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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 3=13.1883

zn

Blutes — dann der unverkennbare Einfluss spätvömischer
 und romanischer Bau- und Bildkunst, dem
die Herzegowina kraft ihrer Lage und Configuration
offener stand, als das nur lose mit dem Küstengebiet
verknüpfte Bosnien, erklären zur Genüge den Vorzug
ler südöstlichen Repräsentanten dieser Denkmälerclasse.
 Um aber, im Anschluss an die mitgetheilten
Proben, wenigstens Grundlinien zu einem Culturbilde.
wie es sich aus
der grossen Masse
ler altbosnischen
Gräber mit Leichtigkeit
 ergibt, zu
ziehen, darf ich
nicht bei diesen
Proben stehen
bleiben; ich lege
ler folgenden summarischen
 Darstelıung
 das ganze
zleichartige Material, wie ich es auf meinen Reisen
kennen gelernt und zum grössten Theil schon in den Eingangs
 citirten Berichten veröffentlicht habe, zu Grunde.
Ueber den Culturzustand Bosniens vor der türzischen
 Invasion geben die urkundlichen Geschichtsquellen
 wie immer nur ungenügenden Aufschluss,
ınd von den sonstigen Zeugen sind es im Wesentlichen

\uch war es nicht Sitte, den Todten Gegenstände
les Schmuckes oder Gebrauches in die Gräber mitzugeben,
 so dass Ausgrabungen unter den alten
Grabsteinen nur schätzbares osteologisches Material
zu Tage fördern. Doch sind uns einzelne Arbeiten der
Kleinkunst erhalten, welche beweisen, dass Darstellungen
 und Ornamente, wie wir sie jetzt nur mehr auf
Grabsteinen häufiger finden, auch zum Schmuck von
allerlei Geräthschaften
 aus Holz
und Metall verwendet
 würden.
Die Doppelspirale
und das Zickzack-Ornament
 mit rautenförmig
 gemusterten
 Dreiecken,
uralte Motive, die
hauptsächlich an
prähistorischen
\rbeiten bemerkt werden, finden sich in Bosnien
abenso an mittelalterlichen, wie an recenten Holzınd
 Metallgefässen, und andere, meist Pflanzen-OrnanNente,
 die wir an den Grabsteinen als Nachbillungen
 spätrömischer Muster erkennen, spielen noch
heute in der bosnischen Kunstindustrie eine Rolle.
Bei der Stabilität, mit welcher sich Zustände. die

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Fig. 34. Grössere Gräberstätte von Zeleni-polje.
vir auf anderen Gebieten als vorgeschichtliche
reffen, in Bosnien noch jetzt fortpflanzen, ist die
Entfernung von 4—5 Jahrhunderten so gering, dass
wir jene Züge der Kunst und des Lebens, die eine
Verwandtschaft mit den Darstellungen der alten Grabsteine
 bekunden, unbedenklich in’s Mittelalter, ja
noch weiter zurück, versetzen dürfen.

die alten Grabsteine, denen wir einen tieferen Einblick
 in das Leben und Treiben der autonomen Bevölkerung
 am Ausgange des Mittelalters verdanken.
Die Zerstörungslust und Beutegier der türkischen
Eroberer und ihrer Lehensmänner, der einheimischen
Renegaten, liess nur wenige tektonisch reiche oder
aus edlem Material geformte Werke auf uns kommen.
            
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