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Kuckenburg.) Obwohl die Besatzung der Burg außer dem Ritter
nur noch aus einigen Knappen und ein paar schrecklichen Rüden
bestand, war dieselbe doch ein Schrecken der ganzen Gegend geworden.
Denn nachdem sie auf einem bis zur Stadt Hettstedt sich hin—
ziehenden waldigen Berge ein festes Bollwerk erbaut hatten, nach
welchem noch jeßt die am Fuße des Berges gelegene Ziegelei „zum
Trotz“ genaͤnnt wird, überfielen sie von da aus die unten vorüber⸗
ziehenden Fuhrleute und Reisenden, durch deren Hab und Gut sie
fich bereicherten, so daß man sich zuletzt allgemein s cheute, die
Straße unter dem Berge, der darum der Scheuberg genannt
wurde, noch ferner zu bereisen. Nachdem jedoch der Kuckenburger
von einem Nebenbuhler erstochen und seine Burg in Flammen auf⸗
gegangen war, rissen die Umwohner die Trümmer bollends nieder und
herbraͤuchten sie zur Ausbesserung ihrer Häuser und Gehöfte, so daß
heute nur noch der Name des Hügels an die Burg erinnert, die
vor Zeiten auf demselben gestanden.
IV. Gegend von Stolberg und Sangerhausen.
49. Der Sieben-Gemeinde-Wald bei Stolberg.
Aufgezeichnet 1834.)
Nach einem (von Nr. 215 der Mansfelder Sagen abweichen⸗
den) Bericht ist der Wald bei Stolberg, aus welchem die 7 Ge⸗
meinden jaͤhrlich zusammen 1600 Schock Waldwellen erhalten, den⸗
selben von einer Kaiserin Elisabeth geschenkt worden, weil jene
kein eigenes Holz hatten.
50. Der Blutrain bei Görsbach.
(Aufgezeichnet 1828.)
Der Blutrain im Timderöder Felde bei Görsbach hat
seinen Namen davon, daß hier ein Mann auf wunderbare Weise
verunglückt ist.
*) Der häufig vorkommende Name Kuckenburg —. am bekanntesten ist wohl
Kuckenburg bei Duerfurt — hat freilich einen andern Sinn. Er bedeutet einfach
sopiel wie Wartburg, eine zum Ausguck dienende Burg.