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Volltext: Curare, 26.2003

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blick?, konntest Dich aber wenig damit anfreunden, 
wenn sich die Jüngeren für das alte Thema Schama- 
nismus erneut interessierten und begeistert aufge- 
griffen haben, so auch in Lehrveranstaltungen, wc 
mit der Selbsterfahrung und den Sinnen als Erweite- 
zung von Lernfeldern lockerer umgegangen wird. 
Du warntest noch in unserer curare vor Entwicklun- 
gen, wie die in der Rubrik Erthnomedizin in der Leh 
re von Andritzky (1983) 10 angesprochenen bei Dei- 
1em Bericht zur Ethnomedizin in der Lehre in Hei: 
delberg (1985)! 
Ich stelle mir vor, dass Du im Sommer zwischen 
Rosensträuchern sitzt und vielleicht einen schönen 
gewölbten begrünten Torbogen über Dir hast und 
Du plötzlich eine Verbindung zwischen Dir, der 
Erde und dem, was darüber ist, bemerkst. Ich sage 
dies so, obwohl ich natürlich weiß, dass Dir als ei: 
aem tief religiösen Menschen dies keineswegs et- 
was Fremdes ist. Nur, sollen solche sinnhafteren Er- 
fahrungsbereiche als Erkenntnis- und Verständnis- 
möglichkeiten aus dem universitären Rahmen 
ausgegrenzt werden? Eben hier bedarf es noch inte: 
grierender Personen im Lehrbetrieb, die bereit sind, 
konventionelle Denkmuster zu überschreiten, nicht 
aur in der Medizin, sondern auch und gerade in der 
Ethnologie, und gerade beim Thema Schamanis- 
mus. Das Logo auf der ersten Zeitschrift der Ar- 
beitsgemeinschaft Ethnomedizin, der von Sterly 
nerausgegebenen „Ethnomedizin‘“ (1971 - 1982) 
zeigt Ja sogar einen Schamanen. Vielleicht führt 
eine wirklich konsequent angewandte „kulturver- 
gleichende medizinische Anthropologie“ dazu, all 
das, was mit dem Schamanenkomplex zusammen 
gesehen werden kann, sinnvoll auch in einem mo- 
dernen medizinischen Denken und Planen von Me- 
dizin im Gesundheitswesen zu verorten. Vielleicht 
tragen dazu viele kleine Bausteine bei, wie der oben 
zitierte Beitrag von Dir über den Umgang mit der 
Nachgeburt im ländlichen Korea. Herzlichen 
Glückwunsch zum 70sten Geburtstag. 
MAGEM 24/2003 
Anmerkungen 
1. curare 16, 3 + 4 (1993) 161-188 mit Beiträgen von Katari- 
na GREIFELD, Renaud VAN QUEKELBERGHE und Wulf 
SCHIEFENHÖVEL, einer Laudatio von Hans Jochen DIES- 
FELD und einer Dankadresse von Angelika DEIGNER 
Schriftenverzeichnis, siehe dort S.165-170, 
1993. Medizin und Kultur, Eine Propädeutik für Studieren- 
de der Medizin und der Ethnologie mit vier Seminaren in 
Kulturvergleichender Medizinischer Anthropologie 
/KMA). (Schriftenreihe Medizin in Entwicklungsländer 
34). Frankfurt: Lang (2. Auflage 1995) 
zurare 15, 1 +2 (1992) 111-120. 
1995. Geburtshilfliche Pathologie im Schnittpunkt des tra- 
ditionellen und modernen geburtshilflichen Systems in Ko- 
rea. In SCHIEFENHÖVEL W., SICH D. & GOTTSCHALK- 
BATSCHKUSS C. E. Gebären — ethnomedizinische Perspek- 
tiven und neue Wege. (curare-Sonderband 8) Berlin: 
VWB: 187-200 (Erstveröffentlicht 1983 in curare-Sonder- 
tand 1: 21-40) 
curare 1, 1 (1978) 25-30. 
‘n dem Artikel „Naeng: Begegnung mit einer Volkskrank- 
heit in der modernen, frauenärztlichen Sprechstunde in Ko- 
rea“. curare 2,2 (1979) 87-96, reprint curare 25,1+2 (2002) 
117-122. 
curare 5, 4 (1982) 245-249. 
z.B. ILLHARDT F.J, & EFFELSBERG W. (Hg) 1994. Medizin 
in multikultureller Herausforderung: Workshop der Akade- 
nie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz am 4./5. 
Jezember 1992. Stuttgart, Jena, New York: G. Fischer, mit 
20 Beiträgen. 
SICH D. 1980. Ein Beitrag zur Volksmedizin und zum 
Schamanismus in Korea. curare 3,4: 209-216; Titelbild 
nd Text curare 2,4(1979): Eine Mudang. 
Andritzky W. 2002. Ethnomedizin im Medizinstudium. 
Gedanken zu einem Seminar in Berlin. curare 25,1+2: 284- 
286 (reprint aus curare 1983). 
SICH D.1985. Ethnomedizinische Aktivitäten an der Uni 
versität Heidelberg. curare 8,4: 299-300. 
) 
EKKEHARD SCHRÖDER 
Potsdam, im Herbst 2003 
VWB - Verlag für Wissenschaft und Bildung
	        
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