726. Kraftsdorf bei Gera
ihnen die Lauben im Giebeldreieck und die hübschen Schrotum⸗
gänge. — In Niederbapern stoßen wir wiederum auf eine frän—
kische Gehöftform (Abb. 78); abweichend von der Anordnung
auf unserm Bild gibt es Höfe, wo das Wohnhaus hinter dem
Hof in der Mitte steht und ebenso wie die Seitengebäude der
Straße den flachen Giebel zuwendet, so daß die drei Dachgrate
parallellaufen. —
Gegen die Alpen hin hat der Bajuvare dann sein großes
Einhaus entwickelt, das Gegenstück zum Schwarzwaldhaus.
Aber während dies an den Berg sich lehnt und in seinem Dach⸗
kontur den Rhythmus der umgebenden Landschaft aufnimmt,
steht das bayrische Haus auf der flachen Talsohle zwischen ge⸗—
waltigen Felsschroffen; es dehnt sich in die Breite und dieser
Tendenz gibt das Dach nach (Abb. 81, 65, 10); für dieses flach⸗
geneigte Dach ist Stroheindeckung nicht geeignet, drum ver—⸗
wendet man hölzerne Legschindeln und beschwert das Dachkleid
mit Steinen, zum Schutz vor dem Hochgebirgssturm. Er findet auch
keine Angriffsfläche bei der schwachen Steigung des Daches;