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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 6=16.1886

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d) Schädel im Museum of the R. College of Surgeons
 in London *):
Samojeden - Schädel, Gegend
von Mesen. . 0:0... 882,
2 Schädel von Samojeden oder
Ostjaken . ...... . 848—849,
e) Schädel aus der Umgegend
von Mesen”) . ... . 790.
f) Die von KonLmaxN in Basel gemessenen Samojeden
 von der Insel Warandei:
1 Mann. . 0... . 824
3 Frauen . 0.0.0.0. 797
2 Knaben . . . . . 841
Die grosse Mehrzahl dieser Schädel ist also brachycephal,
 hyperbrachycephal oder selbst ultrabrachysephal
 und nur eine kleine Zahl (zu welcher auch
noch der von C. v. Bazr beschriebene Schädel ®) zu
gehören scheint) ist mesocephal.
Die senkrechte Ohrhöhe beträgt bei Iderach
122 mm, bei Piriptija 113 mm. (An den anderen
Personen konnte dieses Maass, sowie manches andere
wünschenswerthe nicht mit der nöthigen Ruhe und
Sicherheit genommen werden.) Danach ergibt sich
der Ohrhöhen-Index zu 70°1 und 66:0 oder im
Mittel zu 681, welche Zahl in Anbetracht der geringen
 relativen Länge des Schädels eine mässige
Höhe bezeichnet, so dass die Schädel wahrscheinlich
unter die Orthoeephali einzureihen sein würden.
Die Ohrbreite (an der unmittelbar über dem
Meatus audit. ext. gelegenen schmalsten Stelle des
Kopfes) konnte bei vier Individuen gemessen werden.
ihr Verhältniss zur grössten Breite beträgt bei
Iderach . . . . . 840,
Wasko- . . . . . 882,
Piriptija . . +... 883,
Ortje . 94:8;
das Mittel für die drei Erwachsenen 86°8. Demnach

1) W. H. Friower, Osteological Catalogue. Part 1. London
1879, p. 113. — Cf. G. Busg, Description of a Samoiede Skull
in the Museum of Royal College of Surgeons. Journal of the
Anthrop. Instit. Vol. III. London 1874, p. 494. Taf. XVI.
2) Dr. J. W. Spenger, Die von BLUuMENBACH gegründete
Anthropologische Sammlung der Universität Göttingen. Archiv
für Anthropologie, Bd. XI. 1879. — Cf. Bı_umensAach, Decas
eraniorum VI, Tab. 54.
3) Vergleichung eines von Herrn Obrist HormAnn mitgebrachten
 Karagassen-Schädels mit dem von Herrn Dr. Rur-RECHT
 mitgebrachten Samojeden-Schädel. Vom Akademiker
von BaAgr. Bull. de la Cl. phys.-math. de l’Acad, imp. des
sciences de St. Petersbourg. T. III. 1845.

st die Schädelbasis gegenüber der grössten Breite
ziemlich bedeutend verschmälert.
Wir finden also den Samojedenschädel extrem
brachycephal:‘ und in Bezug auf seine Höhe
örthocephal. Er erscheint sowohl in der Vertical-,
als in der Occipital-Ansicht rundlich und zeigt längs
des Scheitels keine merkliche Erhebung.
Das Gesicht der Samojeden ist breit (chamaeprosop,
 KornnmanxN). Der Jochbreiten-Gesichts-Index
jeträgt bei
Iderach . . . . . 831,
Wasko . . . . . 900,
Piriptija .. . . . . 796,
Nijeje .. 0.0... . 843,
Ortje . 0.0.0... 765B,
ar streift also nur bei Wasko an die Grenze der
‚‚eptoprosopie. Diese Breite des Gesichtes betrifft
ıauptsächlich die mittlere Zone desselben, wie man
ım deutlichsten an der Frontal-Ansicht von Iderach
zieht. Zunächst sind die Jugalia sammt dem Pro-;essus
 zygomaticus stark hervortretend und ihre
Zrominenz trägt zu dem Eindrucke der grossen
Gesichtsbreite das Meiste bei. Dieser. Eindruck wird
zei besser genährten Personen noch durch ein Moment
verstärkt, auf welches KoLiLmann (l. c. p. 602) ein
jesonderes Gewicht legt: „Es besteht in einem rundichen
 Fettpolster, das oben auf dem Wangenbein
sitzt, und zwar so, dass sich seine Hauptmasse
zegen das untere Augenlid fortsetzt und in dasselbe
ändringt; ich bezeichne es als Panniculus
supramalaris“, — Im Zusammenhange mit den
Wangen sind aber auch die Augen und die Nasenwurzel
 breit angelegt. Unterhalb der Backenknochen
ritt auch der Angulus mandibulae breit hervor. Auf
liese Art zeigt das Gesicht eine Verschmälerung
ıach zwei Richtungen, erstens vom Jochbogen nach
aufwärts, gegen die Stirne und zweitens vom
Interkieferwinkel und dem Wangenbein aus nach
zor- und abwärts gegen das Kinn. Dabei ist das
zesicht im Ganzen, wie die Seitenansichten zeigen,
»rognath, doch betrifft dieser Prognathismus viel
veniger den processus alveol. max., als vielmehr die
yanze Region des Oberkieferknochens. .
Die Stirne ist bei sämmtlichen Individuen
nässig hoch gebildet, gleichmässig gewölbt, ziemlich
schmal. Die Tubera front. sind . schwach markirt.
Der Arcus supraciliaris tritt sehr schwach hervor
and der Vorsprung der Stirne über die Augengegend
ist gering. Nebenbei mag es Erwähnung finden, dass
die Stirne bei den zwei Frauen in einem ganz gleich-
            
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