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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 3=13.1883

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Was schliesslich die Dimensionen der Gefässe
anbelangt, so bedeuten die Buchstaben im Nachstehenden
 folgende Maasse:
H = Grösste Höhe.
B = Grösste Breite.
hB — Höhe der grössten Ausweitung über dem Boden.
b == Breite des Bodens.
n = Weite der Mündung.
Bei vielen dieser Maasse (alle in Centimetern zu
verstehen) sind zwei oft nicht unbedeutend von einander.
 differirende Zahlen angegeben, was seinen
Grund in der oft ziemlich unregelmässigen Form
der Gefässe hat. Bei den Henkelschalen hat häufig
der Rand eine mehr oder weniger elliptische Form,
30 dass die hiebei angeführten Maasse für m den
kleinsten, respective den grössten, auf dem vorigen
senkrechten Durchmesser angeben.

Funde in den Gräben I und IV.
Grabfund I.
(Taf. XV.)
Die Tiefe dieses Fundes betrug 1:6 m. Die
Steine waren derart über die Gefässe gelegt, dass
nur ein einziges derselben erhalten blieb. Alle
anderen Gefässe waren zertrümmert, manchmal in so
viele Scherben, dass ein Zusammensetzen derselben
nicht möglich war. Es ergaben sich ausser einer
t:heilweise zusammengesetzten Urne noch zwei kleinere
Beigefässe (eines davon zusammengesetzt) und Bruchstücke
 von vier anderen Gefässen, ım Ganzen also
{ Stück. Alle Bruchflächen sind alt, entweder unmittelbar
 beim Beisetzen '), oder später durch die
Last der darauf liegenden Steine und Erde entstanden.
 Die Ausführung der Gefässe ist keine
jesonders sorgfältige, eine einfache Verzierung kommt
aur bei der Urne vor.
Henkelurne (Fig. 1a). Boden fehlt, ebenso die zwei
<leinen Henkeln; am Bauchumfange verziert durch vertical
ınd diagonal angeordnete, aus drei nebeneinander liegenden
Aachen Furchen bestehende, bandartige Streifen, an der
Grenze zwischen Bauch und Hals mit vier Querfurchen;:
Hals etwas geschweift. Das Material ist ein dunkler, feiner
Thon, aussen mit schwachem Graphitüberzug versehen.
B=22, m = 11.
Napf (Fig. 1b), einfach gearbeitet; in der Erde, die ihn
ausfüllte, fanden sich einige unbedeutende Knochensplitter
ror.‘ Ganz erhalten. .
H=7 B = 9, hB = 2'5—3, b= 27, m = 8.

1) Es scheint jedoch kaum, dass Gefässe absichtlich zerschlagen
 wurden, wie dies an anderen Orten, vielleicht als
Jnpferbrauch, vorkam.

Henkelschale (Fig. 1c), von dunkelrothbrauner Farbe,
mit schwachem Graphitüberzug. Mündung etwas oval, Form
nicht ganz regelmässig. Aus Bruchstücken zusammengesetzt.
H = 75—8, b= 4, m & 10—11°5.
Henkeltopf, von roher. Arbeit, aus rothgebranntem
Chon, mit zwei kleinen Henkeln, mit rohen, durch Herabstreichen
 des noch plastischen Thones bei der Verfertigung
ntstandenen Längsstreifen. Nur zum Theil zusammengesetzt.
Ausserdem fanden sich hier noch die Bruchstücke verschiedener
 anderer Gefässe vor, darunter ein zweiter Topf,
ihnlich gearbeitet wie der vorige; Bruchtheile einer kleinen
lachen Schale, innen mit Graphitüberzug. versehen, sowie
änes kleinen Napfes, innen und aussen graphitirt.
Grabfund IL
(Taf, XV.)

Um eine grössere Urne standen gegen Norden in
unregelmässigem Halbkreise fünf kleine Beigefässe,
und zwar drei davon aufrecht, die zwei anderen
in umgekehrter Lage. (Situation siehe Fig. 2 h.)
\usserdem fanden sich noch die Scherben von zwei
zrossen, flachen Schüsseln vor, wovon wahrscheinich
 eine oder alle beide als Deckeln für die Urne
lienten. Die Art und Weise der Ausführung der
*efässe ist keine besonders sorgfältige; Verzierungen
"ehlen vollständig. Es sind also vier ganze, zwei
zusammengesetzte Gefässe und zwei in Scherben,
ım Ganzen acht Stück.
Topfurne (Fig. 2a), aus Bruchstücken zusammengesetzt
ınd ergänzt; mit schwachem Bauche und 5 cm. hohem, gegen
ben sich erweiterndem Halstheil. Das Material ist ein mittel-"einer
 Thon, bräunlichgelb gebrannt. Die Knochen rühren
‚on einem erwachsenen Individuum her; es fanden sich unter
ienselben drei Zahnbruchstücke (2 Wurzeln und die Krone
anes Backenzahnes). Die Zähne sind immer durch das
3rennen stark eingegangen. Als Beigabe befand sich auf den
<nochen ein 3 cm. langes Bruchstück einer Bronzenadel.
H= 23, B= 205, hB = 13, b= 9, m = 185.
Napf (Fig. 2b), der obere Theil etwas geschweift, aus
‚öthlichgebranntem Thon, welcher einzelne grössere Quarzvörner
 und kleine weisse Glimmerschüppchen enthält: befand
sich umgestürzt in schiefer Lage.
H= 75, B= 10383, hs = 25, b= 3, m = 8—8%.
Flache Schale (Fig. 2c), mit einem kleinen länglichen
 Ansatz versehen; befand sich in umgekehrter Lage.
H = 555, B=10—11, b= 8
Urnenförmiges Näpfchen (Fig. 2A), der obere Theil
ıbgeschlagen.
B=8, h = 3—35, b= 3.
Näpfchen (Fig. 2e), ziemlich roh gearbeitet, der Thon
enthält, wie bei den vorhergehenden, Quarzkörner.
H = 45—5, B= 65, h3=18, b=2, m=55—6,
Napf (Fig. 2f), nur zur Hälfte vorhanden, der schmale
Boden ist scharf markirt; das ganze Gefäss von etwas
‘einerer Arbeit als die vorhergehenden.
H= 77, B= 12 h8= 25, b= 38 m=10.
            
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