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Erlaubniss zur Durchgrabung des Hügels erwirkt und
beabsichtige diese Untersuchung ehestens vorzunehmen.
Die im Monate Mai hierauf eingetretene Regenzeit
hinderte jedes Unternehmen. Erst im Juni konnten
wieder Ausgrabungen vorgenommen werden. Zuerst
kam es zur Untersuchung der im vorigen Herbste vom
Pfarrer BAUER am Lamprechtskogel entdeckten vier
Gräber. Der Lamprechtskogel liegt am südlichen Abhange
des Diexer Berges und trug einst, wie dort gefundene
Inschriften besagen, einen Tempel des Jupiter
Dolichenos. Die Gräber liegen am nordwestlichen Abhange
des Berges, etwa 80 Schritte über der Thalsohle,
der Länge nach von Süd nach Nord aneinandergereiht;
drei derselben waren aus Steinplatten zusammengefügt
und mit Platten bedeckt. Das vierte war ein Brandgrab.
Erstere enthielten Skelette, letzteres Knochenreste
und Urnenscherben der ältesten Art. Es lag nahe,
dass noch mehrere solche Gräber vorkommen dürften,
umsomehr, als nach Angabe der Dorfbewohner im Südwesten
des Feldes schon wiederholt menschliche Knochen
gefunden worden waren.
Dies zu erforschen, wurde der Vereinsdiener Kaiser
entsendet. Zunächst wurden die bereits aufgedeckten
Gräber näher untersucht. Da zeigte sich denn, dass
die drei Steingräber mit sehr kalkreichem Mörtel gemauert
waren. In einer der Seitenmauern fand sich
das Stück eines römischen Meilensteines, wahrscheinlich
aus Trajan’s Zeit. Das Brandgrab aber enthielt nebst
starken Kohlenresten Stücke braungebrannten Lehms,
menschliche Knochenreste, Topfscherben und ein 20 Centimeter
langes Thierhorn, nebst einem Thierzahn.
Bei der Durchwühlung des tiefer gelegenen Terrains
gegen Westen kamen Knochenreste und Bruchstücke
eines menschlichen Schädels zum Vorscheine. Oestlich,
nämlich bergauf, musste die Steinmauer durchbrochen
werden. Da fanden sich Brandspuren, braune Thonscherben,
ein Spinnwirtl, darunter aber auch ein Stückchen
eines Gefässes rother Siegelerde. Gegen Süden
und Norden hatten die Gräber keine weitere Fortsetzung...
Auch die Aufgrabung des Bodens 24 m nördlich
von den Gräbern zeigte keine solchen Vorkommnisse;
vielmehr hatte es den Anschein, als ob eine
Abrutschung des Berges hier Alles mit Schutt bedeckt
hätte. Die Steingräber aber scheinen späteren Ursprungs
und in ein älteres Gräberfeld hineingebaut zu sein.
Weitere Aufgrabungen mussten, nachdem die disponiblen
Fonds erschöpft waren, aufgegeben werden.
Unmittelbar von dort wurde der Vereinsdiener zur
Durchforschung der von mir eben erwähnten Grabhügel
am Katharinenberge bei Tscherberg nächst Bleiburg
antsendet. Es waren drei Hügel, welche in einem stumpfen
Winkel von Osten gegen Westen je 20 Schritte von
ainander entfernt lagen.
Der östlichste, kleinste derselben mass 10 m im
Durchmesser, 1:30 m Höhe und wurde mittelst eines
horizontalen Einschnittes geöffnet. Er bestand, sowie
auch die beiden anderen, aus blosser Erdaufschüttung.
In der Mitte lag eine pechschwarze, etwa handbreit
starke, übelriechende Brandmasse von nahezu 2 m Aus-Jehnung,
welche so feucht war, dass sie bei der Arbeit
zerrann; darin kamen Urnenreste und Stückchen von
z‚ersetztem Eisen und Bronze vor. Der Boden unterhalb
lieser Schichte war wieder hart und trocken.
Der zweite mittlere Hügel war etwas grösser und
;ıchien ganz unversehrt zu sein. In der Mitte am Grunde
jefand sich ein Häufchen Asche mit Bronze- und Eisen-'‚esten,
Knochen- und Holzsplittern. Darunter aber auch
äin zusammengeknitterter Golddraht von 6 gr Schwere.
3ei sorgfältiger Hinwegräumung dieser Gegenstände
‚eigte sich unter denselben eine im Grunde aus Lehm
zeformte runde und flache Scheibe von 70 cm Durchnesser,
deren Stand durch eine Vertiefung im Boden
narkirt war.
Der dritte grösste Hügel war offenbar von der Seite
schon geöffnet worden, doch enthielt er Brandasche
ınd namentlich braungebrannte Lehmstücke wie in den
zxräbern am Lamprechtskogel und an der Ostseite zwei
‚erbrochene Urnen, welche theilweise wieder zusammenzefügt
werden konnten.
Zu gleicher Zeit, als diese Ausgrabungen geschahen,
wurde ich durch Herrn TscmAurxo, Lehrer im Rosen-;hale,
zur Besichtigung eines römischen Inschriftsteines
vufgefordert, welcher sich auf der Höhe des Loiblpasses
m Walde gefunden hatte, Das Vorkommen dieses an
ich werthlosen Steines, es ist nichts mehr zu lesen
ıls der Name «Gavilius», war insoferne von höchstem
;nteresse, als er von einem Felsen heruntergeglitten zu
jein schien, über welchen ein alter Saumweg geht, der
ür eine Römerstrasse gilt. Es ist also die Richtigkeit
lieser Annahme neuerdings bestätigt; denn, wie wäre
‚onst der Römerstein in diese Höhe hinaufgekommen ?
Jiese Römerstrasse ging, wie eine fortgesetzte Reihe
ron Funden zeigt, über Ferlach, Maria Rain, Waidnannsdorf,
Klagenfurt, Zigguln nach Zollfeld.
Bei meinem hierauf Mitte Juni genommenen Aufınthalte
im Warmbade Villach unternahm ich noch
‚wei Ausgrabungen. Die eine galt den Grabhügeln auf
lem Kanzianiberge bei Mallestig in der Nähe des
ichlosses Finkenstein. Ich hatte dort schon im Frühahre
1884 in Gemeinschaft mit Herrn Ingenieur Los
lrei Hügel geöffnet, welche man im Volke für Türkenzräber
hielt. Allein sie enthielten nichts als regellose
Steinmassen. Es war aber anzunehmen, dass sie schon
viederholt durchwühlt worden waren und dass die übrigen
Jügel, deren noch viele im nahen Walde liegen, besseren
ürfolg versprächen. Ich liess denn auch einen grossen,
nit Bäumen bewachsenen Hügel durch einen in der
ibene des Waldbodens geführten horizontalen Einıchnitt
von circa 2 m Breite öffnen. Erst nachdem die
\rbeiter 3 m weit vorgedrungen waren und nichts als
andigen Boden aufgeworfen hatten, gelangten sie an
ien ganz gut erhaltenen Steinring, der meterhoch aufsebaut
und in seinem Innern 5 Schichten gut zusammensefügter
schwerer Bruchsteine enthielt. Hier lag also
ffenbar ein sorgfältig und mit grossem Aufwande an
\rbeit hergestelltes Grab vor. Die Steinschichten wurden
ron oben herab successive abgehoben. Erst unter der
vorletzten Schichte fanden sich Spuren von Kohle, ein
;tückchen eines ganz zersetzten Bronzekessels und eine
3ronzefibula, welche Spuren starken Feuers zeigt. Von
Irnenscheiben war nichts zu finden. Ich beabsichtige
m Herbste die Ausgrabungen fortzusetzen.