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Objekt: Globus, 20.1871

I. Das Lochgebirgshaus. 
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Zu diesem Zwecke hielt ich es für das Richtigste, gleich dem 
Zeichner, welcher die Blattformverschiedenheiten irgend einer Pflanze 
solange studiert hat, bis er aus ihnen zu einer grundlegenden und 
allgemein giltigen Idealform gelangt ist, und dann das „stilisierte 
Blatt" entwirft, auf Grund meiner Erfahrungen unb zahlreichen 
Messungen das auf den Tafeln III und IV dargestellte „typische 
Äochgebirgshaus" zu entwerfen. — Ehe wir das Äaus „aufzu 
bauen" beginnen, sei noch zu seiner allgemeinen Charakterisierung 
nachgetragen, daß das Lochgebirgshaus in seinem Grundrisse eine 
überraschende Übereinstimmung mit dem fränkischen Bauernhause zeigt, 
welche sich bis auf den Standort des Äerdes und der Einrichtungs 
stücke der Stube erstreckt. 
Ist das fast immer mehr oder weniger — oft auch nach zwei 
Richtungen abschüssige Terrain planiert und der Bauplatz abgesteckt, 
so wird mit der Aushebung der Erde für die Grundmauern und 
die Kellergrube begonnen. 
Das Material des Mauer Werkes war und blieb 
naturgemäß überall der hier vorkommende Gneis und (seltener) Granit. 
(Gneis- und Granitfelsen ragen vielfach aus dem Boden, die Rodung 
fördert noch immer nicht nur Feldsteine, sondern auch mächtige Fels 
blöcke zutage, welche guten Bruchstein geben, und an den Grenzen 
zwischen Grundabteilungen zu hohen und breiten Mauern geschlichtet, 
einer Verwendung harren.) 
Sind die Grundmauern, welche wegen der Erdbodenneigung 
verschieden tiefe Sohle und verschiedene Äöhe erhalten, über den 
Boden herausgediehen, so können wir auch schon die Dimensionen 
der einzelnen Räumlichkeiten feststellen. 
Die Gesamtlänge des Wohnhauses samt Stall und „Gsott- 
kammer" ') (welche letztere jedoch keinerlei Grundmauern besitzt und 
nur aus Äolz erbaut wird,) richtet sich nach den Vermögensver 
hältnissen, insbesondere aber nach dem bereits vorhandenen oder noch 
anzuhoffenden Viehstande. Als Maximum fand ich bisher für die 
Gesamtlänge und zwar beim Korbischhofe in Tafelhütten, (am Fuße 
des Kubany) 38 m; in der Regel beträgt diese jedoch bloß 20—25 m 
und die Breite 10'/ 2 —12 m. 
Die Mauern sind zumeist 85 cm stark. Die Wohnstube mißt 
in der Regel 6X6 oder 6X5, die anstoßende Kammer 6 oder 
5X23 bis 3'/ 2 m. Der Gang ist gewöhnlich 2 1 /, bis 3 m 
breit und reicht dieses Vorhaus bis zur Sommerküchenwand. Der 
bald ein- bald zweiräumige Stall ist im Durchschnitte 9 m breit 
0 Ge sott: zum Absieden oder Abbrühen als Viehfutter geeig 
neter Getreideabfall oder Spreu. (Schmeller, Bayrisches Wörterbuch 
2, 340.)
	        
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