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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 5=15.1885

Lu

gesetztem, verticalem Halstheil und geradem Rande, Der
Henkel ist abgebrochen. (Taf. X, Fig. 1.)
A=98, D = 161, M= 141, b= 75.
1 halbkugeliges Schälchen (Napf), dessen Basis durch
sainen 2 cm breiten Nabel gebildet wird. An der Innenfläche
 sind Spuren von 5 mm breiten, radialen Graphitstrichen
 erkennbar. (Taf. X, Fig. 2)
H = 43, D = 101.
Hälfte einer flach-schüsselförmigen Schale mit ebenem
Boden, eingebogenem Rande und einem kleinen Ansatze.
D = 223.
‚) 1 hohler, conischer Fuss, zu einer flachen Schale gehörig,
2 cm hoch, 7°8 cm breit.

Tumulus Nr. 5 im mittleren Walle.
In der Mitte des Walles findet sich unter dem
Gipfel eine in den gewachsenen Boden gegrabene
Grube von ca. 50 cm Breite und 40 cm Tiefe, in
welcher eine gänzlich eingedrückte, schwarze, bauchige
 Urne steht. Die zur Bedeckung derselben
bestimmte, 34 cm lange und 28 cm breite Kalkplatte
war in den Innenraum hineingedrückt. Ueber der
Platte finden sich: 1 Spinnwirtel und die Scherben
 einer flachen Schale. In der Urne selbst liegt
eine grosse Menge Leichenbrand und auf diesem:
1 concaves eisernes Messerchen, 1 eisernes Pferdegebiss
 mit 9 Eisenringen, Bronzeblechfragmente
 und eine gerade Knochennadel von
12:7 cm Länge.

Tumulus Nr. 6 im äusseren Walle,
Derselbe ist 60 cm hoch und ein wenig aus der
Axe des Walles nach aussen gerückt. Von der Mitte
nach SW. hin findet sich eine dünne, 40 cm lange
und breite Brandschichte mit wenig Kohle und calcinirten
 Knochen. In derselben und in der darüberliegenden
 Erde finden sich die Scherben einer grossen
bauchigen Urne, welche gut geglättet, schwarz gebrannt
 und am Halsansatze mit wahrscheinlich 4
kleinen Ansätzen verziert war. Der horizontal ausgebreitete
 Rand hatte die ansehnliche Breite von 6 cm.

Tumulus Nr. 7 im äusseren Walle.
Derselbe ist 50 cm hoch. Nördlich von seiner
Mitte findet sich, in den gewachsenen Boden eingesenkt,
 ein Brandkessel von 90 cm Breite und 30 cm
Tiefe, in welchem die Brandschichte eine Mächtigkeit
 von 12 cm erreicht. In derselben finden sich
neben sehr wenig calcinirten Knochen: 1 flache
Schale mit Henkel und spärliche Scherben von
einigen anderen Thongefässen.
Mittheilungen der Anthrop. Gesellsch, in Wien. B. XY. 1885.

Tumulus Nr. 8 im äusseren Walle,
Unter einer kaum merklichen Erhöhung des
Walles lag 45 cm tief eine unbearbeitete Kalksteinolatte
 von 60 cm Länge und 50 cm Breite, unter
welcher, bis zur grössten Bauchweitung zusammenzedrückt,
 eine grosse schwarze Urne in das mit
Zrde gemischte Schottermateriale des Walles einzebettet
 stand. Dieses Gefäss war oben mit Schotterırde
 angefüllt, worin die abgedrückten Scherben des
Jdalses und Randes vorgefunden wurden. Weiter
ınten lag darin ein ganzer, an einem Ende durchochter
 Wetzstein aus gelblichem Sandsteine, 11cm
ang und 3 cm breit, ähnlich einem in Hallstatt
‚gefundenen *), eine ganze, concave Messerklinge
ron Eisen, am Heftstücke mit Holzsplittern als
testen des Griffes belegt, ein rundlicher Eisenclumpen,
 ein Eisennagelfragment, ein kleiner
3ronzebügel mit Lederspuren und zwei gebogene
3ronzedrahtstücke, während der untere Theil
ler Urne mit Leichenbrandresten angefüllt war.
Die später vollständig restaurirte Urne (Taf. X, Fig. 10)
jesitzt am Halsansatze vier kleinere, aufwärts, und am Bauche
trier grössere, abwärts gerichtete Ansätze,
H =—44, D —= 49, M= 31, b= 17
Tumulus Nr. 11. D= 82 m, H= 09m.
Die Brandschichte ist um einige Decimeter gegen
50. aus’ der Mitte gerückt. Sie ist 1 m lang, 80 cm
)reit, umfasst eine in ihrer Mitte gelegene, kesselörmige
 Vertiefung von 20 cm Tiefe und 50 cm
3reite und enthält nebst einigen calcinirten Knochen
»ine ziemliche Menge von Thonscherben. NW. von
hr liegen auf dem gewachsenen Boden 3 unbehauene
Xalkplatten von 30 bis 60 cm Breite, zwischen
welche die Brandschichte zum Theil hinabreicht.
Aus den Scherben lassen sich constatiren:
a) 1 bauchige schwarze Urne, welche am Halsansatze mit
4 kleinen Warzen und mit 2 seichten, rundherum laufenden
 Furchen verziert war.
5) 1 flache Schale mit eingebogenem Rande.
Restauriren liess sich:
) 1 flache Schale mit eingebogenem Rand und flachem
Boden. H= 65. D= 162. b= 45.

Tumulus Nr. 12. D= 76 m, H= 07 m.
In einer Tiefe von 1'1 m unter dem Gipfel und
:O0 cm SW. von der Mitte findet sich, in einer kleinen
Vertiefung des gewachsenen Bodens stehend, eine
zrosse, bauchige, schwarze Urne, mit hohem Hals,
vollständig eingedrückt, an deren Unterseite 4 grosse
1) Das Grabfeld von Hallstatt von Baron SAcKen, Taf,
XIX, Fig, 23.
            
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