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Volltext: Curare, 16.1993

Nirkung und volksgesundheitliche Bedeutung vegetarischer Ernährung. Erfahrungen aus Ungarn 263 
oder geistige Arbeit und fühle mich auch in den 
Abendstunden noch fit und aktiv. Seit vielen 
Jahren hatte ich keine Infektionskrankheit mehr, 
nicht einmal einen Schnup- fen. Früher hatte ich 
mehrmals pro Jahr die Grippe. Wenn es überhaupt 
Wunder gibt, so ist für mich die Wiedererlangung 
meiner Gesundheit wirklich ein Wunder! Und das 
hab ich den rohen (lebendigen) Speisen zu ver- 
danken.” 
Ein anderer meiner Patienten hatte die Geschichte 
seiner Heilung unter dem Titel “Metamorphose” 
zusammengefaßt. In meiner Praxis als Natur- 
heilkunde-Arzt empfehle ich meinen Patienten 
Fleisch, Zucker und Fett aus ihrer Diät wegzulas- 
sen, die mindestens zu 50% aus Rohkost bestehen 
soll; ebenfalls sollen starke Gewürze weggelassen 
werden und nur fettarme Milchprodukte verzehrt 
werden. Dieses empfehle ich auch als Vorbeu- 
gung. 
Fleischkonsum begünstigt Herz- und Gefäßer- 
krankungen oder verursacht sie sogar. Des wei- 
teren können während der Assimilation, der Zer 
setzung, die sich in Harnsäure verwandelnden 
Purinbasen Gichtanfälle erzeugen. Im Urin wird 
vermehrt Urat abgesondert, und Urat führt oft zur 
Bildung von Nierensteinen. Fleischsuppe enthält 
Purin und Pyrimidinblasen, ein ausgezeichneter 
Nährboden zur Vermehrung von Bakterien sowohl 
im Laboratorium als auch in unserem Organismus. 
Das konsumierte Fleisch gelangt zu 50% unver- 
Jdaut in den Dickdarm, wo es von Fäulnisbakterien 
zersetzt wird. Nur der kleinere Teil dieser Fäulnis- 
produkte und Gifte wird mit dem Stuhl aus- 
geschieden, der Rest überschwemmt von den Ge- 
fäßen des Dickdarms kontinuierlich unseren Or- 
zanismus. 
Schon in den Dreißiger Jahren hatte Met- 
schnikow durch Nachuntersuchungen diesen Vor- 
zang vor allem für das frühe Altern verant- 
wortlich gemacht. Diese Toxine beeinflussen vor 
allem Gehirn und Nervensystem schädigend. Auf 
Grund der Analyse der Ernährungsgewohnheiten 
von 23 Ländern wurde festgestellt, daß Dick- 
darmkrebs und im allgemeinen Krebs der Ver- 
dauungsorgane dort am verbreitetsten ist, wo das 
meiste Fleisch gegessen wird. Auch der Fettgehalt 
des Fleisches ist dafür verantwortlich. Die Symp- 
;ome der Überernährung mit tierischem Eiweiß 
sind zahlreich: Störungen der Funktion des Ma- 
zen-Darm-Systems, Müdigkeit, Ruhelosigkeit, 
Nervosität, Verschlechterung der Nieren- und Le- 
v‚erfunktion wegen Überbelastung (durch Harn- 
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FR 
Statistische Daten beweisen, daß dort, wo die 
Bevölkerung Fett konsumiert (Schweinefett, Gän- 
sefett, Speck, fettes Fleisch, Butter, Schlagsahne, 
Rahm, fetter Käse) und der Cholesterinspiegel im 
Blut gestiegen ist, Arterienverkalkung und Herz- 
kranzgefäßverkalkung, Herzinfakt, Thrombose 
und Embolie auch vorkommen. Der überernährte 
Mensch, d.h. seine Beschaffenheit, kann auch “ha- 
bitus embolicus” genannt werden. Eppinger ist der 
Meinung, daß ein Rückgang der Embolien durch 
3ine vegetarische Diät erzielt werden könne. Cho- 
lesterin enthält nur der tierische Organismus und 
tierische Nahrung, pflanzliche nicht. 90% des 
Cholesterins wird durch die Galle ausgeschieden. 
Steigt die Cholesterinausscheidung, dann steigt 
auch die Gefahr der Gallensteinbildung. 98% der 
Gallensteine sind Cholesterinsteine. Parallel mit 
dem Fettkonsum steigt die Anzahl der Gallenstein- 
und Gallenblasenerkrankungen u.a. Krankheiten. 
Sicht und chronische Gelenksentzündungen wer- 
len ebenfalls durch eine Überbelastung durch Fett 
“Lipoid) eine “surcharge lipidique” verursacht und 
Jlurch Fleischkonsum. 
Der Grund der Verfettung liegt im Konsum 
von fettreicher Kost, Zucker und weißem Mehl, in 
der Überernährung und im Bewegungsmangel. 
835% aller Zuckerkranken ist dick und nur 15% 
normal, Weltweit verbreitet sich die Zuckerkrank- 
heit vor allem in den “gut ernährten” Gemein- 
schaften. Alle oben genannten Gründe führen zu 
12 Krankheiten, die in 5 Gruppen zusammenge: 
faßt werden können: 
1) Erkrankungen des Herzens und des Ge- 
fäßsystems: Herzinsuffizienz, Herkranzgefäß-Er- 
krankungen, erhöhter Blutdruck, Hirngefäß-Er- 
krankungen, Venenleiden; ; 
2) Verschiedene Formen der Herz- und At- 
mungs-Insuffizienz; 
3) Stoffwechselerkrankungen: Zuckerkrank- 
heit, Hyperlipoproteinämie, Gicht; 
4) Degenerative Erkrankungen der Bewe- 
zungsorgane, Arthrosen; 
5) Magen und Darmerkrankungen, Gallen- 
steinleiden, Fettleber. 
Einige Autoren zählen zu den Gefahren der 
Fettleibigkeit auch folgende Krankheiten: Poli- 
zythämie (Vermehrung der roten Blutkörperchen), 
Eiweiß im Urin, Nephrose, Thrombose der Nier- 
anvenen, Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, Psycho- 
21eurosen, erhöhte Gefahr bei Narkosen (während 
Operationen) und bei Unfällen. 
Es ist katastrophal, daß wir sozusagen in einer 
Fpoche des Zuckers leben. Nach John Yudkin 
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