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sie hat schmale lange Schädel mit vollem, schön
gewölbtem Oceiput. Ich glaubte, diese Cranien müssten
einen dolichocephalen Index ergeben, allein die Berechnung
erwies, dass sie durchschnittlich mesocephal
sind, obwohl einige hart an der Grenze
der Dolichocephalie stehen. Das percentuelle Verhältniss
stellte sich wie 20:100. Die dritte Reihe
der Schädel, die zahlreichsten Vertreter (55/4), zeigte
Anklänge an die letzterwähnte Form (namentlich in
der Ansicht von oben), allein die grössere Breite,
bedeutendere Kürze und nicht mehr so scharf heraustretende
Wölbung der Occiputschuppe schied sie von
ihr, ohne dass sie aber zur hyperbrachycephalen
Form einzubringen gewesen wäre, welche sich durch
den steil, fast senkrecht abfallenden. Hinterkopf
und die stumpfe Eiform in der Ansicht von oben
besonders charakterisirte. Ich gehe später auf die
Beschreibung der einzelnen Typen näher ein und
erwähne nur, dass ich 21 Schädel genau gemessen,
deren Maasse auf Tab. I, Nr. 1—21 verzeichnet sind,
as lässt sich mit grosser Bestimmtheit sagen, dass
alle männlichen Geschlechtes sind.
Ein ähnliches Vorkommniss stiess auch ZucoKERr-KANDL
bei Untersuchung der Schädel in der Crypta
ın Altmünster am Gmundnersee auf, wo sich dem
Ansehen nach für dolichocephal gehaltene Schädel
bei Berechnung der Indices derselben als subbrachyz;ephal
erwiesen. Er sagt !): „Ich gestehe sehr überrascht
gewesen zu sein, als ich bei Berechnung der
Breitenindices dieser dem Ansehen nach dolichosephalen
Schädel subbrachycephale Indices erhielt;
ja selbst die extremen Brachycephalen können ihre
Verwandtschaft mit den Vorigen nicht verläugnen.“
Schon Konnmanx?) macht übrigens auf die Verhältaisse
aufmerksam, sprechend über die Mesocephalen
und Mischformen der Reihengräber: „Wir sind in
Deutschland gewohnt, für Mesocephale oder Orthoz;ephale
solche Schädel zu nehmen, deren Längenoreitenindex
zwischen 74:0 und 80:0 schwankt.
Dieser Auffassung bin ich auf das Strengste gefolgt
ınd die Tabelle 12 weist nur solche Indices nach.
Diese Bezeichnungen sind schon lange im Gebrauch
ınd man wird in vielen Mittheilungen über Schädel
aus der Vorzeit neben den Indices für Lang- und
Kurzschädel auch solche für die Mesocephalen finden,
30 bei Eoxzr, Hıs und Rürmeyer, WeLcKEeR u. A.
Inter jeder grösseren Anzahl von Reihengräber-1)
Mittheilungen ‚der Anthropologischen Gesellschaft in
Wien, XIII. Band, 2. Heft, S. 99, Wien 1883.
2 Schädeln ans alten Grabstätten Bayerns,
Schädeln kommen Indices zur Beobachtung, die in
len angegebenen Grenzen schwanken. Ein Theil
lieser Schädel zeigt zweifellos die nächste Verwandt-;chaft
in allen Einzelheiten mit den Langköpfen.
is sind jene, deren Index demjenigen der Dolicho-;ephalen,
also dem von 720 nahe steht. Ohne
Messung würde man solche Mesocephale geradezu
ür Langschädel erklären und, bei der Betrachtung
on oben oder von der Seite, kurz in irgend einer
\nsicht, sehen sie diesen zum Verwechseln ähnlich.
)er Maassstab constatirt bisweilen zur lebhaftesten
Teberraschung des Beobachters, dass er hier mit
einem Längenschädel in des Wortes vollkommenster
jedeutung zu thun habe, sondern mit einem Mittel-:opfe,
dessen Schläfen viel breiter sind, als dies dem
.chten Langschädel gestattet ist. Man hat die Meso-;ephalen
dieser Sorte als Mischformen erklärt und,
wie ich glaube, mit vollem Recht. Es ist unerlässlich,
‘ür diesen Theil der Mesocephalen eine bestimmte
Zezeichnung zu haben, wodurch sie von anderen
unterschieden werden. Nennen wir sie Mesocephale
nit Neigung zur Dolichocephalie oder mit einem
Worte dolichoide Schädel.“
Wir hätten demnach die Mesocephalen Oberau’s
ıls dolichoide Form hinzustellen; aber auch die
‘xruppe der Brachycephalen lässt eine Verwandtschaft
mit dieser dolichoiden Form erkennen und differirte
n bedeutendem Maasse von der hyperbrachycephalen
Torm. Es wären nun die drei erwähnten Formen
mesocephal, brachycephal und hyperbrachycephal)
ıls drei Typen hinzustellen: 1. ein dolichoider, 2. ein
»rachycephaler und 3. als ein hyperbrachycephaler.
ir hat es den Anschein, als ob der zweite Typus
ılos eine Unterordnung des ersten wäre; jedenfalls
eigen sich die Schädel des zweiten Typus mehr
zu dem ersten als dem dritten hin.
I. Die Mesocephalen.,
(Dolichoider Typus.)
Mesocephale fanden sich unter 21 Schädeln 7 vor.
Die speciellen Maasse derselben sind anf Tah. TI
Nr. 1—7 angeführt.
In der Ansicht von oben sind sie lang, sechseckig.
J)er Contour würde eine Ellipse ergeben, wenn die Seiten-‚änder
der Schädel hinter der Längenmitte nicht ausgejogen
wären. Die Seitencontouren convergiren gewöhnlich
1ach vorne weniger, nach rückwärts stärker, so dass
lurch das letztere Verhalten schon das ausgezogene
Tinterhaupt angedeutet wird. Die breiteste Stelle des
Schädels ist zwischen den Tubera parietalia, welche ziemich
flach sind, zu finden. Die Schuppe des Stirnbeines