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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 4=14.1884

las Vorherrschen von drei Typen: eines mesocephalen
‘dolichocephalen), eines brachy- und eines hyperbrachycephalen
 Typus. Eine ganz scharfe Scheidung
zwischen brachy- und hyperbrachycephalen, ebenso
zwischen den dolicho- und mesocephalen Formen
ist nicht zu treffen, und man muss innerhalb eines
jeden Typus dem Index eine gewisse Spielweite gestatten.
 Ein Schädel mit dem Typus der Hyperbrachycephalen,
 aber mit einem Index, der unter
35°0 liegt, gehört noch immer zur Rasse der Hyperırachycephalen.

A. Hyperbrachycephaler Typus. Der Schädel
‚st in der oberen Ansicht stumpf eiförmig, das Oval hinten
breit, wie abgestutzt; von der Schuppe des Hinterhaupteines
 ist nur der oberste Antheil sichtbar, von den
Scheitelbeinen etwas mehr als die vordere Hälfte. Die
grösste Breite (zwischen den Parietalhöckern) liegt kurz
zor dem hinteren Ende des Längendurchmessers, Die
Seitenconturen convergiren nach vorne, um die gewöhnlich
 schmälere Stirn zu bilden, während sie hinter den
Scheitelhöckern unter äusserst stumpfem Winkel in den
schwach gebogenen, oft fast geraden Contur des Hinterhauptes
 übergehen. Seitenansicht. Der Contur steigt
vorne zuerst auf und biegt gewöhnlich rasch in den
relativ langen und flachen Scheitel über, der vom Stirnein
 und vom. Scheitelbein gebildet wird, um bei den
Scheitelhöckern fast senkrecht gegen die steile Hinterhauptwand
 abzufallen, An dieser Flachheit der Hinteraauptschuppe
 participirt auch das Muskelfeld dieses
Knochens, daher die Schuppe an der Bildung der
Schädelbasis nur geringen Antheil nimmt und das

Toramen occipitale weit rückwärts verschoben erscheint.
Jer retroauriculäre Theil der Schädellänge ist bedeutend
zürzer als der präauriculäre, Grösste Höhe in der
?rojection der Warzenfortsätze. In der hintern Ansicht
 ist der Schädel einem liegenden Rechtecke verzleichbar;
 man überblickt neben der breiten flachen
Schuppe ungefähr die hintern Hälften der abgebogenen
Yarietalia. Die Norma facialis zeigt eine mässig breite
Stirne, ein ebenso geartetes Gesicht, weite Augenhöhlen
ınd eine lange schmale Nasenöffnung.
B. Bei den Brachycephalen ist die obere Ansicht
 nicht so stumpf eiförmig, die grösste Breite liegt
viel weiter vor dem hinteren Ende des Längendurchmessers
ınd von der Squama occipitalis ist ein grösserer An-‘heil
 sichtbar, Die nach hinten etwas convergirenden
Seitenconturen gehen unter flachem Bogen in den stärker
zebogenen hinteren Contur über. In der seitlichen Ansicht
 ist der Scheitel mässig lang, nicht sehr flach,
»ildet in der Mitte der Parietalia gewöhnlich eine De-»ression
 und geht dann ziemlich rasch in das ausgejauchte
 Hinterhaupt über, dessen Muskelfeld an .der
3ildung der Basis mehr betheiligt ist, als bei den
Iyperbrachycephalen. Der retroauriculäre Antheil der
uänge ist länger, die grösste Höhe weiter vorn, die
hintere Ansicht niederer, der untere Antheil der Schuppe
ıicht vollständig sichtbar, die Parietalia in grösserer
\usdehnung als bei den Hyperbrachycephalen betheiligt.
Tinterhauptschuppe gewölbt. Norma facialis ähnlich der
ler Hyperbrachycephalen.
C. Innerhalb der dolichoiden Gruppen finden
sich die bekannten mesocephalen, durch Langbau ausyezeichneten,
 germanischen Formen. Der Reihengräberypus
 tritt vereinzelt auf.

UF

Brachryce-B.
 [@8. |B.-0.[L:B. ID:

| Hyperbrachycephal a
Zl 1 B. m |H.-U. |L:B.|L:H.|B:H.

u 520 | 78:4 724 m Bi - 9 725 was 150 182 |520 867 76:3| 88:0
181/527 781 71:6 gm 148 |183/530 82:7 74:8] 8991174 |153 193 |525 |87°9 76:4 869
A ZN A A
|
Tiroler im Mittel hazlıa2:5 ” 528 / 5 72:0 suchzesfneısı 526 81°5 734| 9001755 151515255225 87:8 76°4| 874
|

RABL-RÜCKHARDT
und RAnkE ..

Alle diese drei Schädelformen sind,
wie mir Hozz” mittheilte, in den von ihm
untersuchten Beinhäusern in grosser Reinheit
 vorhanden; die Zahl der Schädel.
welche keinen reinen Typus an sichtragen,
ist eine so verschwindend kleine, dass dieselbedas
 Hauptresultatnichtim Mindesten
zu beeinflussen vermag.
Im Alpachthale und in der Wildschönau sind
alle drei Typen (mesocephaler, brachycephaler und
hyberbrachycephaler) vertreten. Der brachycephale
findet sich in der Majorität, er umfasst mehr als

die Hälfte der Schädel (646 Percent); die beiden
anderen Typen theilen sich in die restirende Zahl,
loch in der Weise, dass auf den hyperbrachysephalen
 ein grösseres Verbreitungsgebiet als auf den
mesocephalen entfällt.
In Lanersbach (Duxerthal) ist der mesocephale
und brachycephale Typus gleich stark verbreitet.
In Mals, Taufers, Elbigenalp, Holzgau, Tisens
und in Unser lieben Frau im Walde herrschen die
brachycephalen und hyperbrachycephalen Schädelformen
 mit etwas grösserer Verbreitung des ersteren
Typus vor (etwas mehr als die Hälfte).
            
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