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mit grosser Leichtigkeit Einschnitte machen und Gänge
graben, ja abgebröckelte Stücke sogar mit den Fingern
zu Sand zerdrücken kann. Nichtsdestoweniger gestattet
aber dieser lockere Sandstein dauerhafte Aushöhlungen
und man gewinnt,‘ wo er auftritt, mit grosser Leichtigkeit
einen sehr guten Sand und zugleich die trefflichsten
Kellerräume.
In dieses Terrain haben sich in der Vorzeit, als
noch Urwälder das Land bedeckten, zahlreiche Wasseradern
eingeschnitten und ein Gewirre von Hügeln und
Hügelketten geschaffen. Heute, wo die Wälder gelichtet
sind, sind die Bäche meist verschwunden und nur bei
heftigen Regengüssen oder bei Schneeschmelze rieselt,
noch ein dünner Wasserstrahl durch die alten Gerinne.
Die so entstandenen Hügel sind es, welche die merkwürdigen
Erdaufwürfe tragen, und zwar zumeist vorgeschobene
Punkte, welche weit hinaus in’s Land Aussicht
gestatten.
Im Volksmunde selbst haben die prähistorischen
Bauten ganz bestimmte Namen, so dass man aus dem
Vorkommen des Namens auch schon auf ein archäologisches
Object schliessen kann. Solche Namen sind:
Burgstall, Burgschloss oder Gschloss. Buchberg
dialektarisch für Burgberg, Kirchberg,
Brandstatt. Letzterer Name sowie Schanz, Mauer,
Stein, Steined, Oed, und Strass mit seinen
Zusammensetzungen sind theils für prähistorische, meist
aber für römische Ueberbleibsel im Gebrauche ').
Beachtenswerth sind ferner die mit Teufel zusammengesetzten
Localnamen als Teufelsberg, Teufelsmauer,
sowie die mit „Jungfer« combinirten, z. B. Jungfernstein.
Ich übergehe nun zunächst zu den Burgwällen.
Ich erlaube mir hier zwei solche Werke vorzuführen.
‚Redner beschreibt nun die bei seinen Planaufnahmen
angewandte Methode.)
1. Der Burgwall am Kürnberge.
Diese Burgwall, welcher den höchsten, 525 m über
dem Meere gelegenen Punkt des zwischen Linz und
Wilhering gelegenen Bergrückens bekrönt, heisst im
Volksmundee die »Burg«. Derselbe hat schon eine
Geschichte. ;
Der ganze Bergrücken, vulgo Kürnberger Wald,
besteht aus Granit und ist im Norden von der Donau
begränzt, im Süden und Osten verflacht er in die
Traunebene, im Westen schneidet ihn das Mühlbachthal
von den gegen Everding sich hinziehenden Hügelcomplexen.
Der Umfang des den höchsten Punkt bekrönenden
Walls beträgt bei 1000 m. Er ist heute an der Basis
circa 20m und oben bei 4m breit. Vom Eingange
') Herrn Pfarrer J. LamerechHT in Sigharting, welcher
sich seit mehr denn dreissig Jahren mit der altrömischen
und mittelalterlichen Topographien Oberösterreichs beschäftigt
hat, z. B. eine historisch-topographische Matrikel aus den
Quellen, darunter vielen ungedruckten, zusammengestellt und
die vorkommenden Localnamen in einer grossen Karte eingetragen,
ist es gelungen, 12.206 Ortsnamen mit Nachweis
der Quellen zusammenzubringen, welche bis in das XII. und
XIII. Jahrhundert herab vorkommen! Wahrlich eine der
Veröffentlichung werthe Arbeit!
Mittheilungen der Anthrop. Gesellsch, in Wien, B. XV, 1885. Verhandlung
’»ei @ Fig. 18°) zieht er sich im Bogen gegen 0. gut
‚00m hin, dann wendet er sich südöstlich gut 200 m
yis zu einer thurmartigen Bastion b, von hier abernals
etwa 90m nach 8. bis zur Thoröffnung c — dem
sogenannten rothen Thore — 3; von hier noch‘ 50m
in südlicher Richtung, wo abermals ein Thurm d die
Wallecke verstärkt.
Von diesem Thurme geht es abermals circa 80 m
zegen W. schnurgerade nach einem dritten Thurme e.
Von hier läuft der Wall 120m in nordwestlicher
lchtung bis zur dritten Thoröffnung f und von hier
um Eingange a wieder 230 m fort.
Der Wall selbst ist aus losen Steinen und Erde aufzeführt,
welche mit Scherbentrümmern , Knochenresten
ron Wild und Kohlen gemischt sind. Auch innerhalb
les Walles finden sich allerwärts Scherben von Freihandgefässen
der Erde beigemengt. Am Thurme d hat
Fig. 18. Maassstab = 1: 5.000.
schon vor einigen Jahren der Archivar des Stiftes
Nilhering, dessen Eigenthum der Kürnberg ist,
Terr BERNHARD SÖLLINGER, graben lassen und zahlreiche
"rümmer von Freihandgefässen und Knochenreste von
lirschwild herausgeschafft. Ich fand bei weiterer Grabung
mitten im Walle eine Brandschichte mit zerdrückten
zefässen nebst Rothwildknochen, Kohlenresten ete. Dieser
grähistorische Ringwall ist aber auch insoferne merkwürdig‘
geworden, als der grosse Kaiser Maximilian L.,
welcher hier oft dem Jagdvergnügen oblag, seiner
zedenkt.
1518 schreibt darüber der ritterliche Kaiser:
Nota Carnus mons Prope lincium et Weels qui hodie
appelatur lingua vernacula Cornperg Vbi est magna fossa
1) Vergl. den von Prof. Dr. Fr. Wızssr mitgetheilten Plan.
litth. d. Anthrop. Ges. Bd. XIV. Verhandl. p. 7. (D. Red.)