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Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 28.1896

(76) 
Grabhiigel Chodshali Nr. 10. 
Sandhiigel mit Rollsteinen. 
Arbeitszeit: 4 Tage (8. bis 11. Juli). 
Liegt hart am Rande des ziemlich steil in das Flussthal des Karkar abfallenden 
Plateaus, 200 Schritte südöstlich vom Milizen-Stationshause entfernt. Sein Abstand 
vom nächsten Kurgan (Nr. 15) beträgt 12 Schritte (s. den Grundriss Fig. 22, B 8. 183). 
Seine Form ist die eines abgeflachten Conus mit starker Einsenkung von N. nach S. 
Die Ausmessungen des Hügels ergaben: Höhe 17, Umfang unten 332, oben 
178 Fuss. 
Der Durchstich erfolgte in der Richtung NW.-80. Demselben gab ich eine 
anfängliche Breite von 12 Fuss und erweiterte ihn in der Mitte des Kurgans später 
zu einem Brunnen von 23 Fuss Durchmesser. Ich grub nun bis zu einer Tiefe 
von 13!/,Fuss. Die obere Schicht des Kurgans bis zu 7 Fuss Tiefe bestand aus 
gelbem Sand, dann zeigte sich eine, an einzelnen Stellen bis zu 6 Fuss mächtige 
Rollsteinschicht. Unmittelbar unter dieser fand sich eine von !/,—?/, Fuss starke 
Aschenschicht, die sich in schwachem Bogen über einen natürlichen Hügel aus 
gelblichem, festem Sande hinzog. Es ist also anzunehmen, dass die Leichen- 
verbrennung auf dieser Bodenerhebung stattgefunden hat und darüber dieser um- 
fangreiche Hügel aufgeführt worden ist. Leider hat das Feuer seiner Zeit sein 
Werk hier so gründlich verrichtet, dass ausser einigen Balkeniiberresten, Holz- 
kohlen, Urnen-Bruchstücken aus grauem Thon, ohne bemerkenswerthes Ornament, 
halbverkohlten Thierknochen und Zühnen, unter denen wieder die des Auerochsen 
überwogen, nichts weiter gefunden wurde. 
Ich liess zwar, in der Hoffnung, vielleicht an einer anderen Stelle des Kurgans 
glücklicher zu sein, noch einen zweiten, perpendiculär gegen den ersten geneigten 
Durchstich machen, der auch 10 Fuss breit und 15 Fuss tief bis zum Brunnen und 
zur Mitte des Hügels geführt wurde. Doch auch hier zeigten sich dieselben Er- 
scheinungen: Asche, Knochen u.s. w.; von metallischen oder sonstigen Artefacten 
aber keine Spur. 
Da nun wohl anzunehmen ist, dass von etwa im Grabe vorhanden gewesenen 
Metall-Gegenständen wenigstens geschmolzene Ueberreste in der Aschenschicht 
hätten bemerkt werden müssen, so muss ich aus dem Fehlen derselben den Schluss 
ziehen. dass in diesem Grabhügel eine von mir bisher nicht beobachtete Art der 
Bestattung auftaucht: die der Brandgrüber ohne Metall-Beigaben. — 
Grabhügel Chodshali Nr. 11. 
Rollstein-Aufschüttung mit Steinkiste ohne Deckplatten. 
Arbeitszeit: 2!'/, Tage (8. bis 10. Juli). 
Grab Nr. 11 liegt dem Poststations-Hause und dem der Milizen ästlich gegen- 
über, ungefähr in gleichem Abstande von beiden, unmittelbar an dem Postwege. 
Vom nächsten Kurgan (Nr. 13) ist es 10 Schritte und von Nr. 10 120 Schritte ent- 
fernt (s. den Grundriss Fig 22, À S. 183). 
Das Grab besteht aus einer bedeutenden Aufhäufung dem Flussbette des 
Karkar einstmals entnommener Steine verschiedenster Grösse. Die Maasse dieses 
oben abgeflachten runden Grabhügels sind folgende: Umfang unten 200, oben 
56 Fuss; Höhe 12 Fuss. Nach Abtragen der Steine stiess ich bei 4 Fuss 10 Zoll 
Tiefe in der Mitte der Aufschüttung auf eine aus übereinander geschichteten, un- 
geglätteten Kalkstein-Platten construirten Kiste (Fig, 10). Sie war ohne Deck- 
lie.
	        
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