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Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 21.1889

(277) 
Kaiserzeit '); ihr Hundertstel ist die Drachme von 3,41 g und der römische Silber-, 
denar, der von Nero an den gleichen Betrag zeigt?), — Gewichtsgróssen, die bisher 
völlig vereinzelt dastanden. Der Denar von 3,41 g ist !/,, des rómischen Pfundes, 
demnach !/j4 der schweren babylonischen Gewichtsmine gemeiner Norm. Seiner 
Entstehung nach ist es jedoch '/,,, der kóniglichen schweren Gewichtsmine, die 
°5/,4 der gemeinen schweren Gewichtsmine beträgt: ?5/,, = 300 = '/;. Diese Berech- 
nung ist gleichzeitig ein Beispiel für die Berührungen und das Ineinandergreifen 
der gemeinen und der königlichen Norm auf ihrer Wanderung. 
3) Das englische Avoir-du-poids Pfund. 
Die Unze (— '/,,) des genannten Pfundes von 341 g beträgt 28,42 g, die des 
daraus entstandenen Pfundes von 339 9 28,25 g. 
Mit dieser ist identisch dem Beirage und der Entstehung nach die englische 
Ávoir-du-poids Unze?) von 28,3 g. Das Avoir-du-poids Pfund von 453,59 g, das 
16 solcher Unzen enthält, also */, der rômisch-attischen Mine beträgt, kann man 
Seinerseits auffassen als */, der leichten königlichen Silbermine dieser Form; es 
nimmt genau die Stellung im königlichen System ein, welche der euböisch- 
attischen Mine (S. 266) im gemeinen System zukommt. Es wird zu untersuchen 
sein, ob hier die Unze oder das Pfund die für England ursprünglich über- 
nommene Einheit war. 
Man hat schon mehrfach nach dem antiken Prototyp dieser Gewichtsgrüsse 
gesucht und auch die Identität der Avoir-du-poids Unze mit „der alten römischen 
Unze“ bereits aufgestellt *) 
b) Zweite volle Form der babylonischen Mine kóniglichen Norm, 
entstanden (?) durch eine Erhóhung der Mine gemeiner Norm um /j,,. 
eel in Grammen m ügyptischen 
, der Benennung des Gewichts 
Gewichts- leicht schwer leicht schwer 
Mine 
wy, ‘ Gewichtsmine . . . . . \515,8—517,61 1031,5—1035,1 | 5°", | 118%, 
5, ^ Goldmine. . . . . . . 4998—4813 8596— 8626‘ |, 941j, 
5,  Babylenisehe Silbermine . 518—575  1146,1-1150,1 65 | 126 
10/5 Phônikische Silbermine. . 373,4—8838 746,7— 767,5 — ^" 84 
Ausser den bereits aus asiatischen Münzfüssen und Gewichten angeführten 
Daten (S. 2971) sind als Zeugnisse für das gesonderte Bestehen dieser hóchsten 
Form des königlichen Gewichts die folgenden Ableitungen anzuführen: 
1) Die höchste Form des Staters jüngerer äginäischer Prägung. 
Dass sich in Aegina die grösste Mannichfaltigkeit der Münzfüsse und Gewichte 
findet, habe ich oben bereits erwähnt. Aus der bisher als einheitlich aufgefassten 
Sogen. jüngeren äginäischen Währung haben wir bereits, als dem System gemeiner 
Norm angehörig, die solonisch-äginäische Mine ausgeschieden. 
1) Hultsch 8 38, 4 8. 811 und $ 32, 1 8. 252. 
S i Vergl.a. die auf eine Mine von 389 g führende Doppelmine von 678 g; Brandis, 
3) Karsten, a.a. O. S. 484. Dove, Maass und Messen, 9. Aufl. Berlin 1835, S. 25 
Anm, 1, 
4) Karsten, a. a O,
	        
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