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35. Redom pada hrgja po junacih. (S. 78.) (Aus
dem Guslarenlied.)
Der Reihe nach fällt Rost auf die Helden (rosten
die Helden).
Variante: Nesreca ide redom. Der Reihe nach
sucht das Unglück (die Leute) heim.
36. U svakoj nesreci ponjesto i srece ima. (S. 136,
In dieser Fassung ist die Wendung schwerlich
im Volke üblich: ‚In jedem Unglück gibt es auch
etwas Glück‘. Das entsprechende slavische
Wort lautet: Gdi je sreca tu je 1 nesreca
[Wo Glück ist, da ist auch Unglück]. Bei
DETRANOVIG a. a, O. I. Nr. 187, S. 178. Sonst
auch sehr oft.)
37. Srecu Stapom ne iskußa (S. 173.)
Mit dem Stock (in der Hand als Landstreicher)
kann man das Glück nicht auskosten.
38. Tko nije srecan, da ni je ni Ziv. (S. 1738)
Wer nicht glücklich ist, sollte gar nicht am
Leben sein.
39. U sreCi se ne ponesi, u nesreci ne ponisti. (S. 174.
Aus einem Bettlerliede.)
Im Glück überheb dich nicht, im Unglück mach
dich nicht zu nichts.
N. Becovıc a. a, 0. 8. 84, Nr. 66) gibt ein Mädchen, von
ihren Eltern dazu bemüssigt, ihrem Verlobten den Ring zurück:
— nemoj mene mom6@&e na glas iznositi
jerbo sam djevojka u svacem nesretna
ja bosiljak sijem, meni pelin niße.
(Bürschlein, bring mich nicht in Verruf, denn ich bin ein
Mädchen, in Allem unglücklich; säe ich Basilicum, spriesst
mir Wermutskraut auf.) In dem berühmten serbischen Guslarenlied
Kosovka djevojka ruft das Mädchen aus, als sie
die Kunde vom Tode ihres Verlobten erhalten:
Jao jadna! hude ti sam sreCce!
Da se jadna za zelen bor hvatim
i on bi se zelen osußio!
(Weh mir Leidbeladenen! hab’ ich böses Glück! Klammerte
ich mich, Aermste, an eine grüne Fichte, selbst der grüne
Baum würde verdorren!)
Auch in einem (noch ungedruckten) mahom.-slav. Guslarenlied
meiner Sammlung wird letzterer Gedanke ausgedrückt.
Die greise Mutter redet ihrem Sohn Kurtagic Selim ab
von Zlatija, der Tochter des Herrn von Gabela (an der Neretva):
— Zlatija sreGde ne imade
nesretna je, sam je bog ubio!
Da privati za zelenu jelu
i njojzi bi usahnulo deblo.,
‚Zlatija hat kein Glück. Sie ist unglücklich; Gott selber möge
sie tödten! Klammerte sie sich an eine grüne Tanne, ihr
würde selbst der Baum vertrocknen.‘
10. DrZi sreeu oberucki kad ti dodje do ruke. (Ebd.)
Halt’ das‘ Glück mit beiden Händen fest, wann
es in den Bereich deiner Hand kommt.
41. Tko rano rani dvije sreGe grabi®"”).
Der Frühaufsteher fasst zwiefach Glück.
42. Tko je sretan i pijevac mu jaja nosi®7%).
Dem Glücklichen legt auch ein Hahn Eier. So
sagt auch der Bulgare: I petel-otü mu nositü
Jajca ®79).
Aus Koryrxo’s Sammlung entnehme ich:
Revniga sreca, bogafga nesreca to se zglasıi.
Des Fleissigen Glück, (und) des Reichen Unglück,
das wird bekannt %®°).
SreGa opotocna.
Das Glück ist unbeständig.
Sreca velika pameti malo.
Viel Glück, wenig Verstand.
L6. Prva sreca prazna vreßa.
Vom ersten Glück bleibt der Sack leer,
Dieses Wort hörte ich von einem Horvaten bei
igram. So sagt auch der Ceche: Prvni Stösti zHidka
»yva dobie, während der Deutsche conform mit der
‚onst üblichen Ansicht der Südslaven (Prva sreca
1ajbolja) 3!) zu sagen pflegt: Das erste gluck ist’s
jest’ (WanDEer, Nr. 23, S. 1731). Der südslavische
Xaufmann oder Händler sucht auf jeden Fall die
arste Kundschaft, die sich ihm am Morgen einstellt,
zu befriedigen, und sollte er selbst Schaden beim Verzauf
haben. Prva je sre6Ga, sagt er, nek bude
sretno. Das wissen die Kundschaften und ziehen
377) In der Zaraer Zeitschrift Hrvatska. II 1885,
Nr. 1, S. 56.
378) Ebd.
818) Bei den Miladinovci a. a. 0. S. 530.
880) Vrgl. auch in den Slovenske p6smi 1844, 8. 85.
881) Im Ilyrischen Volksliede öfters. Mit prva sreca
wird der erste Liebhaber oder auch der Gatte gemeint.
\sanaga war in Gefangenschaft gerathen und lag neun
Jahre lang im Kerker, ohne den Angehörigen Kunde von
seinem Verbleib geben zu können. Im zehnten Jahre, als
seine Frau des Wartens überdrüssig, sich eben neu zu vernählen
im Begriffe stand, kehrte A. aus der Gefangenschaft
jeim. Da erkannte ihn die Frau und sagte zu den Hochzeitsleuten:
jite, pite gospoda svatovi,
jite, pite i doma hodite
2vo meni prve srice moje,
prve srice Asana mojega.
Bei J. KuguLJEvic nar, p. puka härvatskoga. Agram 1847,
3. 158—166. Eine hübsche Variante aus Istrien vrgl. in
jen Hrvatske narodne pjesme, to se pjevaju u Istri i na
zvarnerskih otocih. Triest 1880, S. 38, Nr. XIV.