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Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 35.1903

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Lübz, von Dr. Beltz, gleichfalls in einem Hügelgrabe, ein leider noch nieht 
Veróffentlichter Befund zu Tage gefórdert, wo neben Gegenständen der 
Jüngeren Bronzezeit und einem plump gearbeiteten, grossen Gefäss mit 
Hachem Stülpdeckel ein Gefüss des Lausitzer Typus von gleicher Form 
und Grösse wie das Seddiner (s. Fig. 3) gefunden wurde. Vielleicht dürfen 
Wir auch noch andere Befunde aus entfernteren Gebieten heranziehen. So 
sah ich früher im Kopenhagener Museum ein Gefäss des Lausitzer Typus, 
Wenn ich mich recht erinnere, ähnlich Fig. 2, welches mit einem Bronze- 
Schwert zusammen gefunden wurde. 
In den nördlichen Gebieten gehören dergleichen Funde von Lausitzer 
Typen immerhin zu den Seltenheiten, sie bilden aber doch eine Conti- 
Wüität. Ein anderer Fund, der auch hier angeführt werden könnte, aber 
doch schon in entfernteren Beziehungen zur Lausitz steht, ist das bei Naue, 
Bronzezeit in Ober-Bayern, Taf. XLI, Fig. 2, abgebildete, mit zwei Buckeln 
Yerzierte Gefäss, welches bei Riegsee, Oberbayern, mit einem Bronze- 
Schwert zusammen gefunden wurde und nach Naue ebenfalls der jüngeren 
Bronzezeit angehört. Dieses Gefäss zeigt aber nicht die horizontale 
F Urchung, sondern die accidentelle Buckelverzierung und weicht auch in 
der Zahl der Buckel, welche in der Lausitz gewöhnlich in grôsserer Zahl 
aN einem Gefäss angebracht sind, ab. Es hat zwar eine gewisse Ähnlich- 
keit in stilistischer Hinsicht mit der sogenannten , Grossmutter aller Urnen* 
(s. v. Ledebur, Das Konigl. Museum vaterländischer Altertümer, Berlin 
1838, S. 159 fj), gefunden bei Wulffen bei Cóthen. Letztere dürfte aber 
Wohl schon der Hallstattzeit angehören. 
Nicht zur näheren Zeitbestimmung, wohl aber, um einen ungefähren 
Anhalt zu gewähren, kann vielleicht auch folgender Fund dienen. In dem 
Gräberfelde bei Stangenhagen, Kreis Jüterbock-Luckenwalde, machte ich 
Yor einer längeren Reihe von Jahren auf gütige Einladung des Besitzers 
Hm, y, Thümen eine Ausgrabung, bei welcher ich ein sogenanntes 
»Gloekengrab* mit einem das ganze Grab überdeckenden, grossen Gefüss 
‘and. Es enthielt unter anderen ein ganzes, sowie Bruchstücke von Grefässen 
des Lausitzer Typus, ferner eine Bronzenadel mit flachem Kopf, gegen 
Welche ich eine von Hrn. v. Thümen, in nächster Nachbarschaft des von 
Mir gefundenen Gefässes, in einem Grabe gefundene Nadel mit einem schräg 
prechlitaton Vasenkopf eintauschte. Diese Vasenkopfnadel ist zwar ihrer 
Som naeh sehr charakteristisch, zeitlich aber nur sehr allgemein bestimm- 
in Ein ihr ähnliches Exemplar wurde in dem Pfahlbau von Peschiera 
lt dase (Museum in Wien, Montelius, La civilisation primitive en 
D le, 1895, Taf. VII, Fig. 19), ein zweites bei Hallstatt (s. v. Sacken, 
en. Grabfeld von Hallstatt, Taf. XV, Fig. 14) gefunden. So viel ich mich 
"here, ist auch ein Exemplar in Bóhmen gefunden und wird im Landes- 
Museum zu Prag aufbewahrt. In Bayern sind ebenfalls zwei Exemplare 
T enden (s. Naue, Hügelgráber, Taf. XXII, Fig. 2 u. Naue, Bronzezeit, 
vo : XXXI, Fig.9), beide gehóren der jüngeren Bronzezeit an. Die Nadel 
m Peschiera zeigt insofern eine Abweichung von den anderen Exem- 
Plaren, als die Schlitze des Vasenkopfes schmäler und ‚besser ausgeführt
	        
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