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Schmaler, aber gerundet. Apertur hoch, oben eng, unten weit; lange Spina. Die
gerade Breite beträgt am Ansatz 15, in der Mitte 10, unten 14 mm. Der Alveolar-
fortsatz des Oberkiefers springt schwach prognath vor und ist 16 mm lang; die
Zähne sämmtlich entwickelt, mit starker Abnutzung der Beissflächen: die Incisivi
etwas gross, die Praemolaren klein, die Molaren mässig, von abnehmender Grösse,
Gaumen sehr tief, mit schmalem Toras palatinus; Index 66,0, leptostaphylin.
Vom Unterkiefer ist nur ein Stück der rechten Hälfte erhalten, darin 6, wenig
abgenutzte Zähne. Am II Molaris von aussen her eine grosse runde Höhle.
Wenn man beide Schädel unter einander vergleicht, so lässt sich nicht ver-
kennen, dass sie trotz grosser sexueller und individueller Abweichungen
doch im Typus sich ganz nahe stehen. Dasselbe lässt sich von dem männ-
lichen Schädel Nr. 1 sagen, den ich in meiner Monographie über Koban 8. 13 ff.
ausführlich besprochen und in mehreren Ansichten abgebildet habe, und dessen
Maasse ich in die vorzulegende Tabelle noch einmal mit aufnehme, !
Der weibliche Schädel Nr. 7 zeichnet sich durch Kleinheit und zarte Formen,
aber auch durch grosse Regelmässigkeit aus, so dass es nicht unwahrscheinlich ist,
dass er in vielen Stücken dem alten Stammestypus am nächsten kommt. Die beiden
Männlichen Schädel Nr. 1 u. Nr. 6, namentlich der letztere, sind ungemein kräftig
*htwickelt und ger&umig. Leider ist Nr. 6 durch die Einschiebung eines grossen
Sagittalbeines und durch die gewaltige Deviation der Nase in Haupttheilen so ab-
Weichend, dass die individuellen Merkmale die ethnischen in mehreren Beziehungen
ünkenntlich machen. Dazu kommt die grosse Altersdifferenz, welche in der Zahn-
losigkeit und der alveolaren Atrophie der Kieferknochen bei Nr. 6 culminirt und
Insbesondere die Bestimmung der Gesichtsform fast unmöglich macht. Der me-
Sorrhine Index dieses Schädels darf schwerlich als typisch angesehen werden.
Was den eigentlichen Schädel- oder Längenbreitenindex anlangt, so ist derselbe
bei dem weiblichen Schädel Nr. 7 und dem männlichen Nr. 1 dolichocephal. Zu
der Mesocephalie des männlichen Schädels Nr. 6 trägt unzweifelhaft das grosse
Sagittalbein etwas bei, jedoch liegt der Hauptgrund in der ungewöhnlich starken
Entfaltung der Breitendurchmesser an den unteren Schädelabschnitten. Die grösste
Breite liegt an den Schläfenschuppen, aber auch die temporalen, auricularen, ma-
Stoidealen und oceipitalen Durchmesser erreichen sehr betráchtliche Maasse. Trotz-
dem beträgt der Schädelindex nur 76,0; er steht also der Grenze gegen die Doli-
thocephalie sehr nahe. lm Mittel aus den 3 Schádeln berechnet sich ein Index
von 74,3, also ein dolichocephaler.
Dies Ergebniss stimmt überein mit dem, was ich in meiner Monographie über
Koban von den prähistorischen Rassen des mittleren und südlichen Kaukasus aus-
Seführt hatte, Allerdings hatte ich damals schon constatirt, dass die Rasse von
Koban keine ganz reine gewesen sei, indem sich brachycephale Einmischungen
D&ch weisen liessen, indess bildeten diese doch die Minoritát. Mit den beiden neuen
Schädeln stellt sich das Resultat noch günstiger für die damals geäusserte An-
Sicht. Es mag sein, was schon Hr. Bayern annahm und was jetzt Hr. Dolbe-
schew zu bestätigen scheint, dass eine gewisse Verschiedenheit der Leichen in den
verschiedenen Schichten oder Höhenlagen der einzelnen, mehrere Skelette umfassenden
Gräber besteht; da aber die neuen Schädel nach der ausdrücklichen Angabe der
Uüefen Schicht entnommen sind, so darf die Dolichocephalie der ältesten Bevölke-
"Ung wohl als gesichert betrachtet werden.
, In Beziehung auf die Höhe bestätigen die neuen Funde gleichfalls das, was
ich früher, allerdings auf Grund sehr unvollkommenen Materials, vermuthet hatte,
Verhandl, der Berl Anthropol. Gesellschaft 1883. 22