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Form, welche z. B. in Marin selbst *) die häufigere ist,
unsere Aufmerksamkeit. Mir war sie bisher aus den
Ostalpen nicht bekannt. Die zweite Form, mit armbrustförmigem
Spiralentheil, ist bei uns schon in einer Anzahl
von Exemplaren constatirt, (Siehe z. B. DEscHMANN, in
Mitth. d. Anthrop. Ges, B.XIN, p. 211 u. B. XIV, p. 49.)
Eine noch jüngere Fibelform zeigt uns Fig. 9. Esist eine
der einfachsten Formen der römischen Provinzialfibel mit
breitem, armbrustähnlichem Nadelcharnier, dünnem Bügel
und breitem, in einfacher Weise durchbrochenem Fusse.
Es liegen uns also in diesen Fibeln die Documente
ür drei auf einander folgende Culturperioden vor, und
es ist sehr bemerkenswerth,
lass die La tene-Fibeln hier
als ausgiebiges Bindeglied
zwischen den Hallstätter
“ibeln einerseits und der
römischen Fibula andererseits
auftreten. Dieses Verhältniss
ist kein zufälliges,
blos aus der geringen Zahl
ler vorliegenden Stücke sich
srgebendes, sondern es trat
mir auch aus den vielen von
Herrn LyusiG vorgelegten
Abbildungen der Funde von
Vital entgegen.
Unter den übrigen Schmuckzegenstäntlen
(Fig. 7—13)
finden sich keine Hallstätter
Iypen; sie gehören alle in
Bezug auf Form und Technik
in die Jüngeren Perioden, der
Mehrzahl nach wahrscheinlich
in die La töne-Periode.
Das Zierstück Fig, 7, dessen
xreisrunde Scheibe mittelst
eines nach rückwärts hervorcagenden
centralen Stiftes
zu befestigen war, hat in
seiner Mitte, wie man aus
den im vertieften Mittelfelde
erhaltenen kleinen, erdigen
Resten von bläulich-grüner
Farbe vermuthen kann, eine
. Scheibe von grünem oder
Pig, 57, Ya nat, Gr, blauem Email” oder einen
aufgekitteten Schmuckstein getragen. Sehr hübsch ist
ler grosse Ring (Fig. 10) mit dem eigenthümlichen,
aohl gegossenen Anhängsel, den rippenartigen Ansätzen
an den weit über einander greifenden Enden und den
in sehr präciser Gravirung ausgeführten Ornamenten.
Das zweite, beschädigte Anhängsel (Fig. 11) deutet
darauf hin, dass solche Ringe auf diesem Grabfelde
aicht allzu selten sind. Ein zweiter, in mehreren Bruch
stücken (Fig. 12) erhaltener Ring ist in kleinen Absätzen
mit Warzen wie mit zertheilten Knoten besetzt
') In La töne bei Marin ist zwar diese Fibel aus Eisen,
doch kommen in der Schweiz auch bronzene vor. (Siehe
z. B. die unserer Fig. 4 sehr ähnliche Fibula von Mörigen
bei „V. Gross, les Protohelvetes“, anf Tafel XVII, Fig. 65.)
11. Herr k. k. Staatsanwalts-Substitut Edmund
Schmidel legt einen prachtvollen
Bronzedolch aus Tirol -
vor (Fig. 57), welchen er in Lienz gekauft hat. Derselbe
stammt nach Angabe des Verkäufers von Lanleck.
Er hat eine Länge von 370 und eine Breite
ron 69 mm und zeichnet sich durch einen vorzüglichen
Erhaltungszustand und eine prachtvolle Patina aus.
So sehr die grosse Schönheit dieses Stückes zu
iner eingehenden Besprechung desselben einladet, scheint
38 doch empfehlenswerth, dieselbe bis zum Einlangen
äines genauen Fundberichtes zu verschieben.
Ausschusssitzung am 9. December 1884.
(Auszug aus dem Protokoll.)
Vorsitzender: Der Präsident Freimerr FERDINAND von
ANDRIAN- WERBURG.
Als wirkliche Mitglieder werden aufgenommen:
Frau Baron Henriette WarTrmann in Wien.
ınd die Herren:
Excellenz GrAar SIGMUND BeErcatTHOoLD, Gutsbesitzer, Reichs-'athsabgeordneter
in Wien,
ALEXANDER BOGOSAVLIEVIC, in Prnjavor, Bosnien,
Josie Bosısevic, k. Bürgerschullehrer in Brod, Slavonien.
Grovanını Costa, k. k. Postofficial und Landwehrhauptann
in Wien,
P. Dumiörc, k. k, Offieier a. D. in Wien,
Dr. Grecor Kreg, k. k. Professor a. d. Universität Graz,
Joser Lorschy, Buchhändler in Brod, Slavonien,
Dr. GustAv Meyer, k. k. Professor a. d. Universität Graz.
GorrFRIED' v. Ossowsrxı in Krakau,
Wanzer PücaLeR, k.k. Bergrath in St. Pölten, N.-Oesterr..
Dr. med. Carr Reich in Brod, Slavonien,
LuDwıe Cart Seien, k. k. Sectionsrath in Wien,
Dr. Franz TovLa, k. k. Professor an der technischen
TIochschule in Wien.
In Erwiderung auf die in der letzten Sitzung vorgelegte
Zinladung zur Säcularfeier der k. böhmischen Gesellschaft
ler Wissenschaften in Prag hat das Präsidium die Glückvünsche
unserer Gesellschaft bei der am 6. d. M. stattge-1abten
Festsitzung durch unser Mitglied Dr. Jerinex in Prag
n Form einer Adresse überreichen lassen.
Für das Jahr 1885 werden 8 Monatsversammlungen (am
‚3. Jänner, 10. Februar, 10. März, 14. April, 12, Mai, 9. Juni,
‚0. November und 9. December) festgesetzt.
Ueber Antrag des Secretärs wird das Honorar für Literaturjerichte
bis auf Weiteres mit 24 fl. pr. Druckbogen festgesetzt.
Der Secretär stellt nach eingehender, hauptsächlich durch
lie Menge. des zur Aufnahme in die „Mittheilungen“ vorijegenden
Materiales unterstützter Motivirung den Antrag,
ür den Druck des 4. Heftes des Bandes XIV der Mittheilungen
nen Mehrkostenbetrag von 270 fl. zu bewilligen. - Dieser
Antrag wird nach eingehender Debatte angenommen.
J. Szombathy.