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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 5=15.1885

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Knochenfragmenten ohne sonstige. Beigaben gefüllt
waren und später restaurirt wurden.
Die grössere derselben (Taf, XI, Fig. 5) ist braun, ganz
glatt, mit scharf abgesetztem, schwach nach Aussen geogenem
 Rande,
H = 23, D= 32, m =— 265, b= 12.
Die kleinere, graue und ebenfalls ganz glatte Urne
‚Taf. XI, Fig. 9) besitzt einen hohen Hals und einen schmal
ımgebogenen Rand.
H = 20, D = 20, m = 15, b=85.
Ein kleinerer Brandkessel wurde durch einen
Seitenschlag ausserhalb des mittleren Mauerwerkes
in v blossgelegt. Derselbe war 35 cm weit, 10 cm
tief und mit Kohlenbrand angefüllt, zwischen welchem
sich ausser Knochenfragmenten nichts Weiteres vorfand.
Im Punkte w wurden einige Bronzeblechiragmente
 und um den Punkt y herum verstreut
an Bronzen 3 kleinere, ganze Ringe, darunter einer
sehr schön gegliedert und gerippt, ferner Bruchstücke
von 2 Armringen, geknotete Bogenstücke von
zleineren Bogenfibeln und verschiedene Blechiragmente
 und endlich über 100 Eisenstücke vorgefunden.
 Unter den letzteren kamen Ringe,
Bleche, gedrehte Stäbe, das Fragment einer gexrümmten
 Messerklinge, 2 Wirtel u. dgl. vor.
Besonders reich an Funden zeigte sich aber der
ıange, Canal genannte Steinsatz an der nordwestlichen
 Hauptmauer. Sein Boden war durchaus mit
Brand und eingemischten Knochenresten bedeckt,
welche letzteren um den Punkt z herum eine förmliche
 Knochenschichte, wie bei m, bildeten. Dazwischen
 lagen die Scherben von 2 grossen, feinen,
schwarzen Urnen mit umgebogenem Rande, .deren
Oberfläche mit weissen Mäanderlinien und verschieden
 gestellten Strichen bemalt war, welche sich
aber leider nur zum Theile zusammensetzen liessen.
Ferner fanden sich dabei vor an Bronzen 45 Stück
grösserer Fragmente von verschieden starken und
verschieden gerippten Armringen, viele Blechstücke,
 mehrere Glieder eines feinen Kettchens
and eine Menge von zusammengeschmolzenen
Stücken, meist Armringen, ferner eine kleine.
siserne, sichelförmig gekrümmte Messerklinge.
Weiter wurden aus den Brandresten an Bernstein
einige grosse und bei 400 Stück kleinere Perlen,
von denen ein Theil rundlich und einfach durchbohrt,
 der andere Theil walzig und doppelt ins
Kreuz durchbohrt war, dann von Glas etwa 10 Stück
grösserer Perlen, bei 1500 Stück schön kobaltblauer
 Perlen und bei 500 Stück ebensolcher hellgelber
 Perlen von 3 mm D ausgewaschen.

Bei dem Punkte z wurden 10 Stück Kisenragmente,
 wahrscheinlich die Theile einer Lanzenspitze
 angetroffen.
In dieser nordöstlichen Hälfte des „Canales“ war
'erner der ganze Boden und zum Theile auch die
larüber befindliche Mauerung mit zahlreichen Thonscherben
 bedeckt und angefüllt, aus welchen voräufig
 eine kleine Urne ganz und ein Töpfchen zum
Theile restaurirt wurde,
Die bauchige, dunkelgraue Miniatur-Urne (Taf. XI,
"ig. 10) mit aufrechtem Rande ist an der Bauchweitung durch
„ängsrippen verziert,
H = 6, D= 85, m= 45, b= 2%,
Das ordinäre, röthliche Töpfchen besitzt ebenfalls einen
yufrecht stehenden Rand und eine breite Rippung am Bauche.
H=9, D= 10, m= 75, b=4
In dem südwestlichen, höher aufgebauten Theile
les „Canales“ wurden in s viele Stücke eines aus
}ronzeblech getriebenen Rüstungsstückes, wahrcheinlich
 eines Panzers, dessen Ränder durch starke
Zisendrahteinlagen verstärkt und mit eingeritzten
)reiecken verziert waren, nebst vielen Bronzeblechragmenten
 vorgefunden. Gleich daneben lagen 3 tro-‚häenartig
 übereinander gelegte, sehr stark verrostete
"isenlanzen von der in Taf. VII, Fig. 3 gezeich-1eten
 Form.
Unterhalb der Brandschichte dieser Canalpartie
vurde ferner der Brand kesselz blossgelegt, welcher
inen D. von 70 cm und eine Stärke von 8 cm beass.
 Es befanden sich darin viele Knochenfragmente,
inige kleinere Bronzen und ein Stück eines gebo-‚enen
 Eisenbleches nebst den Scherben einer, jetzt
‚estaurirten Urne.
Diese ganz glatte, braune, topfförmige Urne, Taf. XI,
7ig. 16, besitzt folgende Dimensionen:
H= 20, D = 285, M— 245, b = 10.
In der Mitte des Canales, etwa vom Punkte £
js zum Brandkessel x, lag zwischen den Brandresten
ınd sonstigen Beigaben auch häufig vermodertes
JIolz, vielleicht die Schaftreste der dort vorgefunlenen
 4 Lanzen.
Der Punkt u endlich lieferte einige Bronzeblech-'ragmente,
 ferner einen ganzen KEisenring und
‚wei ganze, aber zusammengeschlackte eiserne Wirte].
\usserdem kamen darin grössere, rundliche und zum
“heile viereckig durchbohrte, zusammengehörige,
zelblich grüne Glasstücke mit gelben Emailtupfen
ın der grössten Peripherie, nebst einigen kleineren,
‚rünlich blauen und ungemein spröden Glasstücken vor.
Erwähnenswerth dürfte es an dieser Stelle sein,
lass von den 7 Brandkesseln ausserhalb des mitt-
            
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