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orhebenden Bergrücken bei der Meierei Plavnic südlich
von Steinkirchen im sogenannten Hammerwalde im
südlichen Böhmen. Arbeiter fanden beim Fällen eines
Baumes nicht tief unter den Wurzeln desselben Bronzeobjecte.
Der Vortragende untersuchte hierauf die Stelle,
wobei noch zwei Stücke mit äusserst schöner blaugrüner
Patina gefunden wurden, Es zeigte sich, dass hier
sin Depötfund vorliegt, der sowohl durch seinen Inhalt
als durch die Gleichzeitigkeit der Objecte höchst
interessant und lehrreich ist, Es befinden sich darunter
vier Flachcelte von dreierlei Formen, ein ungewöhnlich
schöner und seltener Meissel, eine einfache Spirale
(Haarspirale) und vier Nadeln mit umgebogenen spitzen
Enden, von denen der Vortragende zwei als Häkelnadeln
und zwei einander gleiche, schön geformte,
als Stricknadeln deutet. Dieselben erregten sehr
das Interesse der Versammlung. In der Nähe fand der
Vortragende fünf Grabhügel, deren Untersuchung nur
Leichenbrand lieferte, Ein ausführlicher Bericht über
diesen Depötfund wird von Prof, WoLDRICH vorbereitet.
Schliesslich legte der Vortragende einen zierlich
geformten, polirten Steinhammer aus einem grünlichen
Gestein vor, den Se. Durchlaucht Prınz JOHANN
SCHWARZENBERG gelegentlich einer Jagd bei VrSovic
in der Launer Gegend gefunden und den der Vortragende
nach Analogie anderer Funde dieser Gegend
der vorgeschrittenen neolithischen Zeit zuschreibt,
3. Vortrag des Herrn Dr. Friedrich S. Krauss
über Sreca (Frö Saelde) im Volksglauben der
Südslaven.
In der Einleitung bespricht Dr. Krauss die Vorstellungen
vom Glück bei verschiedenen Völkergruppen,
um die indogermanische Auffassung genauer zu präcisiren,
Dr. Krauss führt den Glauben an ein personificirtes
Glück zum Theil auf reine Abstraction, zum Theil auf
den ursprünglicheren vom Genius zurück; er sucht
seine Ansicht durch Vergleiche zu begründen und geht
dann über auf den südslavischen Volksglauben im
Speciellen, Vor Allem gibt er Rechenschaft über die
Beschaffenheit seiner Quellen, dann gedenkt er der
verschiedenen Gestalten des Schutzgeistes (Schlange,
Kröte) und erörtert die mannigfachen Bezeichnungen
für ‚Glück. Die Begriffe ‚Glück’ und ‚Begegnung’
decken sich ursprünglich bei den Slaven, Der gegenwärtige
Sprachgebrauch halte zum Theil noch daran
fest. Die sreGa erscheine als Schutzengel im guten
und bösen Sinne, Die plastischen Vorstellungen des
Volkes trügen einen modern dichterischen Zug an sich.
Dr. Krauss erläutert dies im Einzelnen an einer grossen
Zahl von Belegen aus der Volksdichtung. Ferner bespricht
er die sreGa als dichterische Fiction, dann
in Grüssen und Segensprüchen, die Art ihres Auftretens,
ihre Abstammung von Gott und wieder ihre selbständige
Stellung. Hieran schliesst sich der Glaube an das
Schicksal und die Geburtsgöttinnen, Zum Schluss gedenkt
der Vortragende des Glaubens von der ‚guten’ und ‚bösen
Stunde’, der sreCa im Sprichwort und des niederen
Volksglaubens (glückliche und unglückliche Vorzeichen,)
Der umfangreiche Vortrag wird unter den Abıandlungen
vollständig erscheinen.
Dr. Krauss legt noch vor seine neueste folkloristische
>ublication; Smailagie@€ Meho, Pjesan naßih
nuhamedovacä. ZabiljeZio Dr. F. S. K. Nalogom antrojolo&koga
drustva u Becu, U Dubrovniku 1886,
ZVI + 192, 8°. (S. M. Ein Epos unserer Mahomedaner.
\ufgezeichnet von Dr. F. S. K. Im Auftrage der Anthrooologischen
Gesellschaft in Wien, Ragusa 1886.)
„Hier findet sich zum erstenmale einem südslavischen
Volksepos ein wissenschaftlicher (philologisch-ethnozraphischer)
Commentar sammt grammatischem Register
eigegeben, In der Einleitung bespreche ich die historische
3rundlage des Epos und die ethnographische Bedeutung
Jer mahomedanisch-slavischen Volksepik in Bosnien und
jer Hercegovina, Für den Sprachforscher ist der nach
vissenschaftlichen Anforderungen genau fixirte Text
2160. Verse) besonders werthvoll, denn derselbe bietet
‚hne Rücksicht auf die Schriftsprache der Serben und
Sroaten eine vollkommen getreue Reproduction der
Norte des Sängers, unter Berücksichtigung der geringägigsten
dialektischen KEigenthümlichkeiten. Auch
\ccente sind angebracht, soweit sie von den Accenten
jer serbischen Mundart, welche zur Grundlage der
ichriftsprache dient, verschieden sind, Die Darstellung
‚eichnet sich durch eine merkwürdige Knappheit bei
»iner Fülle von Situationen aus. Der Text war bisher
vollkommen unbekannt. Man kann nicht umhin, dieses
Stück als die technisch vollendetste Schöpfung der
‚üdslavischen Volksepik zu bezeichnen, Der Commentar
Razgovaranja S. 69-—163) enthält mehrere grössere
Ixcurse (über Einleitungs- und Schlussformeln der
ipen, über Sitten und Gebräuche,) und an fünfhundert
prachlicher Erörterungen, Alles auf Grund ganz neuer,
on mir auf meiner Reise angestellter Sammlungen und
3Zeobachtungen. Auf S. 163—165 theile ich zur
veiteren Charakteristik des Sängers, dem ich das Epos
‚erdanke, im Wortlaut das Gespräch mit, welches er
‚eim Abschied mit mir geführt, Das Register weist
‚u sechshundert Fremdwörter auf, deren sich der Sänger
ın nahezu 1800 Stellen in diesem einen Liede abvechselnd
bedient. Es sind Lehnworte aus der arabischen,
ärkischen, persischen, deutschen, italienischen und
umänischen Sprache. Eine sorgfältige Ausbeute meines
Aaterials in dieser Hinsicht dürfte uns gewichtige
ınhaltspunkte zur endgiltigen Beantwortung gewisser
thnographisch bedeutsamer Fragen an die Hand geben.“
6. Herr Bergdirector Rafael Hofmann übersendet
zur Ansicht
grähistorische Funde aus dem Quecksilberbergbau
„Avala“ in Serbien
nit folgendem Bericht:
Bis zum Jahre 1882 waren Quecksilbererze in
Serbien nicht bekannt; beim Baue der ersten serbischen
Jisenbahn wurde ein aus Quarz bestehendes, Zinnober
‚nthaltendes Rollstück im Bette des Ripanj-Baches,
üdlich von Belgrad, gefunden. Herr Prof. KıerıTs in
Zelgrad verfolgte die Rollstücke und fand an der Mala
tena (kleiner Fels) und Schuplya stena (hohler Fels)