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weiterung des Schädelinnenraumes, welche sich durch
exquisite Verbreiterung der Stirnregion kundgibt, in
der Weise, dass die Breitenausdehnung daselbst dieselbe
bei makrocephalen Schädeln übertrifft, oder ıhr
wenigstens gleichkommt.
Die Schädel mit Brachycephalia. synostotica
anterior zeichnen sich durch ihre mehr runde,
cylindrische Form und grosse Breite aus. Sie haben
steil aufsteigende Stirnbeine, mächtig gewölbte
Schläfegegenden, eine grosse Basis. Die Scheitelbeine
fallen rückwärts steil ab; das Hinterhaupt ist
kapselförmig vorspringend. Der Scheitel kommt in
die Nähe der vorderen Fontanelle zu liegen. Die
Augenhöhlen sind kurz und weit, ihre Axen nach
aussen stark divergirend. Besonders bei Stirnnahtschädeln
ist die Augenscheidewand sehr breit. Mit
ler Verbreiterung der Stirne steht das breite Gesicht
in Zusammenhang.
Der Freundlichkeit des Herrn Prof. ZUCKERKANDL
verdanke ich einige Daten der Resultate seiner
Unternehmungen über Akrocephalie, welche ich anzuführen
mir erlaube, da dieselben mit meinem Ergebnisse
in Uebereinstimmung sind. So theilt mir
Prof. ZucKkerRKAnDdL mit, dass als Ursache für einfache
Akrocephalie prämature Synostose der seitlichen
Kranznahttheile anzusehen ist. Die Folgesrscheinungen
an solchen Schädeln drücken sich
L. durch Verkürzung des Längendurchmessers, speciell
seines präauricularen Antheiles aus; derselbe kann
um 25 mm. kürzer sein als die retroauriculare
Portion. 2. In Folge dessen sind die Orbitae verkürzt,
die Längsaxe derselben überragt in keinem
Falle das Maass von 50 mm. (beim Laufener
Schädel 40 mm.); zuweilen beträgt ihre Länge nur
50 mm. Die Orbitalbreite ist gering, der Orbitaleinzang
auffallend weit. 3. Die Akrocephalen zeigen
nsgesammt Stenokrotaphie, die Keilbeinflügel sind
u schmal, weil der Schädel in seiner präauricularen
‚änge verkürzt ist. 4. Die Ausbauchung der Schläfezruben
und der Basis ist constant, doch kann auch
lie Basis eine plastische Deformation zeigen, sie
cann gegen die Schädelhöhle eingedrückt sein.
>. Die Impressiones digitatae sind sehr tief, die Juga
‚erebralia dem entsprechend hoch. Die Felsenbeine
and atrophisch.
Der brieflichen Mittheilung Prof. ZUucKERKANDL’S
'ntnehme ich ferners, dass er in der Crypta
n Mödling bei Wien einen Akrocephalus mit
‚ersistenter Stirnnaht gesehen hat; die Ursache war
ine prämature Synostose der Kranznaht. Von dem
‚ehr defecten Schädel konnte er nur folgende Maasse
ntnehmen: grösste Länge 165 mm., grösste Breite
52 mm., Höhe 140 mm.; die Stirnbreite der
5chuppe betrug 130 mm., die zwischen den Jochortsätzen
108 mm. Der Breiten-Index 92:1, der
‚ängenhöhen-Index 84:8 und der Breitenhöhen-Index
”2:1 mm. Der Schädel ist entschieden breiter als der
‚aufener Schädel (152: 138); die Länge beider ist
nnähernd gleich (165: 161). Die Indices weisen
‚eim Mödlinger Schädel grössere Zahlen auf. Die
Stirnbreite zwischen den Jochfortsätzen des Mödlinger
ichädels überwiegt die des Laufener Schädels
L03 : 108 mm.). Auf weitere und nähere Details
cann in Beziehung auf die fehlenden Maasse und
ıähere Deseription des Mödlinger Schädels nicht
ingegangen werden.
Südslavische Pestsagen.
Von
Dr. Friedrich S$. Krauss.
Auf ihren wiederholten unheimlichen Wanderungen
nat die Pest sich überall ein trauriges Andenken
gesichert. Von der äussersten Spitze Griechenlands
und Spaniens bis weit oben in Island erzählen sich
die Völker schauerliche Sagen von der Pest. Grıum
und Panzer haben über diesen Sagenkreis der indogermanischen
Völker ausführlich gehandelt und die
vielen verwandten Züge in demselben hervorgehoben.
Es wird aber durchaus nicht nothwendig sein, eine
Entiehnung bei den einzelnen Völkerstämmen anzu-1ehmen,
denn unter gegebenen gleichen Bedingungen
nussten nothwendigerweise ähnliche Sagen überall
ntstehen, womit wir aber keineswegs bestreiten,
lass überhaupt keine Wanderung der einen oder anleren
Anschauung stattgefunden habe, nur hält es
rorderhand bei der jungen Entwicklung unserer verzleichenden
Sagenforschung unendlich schwer, immer
zenau zu bestimmen, inwieweit das eine oder andere