Digitized Materials

Here you will find digitized editions of anthropological journals and monographs. For more information about the digitization project, please visit [here].

Search in

Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 6=16.1886

vedeutender Schmalheit charakterisirt, während die
anderen im Verhältnisse zur Länge viel breiter gestaltet
 sind. Aber nicht allein diese Punkte sind es,
welche die Differenz hervorbringen, sondern auch die
nähere Betrachtung der Formen selbst. In der Ansicht
 von oben bringt der isolirt dastehende Schädel
sofort den Eindruck hervor, dass man es mit einem
Dolichocephalus zu thun habe. Er erscheint in dieser
Ansicht elliptisch oder länglich eiförmig; das langgestreckte
 Oval verschmälert sich nach vorne und
nach hinten und lässt die grösste Breite bei den
verstrichenen Parietalhöckern erkennen. Betrachtet
man den Schädel von oben und vorne, so findet man,
wie Hıs und RütmaEyYyEer angeben, wie zwei ziemlich
gerade Linien von der Gegend der Tubera parietalia
gegen die Hinterhauptspitze convergiren, die nichts
Anderes sind als die Kante, in der die obere Occipitalfacette
 mit den beiden seitlichen zusammenstösst.
Durch diesen Befund ist schon das weit nach hinten
ausgezogene, pyramidenförmige Occiput angedeutet,
welche Form in der Ansicht von der Seite und von
hinten besonders deutlich hervortritt. Es liegt, kurz
gesagt, die exquisite dolichocephale Reihengräberform
 vor.

Die zweite Gruppe der Schädel, welche den
Rest (Nr. 2-—5) enthält, ähnelt in der Grundform
der ersten; aber die grössere Breite des Ovals, der
zeringere Grad der Verschmälerung desselben nach
vorne und nach hinten, das wohl auch nach hinten,
aber nicht so spitz und in dem Grade, wie bei der
arsten Form ausgezogene Hinterhaupt, machen die
Vertreter dieser Gruppe von der ersten different.
Man hat es mit dolichoiden Formen zu thun, welche
auch von KoLLMmAxN in den Reihengräbern Baierns
angetroffen wurden. Der eine durch seine Grösse
ausgezeichnete Schädel ist gewiss männlich, während
die drei kleineren sicherlich die weibliche Form desselben
 repräsentiren.
Specielle Beschreibung von Nr. 1: Wie
schon erwähnt, zeichnet sich dieses relativ gut erhaltene
 Cranium durch eine bedeutende Länge (187)
and durch grosse Schmalheit aus (B. = 138). Das
Alter dürfte als mittleres festzusetzen sein.
In der Ansicht von oben zeigt der Schädel ein
janggestrecktes Oval oder eine Ellipse, deren Seitenränder
 nach vorn und hinten convergiren. Die grösste
Breite dieses Craniums.fällt in die Gegend der verstrichenen
 Parietalhöcker. Vom Stirnbeine betheiligt
sich fast die ganze Schuppe und vom Hinterhaupte

‚benfalls ein grosser Schuppenantheil an der Bildung
les Schädeldaches. Der Schädel ist kryptozyg. Die
Pfeil- und Kranznaht gut erhalten.
In der Profilansicht bemerkt man, wie die Stirne
nit ihrem Anfangstheile etwas zurückfliehend anteigt,
 um in der Gegend der Stirnhöcker rasch nach
ınten zu fliehen, daselbst in den langgezogenen
Scheitel überzugehen, welcher seine höchste Höhe
äırca 3 cm hinter dem Bregma hat. Von dieser Stelle
ın fällt die Curve, nach hinten und unten sich ablachend,
 ab, übergeht in den Hinterhauptscontour,
welcher zuerst in der gleichen Richtung sich fortsetzt,
 um dann etwas in der Gegend ober der Linea
ıuchae superior rasch nach vorne und unten zu
;reten, während sein Endtheil fast horizontal zum
foramen occipitale magnum zieht, wodurch es dahin
commt, dass das Hinterhaupt weit nach hinten auszezogen
 erscheint und der weitaus grössere Theil
ler Hinterhauptschuppe nach abwärts am Aufbaue
ler Schädelbasis Antheil nimmt. Die Pars basilaris
»ssis occipitis muss, um den vorderen Antheil der
Schädelbasis zu erreichen, stark nach vorne und
ben ansteigen, was mit der eben erwähnten Skizzırung
 der Lage der Schuppe zusammenhängt. Die
Schläfen sind flach, weit ausgedehnt und von einer
ıur im vorderen Antheile deutlich ausgeprägten Linea
emporalis begrenzt. Höhe gering. Gesicht fast orthoznath,
 der Alveolartheil leicht prognath; Processus
nastoidei mässig entwickelt.
Die Norma basilaris ergibt eine lange Ellipse,
welche in ihrer Mitte das ovalgeformte Foramen
»ccipitale magnum zeigt. Die grösste Breite erreicht
lieses Oval in der Gegend der Processus mastoidei.
3esonders deutlich wird es in dieser Ansicht, in wie
mächtiger Ausdehnung die Hinterhauptschuppe sich
ın dem Aufbau der Basis betheiligt. Der Gaumen
3rscheint breit und mässig lang, die Alveolen gut
ırhalten, die vorfindlichen Zähne abgeschliffen.
Die Ansicht von hinten zeigt ein Fünfeck,
welches fast gleich hoch und breit ist. Die oberen
Seiten desselben erreichen sich bei der Sagittalnaht
ınd bilden einen Sagittalwulst. Das Hinterhaupt
weil nach hinten ausgezogen, erscheint pyramidenörmig
 dem Schädel aufgesetzt. Die Protuberantia
xxterna ist nicht auffindbar, die Linea nuchae kaum
ntwickelt. Die Schuppe ist so convex, dass beinahe
zn deutliches Tuber occipitale auftritt. Der grösste
Theil der Schuppe sieht nach abwärts. An der Verxnigungsstelle
 der Sagittalnaht mit der Lambdanaht
jemerkt man eine deutliche Depression.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.