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aber noch jugendlicher Individuen, d. 1. zwischen
etwa 17 und 30 Jahren, beobachtete. Unter diesen
letzteren waren weitaus die meisten Angehörige afrikanischer
und südamerikanischer Völkerschaften.
Hinsichtlich der anatomischen Verhältnisse ergaben
nun meine Untersuchungen die folgenden
Resultate :
In der grossen Mehrzahl aller Schädel, d. h. wenn
keine Cribra vorhanden sind, ist der bezeichnete
Theil des Augenhöhlendaches durch eine dünne, compacte
Knochentafel gebildet, deren Oberfläche ganz
glatt ist und höchstens hie und da eine feine Gefässöffnung
oder eine wenig verästigte, feinere oder
gröbere Gefässfurche erkennen lässt. ;
In anderen Fällen, und zwar ziemlich häufig,
findet man an dieser Stelle eine grössere oder kleinere
Gruppe von feinen und feinsten Löchelchen,
welche sich ohne Weiteres als Gefässöffnungen erkennen
lassen und von der Knochenoberfläche schräg
durch die compacte Tafel hindurch in die Diploe
führen. Sie sind mitunter in Abständen von 1—3 mm
von einander entfernt, manchmal aber so dicht gestellt,
dass die Knochenoberfläche eine poröse, siebähnliche
Beschaffenheit erlangt. In dem letzteren
Falle findet der Name Cribrum bereits passende Anwendung.
In einer anderen Anzahl von Fällen ziehen sich
zwischen den erwähnten Löchelchen zarte Furchen
hin und wieder, so dass die Knochenoberfläche ein
fein chagrainirtes Aussehen erhält.
Dabei kann die Thränendrüsengrube bald in nornaler
Tiefe, bald mehr abgeflacht gefunden werden.
Bei einzelnen Schädeln, wie bei dem mir vorliegenden
Schädel eines 19jährigen Jünglings vom
Stamme der Ejssa-Somälen, erscheinen die Cribra in
einer besonders bemerkenswerthen‘ Form (Fig. 1,
Taf. II). In dem oben bezeichneten Bereiche des
Augenhöhlendaches finden sich anstatt der compacten
Knochentafel zahlreiche feine Plättchen und
Stiftchen, welche senkrecht zur Knochenoberfläche
eingepflanzt und durch 2—4 mm tiefe Furchen umgeben
sind. Da die Knochenplättchen grösstentheils
mehr oder weniger stark eingerollt, stellenweise auch
verzweigt oder netzförmig mit einander verbunden
sind, erscheinen die zwischen ihnen liegenden Furchen
in der zierlichsten Weise gewunden, da und
dort, namentlich gegen die Peripherie hin, auch zu
feinen Löchelchen abgeschlossen.
Die ganze Formation nimmt ein ziemlich scharf
umschriebenes, rechts annähernd quadratisches, links
in mehr elliptisches Feld ein. Die der Augenhöhle
‚elbst zugewendeten freien Enden der Plättchen und
Stiftchen halten sämmtlich gleiches Niveau und liegen
n einer Flucht mit der angrenzenden, normal beıchaffenen
compacten Knochentafel. Doch zeigt das
sugenhöhlendach an dieser Stelle, wo es unter gevöhnlichen
Verhältnissen entschieden concav ist, eine
‚llerdings sehr flache Vorwölbung. Es verdient be-‚onders
.hervorgehoben zu werden, dass damit im
Zusammenhang die Thränendrüsengrube ganz ausserzewöhnlich
flach, eben nur angedeutet erscheint und
laher der obere Augenhöhlenrand im Bereiche des
Tochfortsatzes des Stirnbeines nur sehr wenig über
las Niveau des Augenhöhlendaches vortritt.
Es möge gleich hier bemerkt werden, dass diese
form der Cribra ganz entschieden in Analogie mit
enen Knochenneubildungen, oder besser gesagt,
{nochenanlagerungen zu setzen ist, welche die pahologischen
Anatomen als Osteophyt bezeichnen,
ınd zwar schliesst sie sich auf das Innigste gewissen
Arten des Osteophytes an, welche man nicht selten
ın der Innenfläche des Schädels, z. B. an der Emiıentia
cruclata interna des Hinterhauptbeines findet.
An diese so sehr prägnante Form der Cribra
:eihen sich andere Formen an, bei welchen die
<nochenplättchen fast ausnahmslos verzweigt und
ıetzartig verbunden sind, so dass die Oberfläche des
Xnochens an der entsprechenden Stelle ein honigvabenartiges
Aussehen darbieten kann. Ab.und zu
jemerkt man aber in der Mitte der Löchelchen feine,
senkrecht eingepflanzte Knochenstiftchen stecken.
Jabei sind in einzelnen Fällen die Knochenplättchen
'‚elativ zart, die Löchelchen um so grösser, in anieren
Fällen die Knochenplättchen plumper und die
Maschen des Netzwerkes, d. h. die dazwischen lie-‚enden
Löchelchen, sehr fein.
Durch diese letzteren Fälle gewinnt der so viel-‚estaltige
Formenkreis der Cribra orbitalia den Anıchluss
an die zuerst beschriebenen Formen.
Was nun die anatomisehe Bedeutung der Crihra
ırbitalia betrifft, so halte ich es zunächst für völlig
‚usgeschlossen, dass sie auf einen krankhaften Zutand
des Knochens zu beziehen seien. WELCKER
cheint allerdings daran gedacht zu haben, wenn er
nit Bezug auf sie von einer. Abnormität spricht;
‚welche den osteoporotischen Processen sich anchliesst“.
Als Osteoporose bezeichnet man aber
3ine ganz specielle Form des krankhaften Knochenschwundes,
welche mit Erweiterung der Markräume
und mit Neubildung von solchen in der compacten