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Grabhiigel Chodshali Nr. 10.
Sandhiigel mit Rollsteinen.
Arbeitszeit: 4 Tage (8. bis 11. Juli).
Liegt hart am Rande des ziemlich steil in das Flussthal des Karkar abfallenden
Plateaus, 200 Schritte südöstlich vom Milizen-Stationshause entfernt. Sein Abstand
vom nächsten Kurgan (Nr. 15) beträgt 12 Schritte (s. den Grundriss Fig. 22, B 8. 183).
Seine Form ist die eines abgeflachten Conus mit starker Einsenkung von N. nach S.
Die Ausmessungen des Hügels ergaben: Höhe 17, Umfang unten 332, oben
178 Fuss.
Der Durchstich erfolgte in der Richtung NW.-80. Demselben gab ich eine
anfängliche Breite von 12 Fuss und erweiterte ihn in der Mitte des Kurgans später
zu einem Brunnen von 23 Fuss Durchmesser. Ich grub nun bis zu einer Tiefe
von 13!/,Fuss. Die obere Schicht des Kurgans bis zu 7 Fuss Tiefe bestand aus
gelbem Sand, dann zeigte sich eine, an einzelnen Stellen bis zu 6 Fuss mächtige
Rollsteinschicht. Unmittelbar unter dieser fand sich eine von !/,—?/, Fuss starke
Aschenschicht, die sich in schwachem Bogen über einen natürlichen Hügel aus
gelblichem, festem Sande hinzog. Es ist also anzunehmen, dass die Leichen-
verbrennung auf dieser Bodenerhebung stattgefunden hat und darüber dieser um-
fangreiche Hügel aufgeführt worden ist. Leider hat das Feuer seiner Zeit sein
Werk hier so gründlich verrichtet, dass ausser einigen Balkeniiberresten, Holz-
kohlen, Urnen-Bruchstücken aus grauem Thon, ohne bemerkenswerthes Ornament,
halbverkohlten Thierknochen und Zühnen, unter denen wieder die des Auerochsen
überwogen, nichts weiter gefunden wurde.
Ich liess zwar, in der Hoffnung, vielleicht an einer anderen Stelle des Kurgans
glücklicher zu sein, noch einen zweiten, perpendiculär gegen den ersten geneigten
Durchstich machen, der auch 10 Fuss breit und 15 Fuss tief bis zum Brunnen und
zur Mitte des Hügels geführt wurde. Doch auch hier zeigten sich dieselben Er-
scheinungen: Asche, Knochen u.s. w.; von metallischen oder sonstigen Artefacten
aber keine Spur.
Da nun wohl anzunehmen ist, dass von etwa im Grabe vorhanden gewesenen
Metall-Gegenständen wenigstens geschmolzene Ueberreste in der Aschenschicht
hätten bemerkt werden müssen, so muss ich aus dem Fehlen derselben den Schluss
ziehen. dass in diesem Grabhügel eine von mir bisher nicht beobachtete Art der
Bestattung auftaucht: die der Brandgrüber ohne Metall-Beigaben. —
Grabhügel Chodshali Nr. 11.
Rollstein-Aufschüttung mit Steinkiste ohne Deckplatten.
Arbeitszeit: 2!'/, Tage (8. bis 10. Juli).
Grab Nr. 11 liegt dem Poststations-Hause und dem der Milizen ästlich gegen-
über, ungefähr in gleichem Abstande von beiden, unmittelbar an dem Postwege.
Vom nächsten Kurgan (Nr. 13) ist es 10 Schritte und von Nr. 10 120 Schritte ent-
fernt (s. den Grundriss Fig 22, À S. 183).
Das Grab besteht aus einer bedeutenden Aufhäufung dem Flussbette des
Karkar einstmals entnommener Steine verschiedenster Grösse. Die Maasse dieses
oben abgeflachten runden Grabhügels sind folgende: Umfang unten 200, oben
56 Fuss; Höhe 12 Fuss. Nach Abtragen der Steine stiess ich bei 4 Fuss 10 Zoll
Tiefe in der Mitte der Aufschüttung auf eine aus übereinander geschichteten, un-
geglätteten Kalkstein-Platten construirten Kiste (Fig, 10). Sie war ohne Deck-
lie.