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2‘ zählt — zur ersten Cabine E, so erblickt man eine
unregelmässige Viereckform eines im Spitzbogenstil gehaltenen
Gemaches, das 1° 1‘ lang, 1° breit und 5‘ 8“
hoch ist. Im Spitzenschluss befindet sich ein Luftloch.
Aus dieser Cabine (Fig. 46, EZ, Fig. 47 und Fig. 55,
Ansicht F”) zieht sich südwestlich ein vierter Gang
von nur anfänglich 3‘, später blos 2‘ Höhe und mit
dem dritten Gange in fast gleicher Breite 1° 1’ längs
zur zweiten Cabine hin, der bei 1‘ von seinem Eingang
eine 9“ hohe Steinstufe hat, die nicht geflissentlich
gemacht, sondern als harte KEisensteinader zu
dieser Stufe geformt ward, weil die Sprengung mit
Mühe bewerkstelligt worden wäre. Die zweite Cabine
(vide Fig. 46, &@, Fig, 48 und Fig. 56, Ansicht @) in
Form eines länglichen Vierecks und Spitzbogens, deren
Längenseiten 1° und beide Breiten 4‘ und 5‘ Mass
geben, hat am obern Schluss drei Luftlöcher. Ihre
Höhe ist 5‘ 9”. Nun macht man den Weg wieder
zurück und geht bis D, wo die drei Gänge zusammentreffen,
schreitet in der Verlängerung des dritten,
3‘ 8“ hohen Stollens 1° 3‘ 6“ gegen Norden und befindet
sich in der dritten Spitzbogencabine (Fig, 46, 4,
Fig. 49), welche ein Viereck von 1° 1‘, in ihrer
Höhe jedoch 5’ 3‘ vorweist, mit ebenfalls einem Luftloche.
In diese Cabine münden drei Verbindungsgänge,
Fig.
Fig. 4
Fig.
Vertieca
Javon der fünfte Gang von 5‘ Länge, 2‘ Breite, anfänglich
3‘ 6“ und schliesslich 3‘ 9“ Höhe uns in die vierte
Jabine bringt. Dieselbe hat die Anordnung eines Trapezoids
(Fig. 46, J, Fig. 50), dessen Längenwände zu 1°
und 1° 1‘, die Breitenflächen 5‘ und 6‘ messen, im Spitzoogenschluss
aber kein Luftloch hat, Die Höhe ist 1° 9“,
Von da macht man wieder den Weg in die dritte
Cabine und gelangt zum letzten, sechsten, eigentlich
in die Fortsetzung des fünften Ganges. Derselbe, 1°
lang, 2’ breit, 3‘ 4” hoch, führt uns ins letzte, fünfte
Gemach, welches die Form eines schiefen Längenvier-3cks
hat, dessen Seiten eine Länge von 1°1“%, 1° und
in der Breite 5’ 6“ haben, Die Höhe beträgt 1° 6“.
Hier weicht die Form vom Spitzbogen ganz ab und
zeigt eine Decke im Rundbogenstil. Knapp in der einen
Ecke geht ein äusserst kleiner Ausgang, durch den man
blos kriechend durchschlüpfen kann und mündet in den
arsten Stollengang ein. ‘ Derselbe scheint ursprünglich
nicht gewesen zu sein.
Somit hier der Schluss der unterirdischen Erdhöhlen
(Fig. 46, K und Fig. 51).
Untersuchung,
Betrachtet man den Grundriss, so ergibt sich eine
Längenausdehnung von 7° und eine Breitenweite von
5° 2‘ der Gesammtstollen, was beweist, dass selbe ohne
Mittheilungen d. Anthrop, Gesellsch. in Wien. Bd. XYI. 18986.
v———r
ılles symmetrische Mass und systematische Verhältniss
‚usgeführt wurden. Sämmtliche fünf resp. sechs Verindungsgänge
sind von niederer Lage im gedrückten
spitzbogen und bauchiger Mitte in reinen gelben Sand
‚usgeschaufelt. Deren grösster Durchmesser beträgt an
ler Sohle eine Breite von 2‘, in der Ausbauchung 3‘ 6“
ınd in der Höhe 3’ 9‘. Nur die Zusammentretung der
Irei Gänge bei D weist eine Höhe von 4‘ 6“ vor. Die
'‘ünf meist viereckigen Cabinen sind, mit Ausnahme des
etzten, im Rundbogenstil gewölbten Gemaches, im Spitz-)ogen
rein und glatt ausgeführt und weisen deutlich
lie Spuren der Schaufelhandhabung nach.
Im Durchschnitt geben sie als grösstes Mass eine
1öhe von 1° 9“, eine Breite und Länge von 1° 1’.
Davon ist die dritte Cabine die räumlichste, die
jerte jedoch die höchste, Die sämmtlichen Luftlöcher
xilden äusserst reine ausgebohrte hohle Cylinder von
Lt‘ Durchmesser, die am obersten Schluss des Sandsteinelsens
mit herabgerollten Steinen verrammelt waren.
n den Wänden der Verbindungsgänge sowie in den
Jabinen sind stellenweise dreikantige 1‘ tiefe Löcher
ıusgemeisselt.
Der Gesammtzug dieser unterirdischen Stollen ist
mehr trocken als nass und die Ursache davon die Lettenachichte,
welche so wenig als möglich eine Feuchtigkeit
49.
rısse
Fig. 50
Fig. 51
xindringen liess, sonst wären selbe durch das poröse
)berlager derart erweicht worden, dass ihr Zusammeninken
die natürliche Folge gewesen wäre. Nachdem
‚ber doch ein Theil des herabströmenden Regenwassers
iurch die vielen Luftlöcher in die Gemächer eindrang,
‚uch viel Erde mit Schlamm ins Innere einschwemmte,
{ass letztere in einer Mächtigkeit von !/, bis 1!/,‘ den
ioden bedecken, so ist es kein Wunder, dass eben diese
ingedrungene Feuchte mit der innern warmen Tempeatur
einen steten Dunst erzeugte, der sich an die
Vände lagerte und selbe erweichte. Man kann ohne
.nstrengung die Sandsteinwände abschaufeln, ja selbst
jefe Furchen mit dem Finger einritzen. Eine Sinterung
indet jedoch nicht statt,
Einzelne Eisensteinadern ziehen sich bald zum obern
Völbungsraum, bald bleiben sie am Sockel der Wand
sichtbar, Im obern Kieselconglomerat erblickte ich auch
xnige Zinkrauten kleiner Dimension, Weder Pflanzen
ıoch gewisse in solchen Höhlen oft vegetirende Thiere
'anden sich vor.
Die fünfte Cabine war bis zur Hälfte verschlammt,
nusste daher ausgeräumt werden, desgleichen musste
ler Schlamm in jeder Cabine und jedem Gange bis zur
Sandsteinsohle in der Fläche von mehreren Quadratzollen
beseitigt werden, um das Höhenmass gehörig zu
»jekommen.