Nirkung und volksgesundheitliche Bedeutung vegetarischer Ernährung. Erfahrungen aus Ungarn 263
oder geistige Arbeit und fühle mich auch in den
Abendstunden noch fit und aktiv. Seit vielen
Jahren hatte ich keine Infektionskrankheit mehr,
nicht einmal einen Schnup- fen. Früher hatte ich
mehrmals pro Jahr die Grippe. Wenn es überhaupt
Wunder gibt, so ist für mich die Wiedererlangung
meiner Gesundheit wirklich ein Wunder! Und das
hab ich den rohen (lebendigen) Speisen zu ver-
danken.”
Ein anderer meiner Patienten hatte die Geschichte
seiner Heilung unter dem Titel “Metamorphose”
zusammengefaßt. In meiner Praxis als Natur-
heilkunde-Arzt empfehle ich meinen Patienten
Fleisch, Zucker und Fett aus ihrer Diät wegzulas-
sen, die mindestens zu 50% aus Rohkost bestehen
soll; ebenfalls sollen starke Gewürze weggelassen
werden und nur fettarme Milchprodukte verzehrt
werden. Dieses empfehle ich auch als Vorbeu-
gung.
Fleischkonsum begünstigt Herz- und Gefäßer-
krankungen oder verursacht sie sogar. Des wei-
teren können während der Assimilation, der Zer
setzung, die sich in Harnsäure verwandelnden
Purinbasen Gichtanfälle erzeugen. Im Urin wird
vermehrt Urat abgesondert, und Urat führt oft zur
Bildung von Nierensteinen. Fleischsuppe enthält
Purin und Pyrimidinblasen, ein ausgezeichneter
Nährboden zur Vermehrung von Bakterien sowohl
im Laboratorium als auch in unserem Organismus.
Das konsumierte Fleisch gelangt zu 50% unver-
Jdaut in den Dickdarm, wo es von Fäulnisbakterien
zersetzt wird. Nur der kleinere Teil dieser Fäulnis-
produkte und Gifte wird mit dem Stuhl aus-
geschieden, der Rest überschwemmt von den Ge-
fäßen des Dickdarms kontinuierlich unseren Or-
zanismus.
Schon in den Dreißiger Jahren hatte Met-
schnikow durch Nachuntersuchungen diesen Vor-
zang vor allem für das frühe Altern verant-
wortlich gemacht. Diese Toxine beeinflussen vor
allem Gehirn und Nervensystem schädigend. Auf
Grund der Analyse der Ernährungsgewohnheiten
von 23 Ländern wurde festgestellt, daß Dick-
darmkrebs und im allgemeinen Krebs der Ver-
dauungsorgane dort am verbreitetsten ist, wo das
meiste Fleisch gegessen wird. Auch der Fettgehalt
des Fleisches ist dafür verantwortlich. Die Symp-
;ome der Überernährung mit tierischem Eiweiß
sind zahlreich: Störungen der Funktion des Ma-
zen-Darm-Systems, Müdigkeit, Ruhelosigkeit,
Nervosität, Verschlechterung der Nieren- und Le-
v‚erfunktion wegen Überbelastung (durch Harn-
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Statistische Daten beweisen, daß dort, wo die
Bevölkerung Fett konsumiert (Schweinefett, Gän-
sefett, Speck, fettes Fleisch, Butter, Schlagsahne,
Rahm, fetter Käse) und der Cholesterinspiegel im
Blut gestiegen ist, Arterienverkalkung und Herz-
kranzgefäßverkalkung, Herzinfakt, Thrombose
und Embolie auch vorkommen. Der überernährte
Mensch, d.h. seine Beschaffenheit, kann auch “ha-
bitus embolicus” genannt werden. Eppinger ist der
Meinung, daß ein Rückgang der Embolien durch
3ine vegetarische Diät erzielt werden könne. Cho-
lesterin enthält nur der tierische Organismus und
tierische Nahrung, pflanzliche nicht. 90% des
Cholesterins wird durch die Galle ausgeschieden.
Steigt die Cholesterinausscheidung, dann steigt
auch die Gefahr der Gallensteinbildung. 98% der
Gallensteine sind Cholesterinsteine. Parallel mit
dem Fettkonsum steigt die Anzahl der Gallenstein-
und Gallenblasenerkrankungen u.a. Krankheiten.
Sicht und chronische Gelenksentzündungen wer-
len ebenfalls durch eine Überbelastung durch Fett
“Lipoid) eine “surcharge lipidique” verursacht und
Jlurch Fleischkonsum.
Der Grund der Verfettung liegt im Konsum
von fettreicher Kost, Zucker und weißem Mehl, in
der Überernährung und im Bewegungsmangel.
835% aller Zuckerkranken ist dick und nur 15%
normal, Weltweit verbreitet sich die Zuckerkrank-
heit vor allem in den “gut ernährten” Gemein-
schaften. Alle oben genannten Gründe führen zu
12 Krankheiten, die in 5 Gruppen zusammenge:
faßt werden können:
1) Erkrankungen des Herzens und des Ge-
fäßsystems: Herzinsuffizienz, Herkranzgefäß-Er-
krankungen, erhöhter Blutdruck, Hirngefäß-Er-
krankungen, Venenleiden; ;
2) Verschiedene Formen der Herz- und At-
mungs-Insuffizienz;
3) Stoffwechselerkrankungen: Zuckerkrank-
heit, Hyperlipoproteinämie, Gicht;
4) Degenerative Erkrankungen der Bewe-
zungsorgane, Arthrosen;
5) Magen und Darmerkrankungen, Gallen-
steinleiden, Fettleber.
Einige Autoren zählen zu den Gefahren der
Fettleibigkeit auch folgende Krankheiten: Poli-
zythämie (Vermehrung der roten Blutkörperchen),
Eiweiß im Urin, Nephrose, Thrombose der Nier-
anvenen, Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, Psycho-
21eurosen, erhöhte Gefahr bei Narkosen (während
Operationen) und bei Unfällen.
Es ist katastrophal, daß wir sozusagen in einer
Fpoche des Zuckers leben. Nach John Yudkin
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