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Bibliographische Daten: Zeitschrift für Ethnologie, 73.1941

Lengua und Kaiotuguí. 411 
Schutzgegenstände (Stirnbinden usw.) geschieht nach Anweisungen der 
Zauberärzte, die die Tradition der alten apotropäischen Mittel aufrecht- 
erhalten. 
Wettermacherei fällt in den Aufgabenkreis des Zauberarztes. Als 
Regenzauber wird Entenblut auf die Erde gespritzt. Umgekehrt wird bei 
starker Regenbewölkung ein Feuerbrand gegen den Himmel gehalten, 
um der Sonne den Durchbruch zu erleichtern. Einem Tornado, der als 
wilde Geisterjagd gewertet wird, wirft man Knüppel nach, um die Dä- 
monen zu vertreiben. 
Für Heilungszwecke ist, — wie überall im Chaco, — die Methode des 
Saugens und Beblasens üblich, verbunden mit dem Vorweisen der ,,her- 
ausgesaugten‘“ Gegenstände 
(Dornen, Knochenstückchen, 
jetzt auch Nägel). In Verbin- 
dung mit diesem Verfahren 
wird meist Massage angewen- 
det, wobei auch das Einrei- 
ben verschiedener Fettsub- 
stanzen vorkommt. Ameisen- 
barfett gebraucht man bei 
rheumatischen Beschwerden, 
die infolge des geringen Wet- 
terschutzes ziemlich häufig 
auftreten. Den Kindern wer- 
den die Knie und Knöchel 
mit dem Fett von Nasenbär 
und Ameisenbär eingerieben, 
um die Beine zu stärken. 
Zahnbeschwerden wer- 
den nicht auf Geisterschädi- 
gung zurückgeführt, sondern 
dem übermäßigen Genuß von 
Fett. zugeschrieben. 
Zu bestimmten Zeiten 
nimmt der Zauberarzt auch 
Körperbemalungen an seinen 
Klienten vor, die zu Heil- 
zwecken dienen. Ebenso wen- 
det er Rasselschwingen und Gesang als Heilmittel an. Die Verwendung 
einer Reihe von Heilpflanzen, die zum Kauen, gekaut und aufgelegt oder 
als Dekokt zum Trinken verabreicht werden, konnte festgestellt werden. 
Es handelte sich um etwa 20 Pflanzenarten, die ich seinerzeit der Univer- 
sität Buenos Aires übermitteln ließ, ohne. allerdings Spezifikation und 
allenfallige Untersuchungsergebnisse zu erhalten. 
c) Kunst. Da alle künstlerischen Ausdrucksformen bis auf wenige 
spielerische Erzeugnisse von Kindern und Erwachsenen magisch zweck- 
bestimmt sind, kann nur über den Stil gegenstándlicher Formung 
und Verzierung bzw. musikalischer und tànzerischer Lósung gesprochen 
werden. 
Plastik kommt nur bei Pfeifenkópfen und Tierfiguren aus Wachs für 
Jagdzauber vor. Erstere weisen eine rohe Schnitztechnik mit guter Glät- 
tung auf, sind in figuralen Lösungen äußerst selten und, dem Zweck ent- 
sprechend, mit überdimensionierten Köpfen versehen, die für die Tabak- 
aufnahme ausgehöhlt sind. Körper und Extremitäten haben Walzenform. 
Die Geschlechtsmerkmale werden betont wiedergegeben. Die Andeutung 
man A 
Abb. 22. Der Bruder des Zauberarztes. 
  
  
  
 
	        
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