polirt erhalten, rand-»rüchig
wie von starkem Schlage oder Drucke, vieleicht
auch vom Aussprunge in der Hitze; ferner
ler Farbe nach kalkweiss von aussen gegen innen,
‚ussen kalkweiss, innen verkohlt, verkohlt neben
wveisslicher Fläche, innen kohlig geschichtet und
‚ussen beiderseits kalkweiss, dann grauthonartig,
‚;ndlich wie braun gebeiztes Holz. Der Stoff selber
nöchte nur von Knochen der Säugethiere genommen
jein. Das Hirschhorn und die Hirschknochen überviegen
in den Geräthen des Laibacher Moores ©), wie
n der Knochengeräthe-Sammlung zu Kopenhagen ”);
‚on einem Hirschhorngriff aus den Flachgräbern zu
ibochowitz an Eger ®), nebst zweien ungravirten
Iriffen von Büffel (bison europaeus) werden wir
ıoch sprechen.
6) Mittheilungen der Central-Comm. f. Kunst- und histor.
Jenkmale. Wien 1876, S. 26.
7) Lugsocg, vg. M. I. 96—98. Nınssox, Steinzeit. S. 72.
8) Mittheil. d. Centr.-Comm. 1871, S. CXCHI, Fig, 2.
Zu Koban fanden CHAntaee und Vırcnow ausser dem Schafe
ı1ur Pferd und Hund einzelnweise vertreten. Vırcnow S. 113.