Messung eigneten sich 16. Die Maasse sind auf
Tab. IV (Nr. 1—16) verzeichnet ?).
Typen sind zwei vorhanden; ein dolichoider und
ain kurzer (hyberbrachycephaler); die erste Form
charakterisirt wieder durch die grössere Länge und
das ausgezogene Hinterhaupt, während die zweite,
stumpf eiförmig, ein steil abfallendes Hinterhaupt
besitzt. Die erste Form weist im Verhältnisse zur
Länge schmälere und breitere Exemplare auf, und
sie erwies sich nach Berechnung der Längenbreitenindices
als mesocephal und brachycephal; obwohl
unter den Brachycephalen Typen vorhanden sind,
welche Anklänge an die hyperbrachycephale Form
zeigen, lässt sich doch ihre Verwandtschaft unter
sich nicht abläugnen. Die kurze Form erwies sich
als hyperbrachycephal, aber so mächtige grosse
Schädel, wie zum Beispiel in St. Jacob, Valentin
auf der Heid sich vorfinden, fand sich nur ein Exemjlar
vor.
Die Majorität der Schädelformen ist als dolichoidbrachycephal
festzusetzen. Unter den 16 gemessenen
Schädeln fand sich 1 weiblicher (Nr. 13) und 3
Nr. 9, 10, 12) von unbestimmbarem Geschlechte
vor; auch zwei Kinderschädel maass ich (Nr. 7 und 11),
wovon der eine kürzer und breiter als der andere
war und der eine zum dolichoiden, der andere zum
‘iyperbrachycephalen Typus hinneigte.
I. Die Mesocepalen.
(Dolichoider Typus.)
Von Mesocephalen kamen 2 zur Beobachtung;
lie Maasse sind auf Tab. IV (Nr. 1 und 2) verzeichnet.
Die Schädel sind schön dolichoid, in der Ansicht
von oben nahezu elliptisch; schon in dieser Ansicht
wird man auf das gewölbte Hinterhaupt aufmerksam
zemacht, von welchem ein grosser Theil sichtbar ist.
Die grösste Breite fällt zwischen die Tubera parietalia
und beiläufig in die Längenmitte, Vor und hinter derzelben
verschmälert sich der Schädel mit schönen sanften
') Es muss gleich bemerkt werden, dass dieselben auf
ıbsolute Genauigkeit keinen Anspruch machen können,
indem die Schädel vor Nässe trieften, und so die Nähte theilweise
gelockert, als auch die Knochen ungleichmässig auszedehnt
waren. Die Schädel sind über einem grossen Weihorunnkessel
auf einen Theil seines mächtig breiten Randes
aufgeschichtet und werden von den gläubigen Besuchern der
Capelle stets in ausgiebigster Weise mit Weihwasser besprengt,
so dass nach jedem Acte das Wasser von den Schädeln fliesst.
Diese Procedur dauert selbstverständlich den ganzen Tag hindurch,
indem ein Besucher den andern ablöst. Einzelne
Schädel sind aus dem Grunde schon ganz zerfallen.
Sontouren einerseits gegen die Stirn, andererseits gegen
jas Oceciput. Von der Seite betrachtet, markirt sich
der Längencontour, welcher zuerst ziemlich steil bei
ler Stirne aufsteigt, bei den Stirnhöckern unter stumfem
Winkel nach rückwärts umbiegt, jedoch noch
mmer aufsteigende Richtung beibehält, bis die höchste
Erhebung bei den Tubera parietalia erreicht ist, von
wo er zuerst ziemlich rasch nach hinten abfällt (eine
Art Depression oder Facette formirend), um sich beim
Tinterhaupt in schöner Weise auszubiegen, so dass das
zewölbte Occiput nach hinten und abwärts abfallend
»rscheint. In der Höhe der Linea nuchae superior findet
lie Knickung der Schuppe des Hinterhauptbeines statt,
30 dass der unter der genannten Linie liegende Theil
lesselben zum Aufbaue der Schädelbasis verwendet
wird. Die Schläfengegenden sind flach oder etwas con-‚ex,
das Gesicht orthognath. Das Foramen occipitale
ijegt gleich hinter der Mitte.
Die Form der Schädel stimmt mit den Dolichoilen
Oberau’s ete. und der von HönDEr als germanisch
»ezeichneten Form überein; in anderer Beziehung
ind Aehnlichkeiten mit Schädelformen des Siontypus
vorhanden; so gleicht der auf Maass-Tabelle IV,
sub Nr. 2 angeführte Schädel dem auf Taf. V des
Siontypus (Hıs) abgebildeten Schädel aus Bois des
Yaud bei Lausanne.
Die zwei Mesocephalen haben einen Längen-»reitenindex
von 781 und 78:9; der Längenhöhen-.ndex
konnte nur an Nr. 1 mit 76:5 bestimmt werden;
derselbe ist platyrrhin und mesokonch, der andere
nesorrhin und mesokonch. Das Verhältniss der Breite
zur Höhe des Obergesichtes konnte wegen Defecten
weder bei dem einen noch bei dem andern Schädel
gefunden werden.
Die wichtigsten Maasse dieser beiden Schädel sind:
Minimum Maximum Mittel
uänge . 180 183 1815
3reite . 141 143 142
Töhe .. 140 (?) 140 (?)
Torizontalumfang.. 523 523 (nur von Xr. 2)
BL 78:3 78:2
MH 76:5 (?) 76°5 (?)
9 97:9 (?) 97:9 (?)
Vergleicht man die Maasse der Mesocephalen mit
den Mittelzahlen des Siontypus, so zeigt sich:
Mesocephal Siontypus
1815 1877
142 144:8
140 (?) 140:6
523 5319
78:2 77:2
76:5 (?) 74:9
97:9 (?) 97-1